Wädenswil

Giessen-Halbinsel erwacht vollends aus dem Dornröschenschlaf

Die Grundeigentümerin Peach Property Group startet die zweite grosse Bauetappe auf der Halbinsel Giessen. Es entsteht ein neues Quartier mit gehobenen Wohnungen. Die Öffentlichkeit erhält einen neuen Seezugang.

Vor dem bestehenden und geschützten Maillard-Gebäude mit angebautem Kesselhaus ist ein öffentlicher Platz vorgesehen.

Vor dem bestehenden und geschützten Maillard-Gebäude mit angebautem Kesselhaus ist ein öffentlicher Platz vorgesehen. Bild: PD

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Die frühere Industrie-Halbinsel Giessen erwacht endgültig aus dem Dornröschenschlaf. Seit 20 Jahren besteht ein gültiger Gestaltungsplan für das Areal, auf dem einst die Tuchfabrik Pfenninger Stoffe produzierte. Erstellt hat die Grundeigentümerin, die Peach Property Group, die erste Etappe, den Neubau Beach House mit 23 Eigentumswohnungen, auf einem freien Gelände.Die Projekte für den grossen Rest der 30 000 Quadratmeter grossen Halbinsel kam hingegen ins Stocken. Baulich ging seit Jahren nichts mehr und der Zahn der Zeit nagte weiter an den historischen Gebäuden.

Nun aber folgt die zweite Entwicklungsetappe. Die Peach Property Group hat ein Baugesuch eingereicht. Die Bauherrin will die beiden geschützten Gebäude Maillard und Kölla zu Wohn- und Gewerbebauten umnutzen und zwei neue Wohnhäuser erstellen.

Auch die Öffentlichkeit profitiert vom Projekt. So werden ein öffentlicher Seezugang sowie ein zentraler Platz mit Café und Geschäften geschaffen. Weil eine unterirdische Parkierungsanlage gebaut wird, kann das Areal verkehtrsberuhigt gestaltet werden. Und der Reidbach, der zurzeit nicht sichtbar ist, erhält ein neues Bett und wird offengelegt. Er wird einst zwischen den bestehenden Kosthäusern in den Zürichsee fliessen.

45-Millionen-Projekt

Das Bauprojekt sticht alleine wegen seiner Grösse und privilegierten Lage am See heraus. Es entstehen 56 Eigentumswohnungen mit 2,5 bis 6,5 Zimmern auf Flächen zwischen 50 und 275 Quadratmetern. Die Baukosten schätzt die Eigentümerin gemäss Baugesuch auf 43 Millionen Franken. Die Umgebungsarbeiten kosten weitere 2,4 Millionen Franken. Ganze drei Jahre werden benötigt, um das neue Quartier ausgangs Wädenswil zu erstellen. Baubeginn ist für anfangs 2020 angesetzt.

Bis vor Bundesgericht

Peach Property-CEO Thomas Wolfensberger sagt zum Baugesuch: «Wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Jetzt freuen wir uns, dass es soweit ist.» Tatsächlich ist der ursprüngliche Zeitplan völlig überholt. Die Bauherrin und der Heimatschutz stritten bis vor Bundesgericht über den Erhalt der Zeugen der Industriezeit.

Vor bald zwei Jahren kam dann der Durchbruch und die Parteien haben gegenseitige Zugeständnisse gemacht. So wurden die Kosthäuser aus dem kommunalen Inventar entlassen. Sie sind aber nicht Teil des aktuellen Baugesuchs. Andererseits verpflichtete sich die Peach Property Group, geschützte Teile wie das Waschhaus beizubehalten und in das neue Umfeld einzugliedern.

Platz mit Café und Galerien

Die Bahngleise trennen die Giessen-Halbinsel vom Wädenswiler Festland ab. Sie ist bis auf den Seeweg, der quer über die Halbinsel führt, für die Bevölkerung auch nicht öffentlich zugänglich. Mit der zweiten Bauetappe öffnet sich die Giessen-Halbinsel nun weiter. So ist — vom See etwas zurückversetzt — ein zentraler öffentlicher Platz beim Maillard-Bau geplant. Zu dieser früheren Wollweberei gehört auch ein Hochkamin, der erhalten bleibt. Gemäss Bauprojekt wird es an diesem Platz Gewerbeflächen geben, die beispielweise von Cafés, Ateliers und Galerien genutzt werden sollen.

Auch die Zugänglichkeit für die Öffentlichkeit wird verbessert. Heute müssen die Fussgänger hoffen, dass die Barriere offen ist oder sonst die enge Bahnunterführung benutzen. Künftig können sie für die Überquerung der Gleise die bestehende Passerelle zwischen den beiden Fabrikgebäuden mit Blick auf den Zürichsee nehmen. Die Passerelle wird behindertengerecht mit je einem Lift auf beiden Seiten ausgerüstet, wie Thomas Wolfensberger ausführt.

Grösserer Mix

Die Eigentumswohnungen der zweiten Etappe haben einen gehobenen Ausbaustandard. Sie werden nicht mehr so exklusiv ausfallen wie die 23 Wohnungen im Beach House. Ein Wellness-Bereich beispielsweise ist nicht mehr vorgesehen. «Die Lage ist exklusiv», sagt Thomas Wolfensberger. Im Gegensatz zum Beach House führe in diesem Bereich kein Seeweg mehr vor den Häusern durch.

Man habe auf einen guten Mix geachtet, führt Thomas Wolfensberger weiter aus. Das Projekt soll Kunden jeden Alters und sowohl lokale Bewohner wie Neuzuzüger ansprechen. Mit den Gewerbeflächen im Maillard-Bau werde der industrielle Charme erhalten. Gleichzeitig werde der zentrale Platz zum Leben erweckt. Wie teuer die Wohnungen werden, könne er noch nicht sagen. Man werde auf ein attraktives Preisgefüge für Wohneigentum am See achten, sagt der CEO.

(Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.05.2018, 15:49 Uhr

Bauprojekte auf der Giessen-Halbinsel

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