Richterswil

Hinter dem Herbstnebel verbirgt sich das Licht des Lebens

Die Künstlervereinigung «Kunst Du?» hat sich mit dem Thema Nebel, Licht und Leben auseinandergesetzt. Die Ausstellung im Ortsmuseum zeigte die höchst verschiedenartigen Interpretationen.

Die Kunstschaffenden der Vereinigung «Kunst Du?» haben im Ortsmuseum ausgestellt.

Die Kunstschaffenden der Vereinigung «Kunst Du?» haben im Ortsmuseum ausgestellt. Bild: Patrick Gutenberg

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Bunte Seerosenblätter, modern-schlichte Engel oder rot glitzernde Stickereien: Das klingt nicht, als gäbe es da etwas Verbindendes. Aber: Tatsächlich eint die drei Dinge mehr, als man zunächst annehmen würde. Zum einen machen sie alle ein Kunstwerk aus Richterswiler Händen aus. Und als solche waren die Bilder, die Glasfiguren und die weiteren Stücke während der vergangenen vier Tage im Ortsmuseum zu sehen. Dies im Rahmen der Ausstellung der örtlichen Künstlervereinigung «Kunst Du?», die sich letztes Jahr gegründet hatte und nun ihre vierte Aktion durchführte.

Zum anderen verband die Exponate bei aller Verschiedenartigkeit in Form, Stil und Material etwas Weiteres: Das Thema. «Kunst im Nebel, Leben im Licht» lautete jenes, das sich die zehn Künstler selber zur Aufgabe gesetzt hatten.

Alles Hobbykünstler

«Wir wollten deutlich machen, dass hinter dem Grau des Novembers viel Farbe und Leben verborgen sind», erklärte Maja Dürst. Die Textilkünstlerin hatte etwa einen ihrer drei Wandquilts aufwendig mit Musiknoten durchsetzt – und mit dem eingangs erwähnten roten Glitzerfaden auf schwarzem Grund. «Der Verweis auf die Musik und das Rot sollen das Leben neben der Schwere des Schwarzen symbolisieren», erklärte sie. Wie alle ihre Kollegen von «Kunst Du?» geht sie ihrer Kunst als langjähriges Hobby nach. Sie macht dies seit gut 40 Jahren – wie auch Alain Desarzens. Dieser stellte zwei Viererserien von Holzschnitten aus. In der einen hatte er Seerosenblätter, in der anderen die Richterswiler Seepromenade auf farbenfrohe Weise verarbeitet – der Aspekt des Lebens im Spiegel der Buntheit stand bei ihm also im Vordergrund.

Demgegenüber fielen die Acrylbilder von Tono Schindler durch die Dominanz von Grau und Weiss auf. Jedoch: bei genauerem Hinsehen offenbarten sie grössere und kleinere bunte Flecken. «Auch wenn es im November grau scheinen mag, verbirgt sich hinter dem Trüben viel Leben», erläuterte er; mit einem Gedicht hatte er seine Gedanken zusätzlich festgehalten. Im mehrschichtigen Auftragen von Farbe war auch Margit Schmitz dem Thema auf die Spur gekommen. «Bei mir geschieht alles immer sehr intuitiv und oft als Experiment», sagte sie, deren abstrakte Werke grosse Leuchtkraft aufwiesen. Dezenter kamen da zwar die Glasengel von Cathrin Blume daher. Doch ihre farblich je anders ausgestaltete Musterung machte sie gleichsam zu zarten Vermittlern zwischen dem Licht und der Erde.

Leidenschaft greifbar

Und so brachte die Ausstellung nicht nur faszinierende Einsichten in ganz unterschiedliche Inspirationswelten, die die Künstler denn auch den Besuchern erklärten und dabei ihre Leidenschaft greifbar machten. Es zeigte sich auch, wie in der Vereinigung harmonisch und unelitär die verschiedenen Kunstdisziplinen nebeneinander ihren Platz haben.

Erstellt: 01.12.2019, 17:13 Uhr

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