Adliswil

Parlamentarier wollen Auskunft über Zukunft des Stadthausareals

Ob der Stadtrat bereits Pläne hat zum Stadthausareal, hat er noch nicht gesagt. Vier Parlamentsmitglieder fordern nun Erklärungen.

Die Abstimmung über die Zukunft des Stadthausareals ist von einer emotionalen Debatte geprägt.

Die Abstimmung über die Zukunft des Stadthausareals ist von einer emotionalen Debatte geprägt. Bild: Archiv Michael Trost

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Es war ein herber Rückschlag, als das Stimmvolk im Mai die Pläne für die Überbauung des Stadthausareals an der Urne bachab schickte. Jahrelang war geplant und gestritten worden, wie das 6000 Quadratmeter grosse Areal entwickelt und zu welchem Preis verkauft werden soll.

Wäre es nach dem Willen des Stadtrats gegangen, hätte über die Hälfte der Fläche für 5,5 Millionen Franken an die Leutschenbach AG verkauft werden sollen. Den übrigen Teil hätte die Stadt der Investorin im Baurecht abgegeben. Vorgesehen waren vier Gebäude: ein Wohnhaus, ein Hotel und Restaurant, ein Mehrgenerationenhaus sowie ein Ärzte- und Gesundheitszentrum. Die Vorlage wurde mit einem Nein-Anteil von 61 Prozent an der Urne verworfen. Noch am Abstimmungssonntag liess der potenzielle Käufer durchblicken, dass ihm die Lust vergangen sei, in Adliswil zu investieren.

Öffentliche Grünanlage

Der Stadtrat hatte angekündigt, über das weitere Vorgehen an einer der kommenden Sitzungen zu beraten. Bekannt geworden ist bisher noch nichts. Die vier Gemeinderatsmitglieder Marianne Oswald (Grüne), Bernie Corrodi (Freie Wähler), Wolfgang Liedtke (SP) und Gabriel Mäder (GLP) haben nun eine Interpellation eingereicht. Der Stadtrat habe sich nach der Abstimmung noch nicht positioniert, schreiben sie in einer Interpellation. Sie fordern darin den Stadtrat auf, Wege aufzuzeigen, wie es weitergehen könnte.

Die vier Interpellanten fragen den Stadtrat, welche Schlüsse er aus dem Resultat der Urnenabstimmung zieht und wie er gedenkt, jetzt vorzugehen. Konkret wollen sie wissen, ob der Stadtrat es in Betracht zieht, ein professionell erarbeitetes Nutzungskonzept erstellen zu lassen und ob der Verkauf des Landes weiterhin eine Option ist. Eine Antwort verlangen sie ebenso auf die Frage, ob die Bevölkerung erneut einbezogen wird bei der Planung. Sie bringen weiter die Idee ein, zumindest einen Teil des Areals entlang der Sihl als öffentliche Grünanlage zu gestalten.

Die vier Interpellanten sehen vier Gründe, wieso das Stimmvolk die Vorlage abgelehnte: dass die Stadt das zentrale Grundstück verkaufen wollte, dass die Grundstein-Häuser abgerissen worden wären, die geplanten hohen Gebäude und die Wirren um den Einnahmeverzicht in Millionenhöhe. Nun möchten sie verhindern, dass die Stadt erneut scheitert.

Erstellt: 15.09.2019, 13:34 Uhr

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