Horgen

Von Hirten, Engeln und dem Stern von Bethlehem

In der reformierten Kirche Horgen führen am 18. Dezember 40 Kinder die «Zäller Wiehnacht» auf. Das Stück wird zum ersten Mal seit elf Jahren wieder in Horgen aufgeführt.

Zäller Wiehnacht: 40 Horgner Kinder proben für das beliebte Weihnachtsspiel.

Zäller Wiehnacht: 40 Horgner Kinder proben für das beliebte Weihnachtsspiel. Bild: Moritz Hager

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«Was isch das für e Nacht?», wird aus 40 Kehlen gesungen. Die Sin­gen­den bilden eine geballte Ladung Energie. «Bei den Rollenspielen sind die Kinder sehr fokus­siert», freut sich Philipp Mestrinel, welcher als Kantor zusam­men mit Barbara Grimm die musikalische Leitung innehat. Mestrinel hat grossen Spass an der Arbeit mit den Kindern, welche er zum Teil schon seit Jahren kennt. Für Christa Wal­thert, Verantwortliche für den Bereich Kinder und Familie der reformierten Kirche, nimmt das Krippenspiel langsam Form an: «Das liegt sicher auch an der guten Team­arbeit.» «Ich finde es erstaunlich, wie schnell manche Kinder lernen», staunt Mes­trinel. «Dafür gibt es andere, die sich ihren Satz nicht merken können», seufzt Grimm. Sie ist aber trotz näherrückender Aufführung guten Mutes: «Das wird schon!»

Auch nach 50 Jahren aktuell

Die «Zäller Wiehnacht» wurde vor über 50 Jahren von Paul Burkhard für die Kinder in Zell im Töss­tal geschrieben und in Horgen zuletzt 2005 aufgeführt. «Sie spielt in der Gegenwart und versetzt um 2000 Jahre zurück – ist also zeitlos», führt Mestrinel aus. «Das Stück hat gute Texte, ist witzig», findet Wal­thert, welche selber als Kind mitgespielt ­hatte und das Manuskript überarbeitet hat. Ältere Leute schätzen die «Zäller Wiehnacht», Kinder lieben Lieder wie «Dä Stern von Bethlehem».

Dank dreiköpfigem Leiter­team und der Unterstützung durch die Sigriste und Mütter wie Nicole Roshardt kann effizient geprobt werden. Im grossen Saal des reformierten Kirchgemeindehauses erteilt Grimm den Engeln und Hirten Regieanweisungen, während Herodes und sein Ge­folge sich im kleinen Saal unterhalten. Die 13-jährige Léonie spielt die Frau von Herodes; ihre Schwester Milena Maria: «Das passt: Mein zweiter Vorname ist Maria.» Mes­trinel findet es passend, dass Yannick gerade den Stimmbruch bekommen hat: «So wirkt er als König Herodes überzeugender.» Reno spielt den Joseph und seufzt: «Ich muss noch viel ­üben und habe viele Tests in der Schule.» Theaterspielen ist zeitintensiv.

Die Proben begannen bereits vor den Herbstferien. Unter den jungen Schauspielern der ersten bis neunten Klasse hat es Ehrgeizige wie Cyril und Mischa, welche alle Texte auswendig können. Ein Wermutstropfen ist für den zwölf­jährigen Mischa das Datum der Aufführung: «Ausgerechnet an meinem Geburtstag!»

Bezaubernd, wie die zwölf ­Engel zuerst die Treppe hinauf trampeln und dann engelhaft übers Geländer vom Balkon hin­untersprechen. Die siebenjährige Melanie gesteht: «Ich weiss zwar, was ich sagen muss, aber nicht, was ich bin – bin ich ein Engel?» Der Erzengel Gabriel wiederum wird bei den Proben noch von der musikalischen Leiterin Grimm aufgefordert, lauter zu sprechen: «Sonst hören die Hirten dir nicht zu!» Bleibt zu hoffen, dass Gabriel bis zur Aufführung am vierten Advent seine Stimme findet.


Aufführung am Sonntag, 18. Dezember, um 17.15 Uhr in der reformierten Kirche Horgen. Die Lieder werden auch an der Senioren­weihnacht am 9. und 10. Dezember in Horgen gesungen (ohne Theater). ()

Erstellt: 10.12.2016, 12:22 Uhr

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