Justiz

Versuchter Betrug nach nächtlichem Blödsinn gescheitert

Das Auto einer 21-Jährigen wurde beschädigt. Täter war ein Kollege. Erfolglos versuchte sie der Versicherung weiszumachen, dass ein Unbekannter dahintersteckte.

Die 21-Jährige fuhr einen Mercedes Benz.

Die 21-Jährige fuhr einen Mercedes Benz. Bild: Symbolbild/Keystone

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Junge Leute und ihre Autos sind zurzeit für viele negative Schlagzeilen verantwortlich: Tempoexzesse und schlimme Unfälle zum Beispiel. Eher kurioser Art ist das Vergehen einer 21-Jährigen aus Wädenswil. Sie versuchte ihre Versicherung zu betrügen und der Polizei einen Bären aufzubinden. Angefangen hatte ihre Erfahrung mit der Justiz in einer Nacht im März 2018. Die junge Frau, ihr Beifahrer und ein Kollege trafen sich nachts auf dem Parkplatz des Wildnisparks in Langnau. Sie im Mercedes, er im Volvo.

Der Kollege, der bereits am Bezirksgericht Horgen verurteilt worden ist (Ausgabe vom 13. August), gab an, dass man auf dem leeren Parkplatz etwas herumgeblödelt habe. Dabei fuhr er seinen Wagen zu nahe an ihren und streifte die rechte Seite des Mercedes. Er wollte den Mini-Unfall nicht melden, weil er befürchtete, seinen Lernfahrausweis zu verlieren. Also einigten sich die Beiden darauf, der Polizei und der Versicherung zu erzählen, dass ein Unbekannter ihren Wagen beschädigt hat und sich danach aus dem Staub gemacht habe.

Er wollte den Mini-Unfall nicht melden, weil er befürchtete, seinen Lernfahrausweis zu verlieren.

Gesagt, getan, während der Kollege seinen Schaden beheben liess, ohne das der Versicherung zu melden, meldete die damals 19-Jährige zwei Monate später den Schaden bei ihrer Versicherung. Da der vermeintlich Unbekannte nicht eruiert werden konnte, bereitete sich ihre Versicherung darauf vor, den Schaden selber zu zahlen. Das wären doch immerhin fast 9000 Franken gewesen.

Bedingte Geldstrafe

Dem mittlerweile rechtskräftigen Strafbefehl ist nicht zu entnehmen, wie die Frau doch noch aufgeflogen ist. Die Versicherung hat aber offenbar rechtzeitig gemerkt, was los war. Allerdings war das nicht das Verdienst der jungen Frau, die «alles dafür getan hat», dass es bei der Geschichte mit dem grossen Unbekannten bleibt. Gebracht hat das nicht viel, ausser einer Verurteilung wegen versuchten Betrugs und Irreführung der Rechtspflege.

Die Staatsanwaltschaft verurteilt die 21-Jährige zu einer bedingten Geldstrafe von 120 mal 50 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Zusätzlich muss sie eine Busse von 1200 Franken bezahlen.

Erstellt: 20.10.2019, 13:29 Uhr

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