Zum Hauptinhalt springen

Im Sihlwald besteht Verdacht auf gefährliche Baumkrankheit

Das Ranger-Team des Wildnisparks Zürich hat im Sihlwald Schleimfluss-Symptome an Bäumen entdeckt. Diese könnten auf eine meldepflichtige Pflanzenerkrankung hinweisen, die in den Staaten ganze Baumbestände ausrottete.

Schleimfluss-Symptome am Baumstamm einer Buche.
Schleimfluss-Symptome am Baumstamm einer Buche.
Manuela Matt

Wildnispark-Ranger Thomas Wäckerle entdeckte die Schleimfluss-Symptome im Sihlwald. Am Baumstamm einer Buche sichtete er Schleimbällchen, die, erst ausgetrocknet, absterben und eine Rindennekrose hinterlassen. Das Ranger-Team fand daraufhin mehrere Bäume mit denselben Symptomen, überwiegend Buchen. Die Rinde der betroffenen Bäume weist von den Schleimbällchen her abwärts schwarze Striemen auf, die aussehen, als sei der Stamm mit einer Flamme in Berührung gekommen.

Dies sind Anzeichen auf den Krankheitserreger Phytophthora, übersetzt «Pflanzenvernichter», eine Gattung pilzähnlicher Mikroorganismen.«Ich habe solche Schleimfluss-Symptome zum ersten Mal gesehen», erzählt Wäckerle. Als gelernter Forstwart ist er darauf sensibilisiert, diese Symptome zu erkennen und einordnen zu können. «Einer der Erreger der Familie der Phytophthora ist meldepflichtig», erklärt Wäckerle.

Quarantänemassnahmen

Dieser Krankheitserreger, der Phytophthora ramorum, hat in Kalifornien in einem Gebiet von über 650 Kilometer Länge ein Baumsterben verursacht. Das Baumsterben ging unter dem Namen «Sudden Oak Death», oder «Plötzlicher Eichentod», in die Annalen ein. 2001 wurde dieser Erreger von der Europäischen Pflanzenschutzorganisation auf die Warnliste gesetzt. Befallsverdächtige Pflanzen müssen in der Schweiz dem Eidgenössischen Pflanzenschutz gemeldet werden.

Ob der Erreger sich wie in den Staaten auch in Europa so rasch ausbreiten kann, ist noch nicht abschätzbar. Es gelten strenge Quarantänemassnahmen, weil der Krankheitserreger nur mit grossem Aufwand ausgerottet werden kann. Wäckerle wendete sich an die Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). Nach einem Augenschein vor Ort wird die Forschungsanstalt ab Frühling Bohrungen vornehmen, um den Erreger mit Baum- und Bodenproben genauer zu bestimmen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch