Schifffahrt

Die Insel der Stille erstrahlt in neuem Glanz

Am Karfreitag hielt erstmals seit anderthalb Jahren wieder ein Kursschiff auf der Insel Ufenau. Die Insel war wegen Umbau- und Renovationsarbeiten seit April 2016 gesperrt gewesen. Die ZSZ war bei der Wiedereröffnung der Insel mit dabei.

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Die Entdeckungstour beginnt bereits am Schiffssteg in Horgen. Eine Handvoll Leute starrt erwartungsvoll in den dichten Nebel. Nur das entfernte Hupen deutet darauf hin, dass hier bald ein Schiff andockt. Ansonsten ist ausser einer weissen Nebelwand nicht viel zu erkennen. Erst kurz vor dem Steg taucht das Zürichsee-Kursschiff aus dem Nebel auf.

Kein Fünfliber zeigt bereits Wirkung

Trotz des Wetters haben es sich einige Passagiere nicht nehmen lassen, am Karfreitag eine Fahrt auf dem Zürichsee zu unternehmen. Für viele hat die Abschaffung des Schiffsfünflibers den Ausschlag gegeben, weshalb sie an diesem Feiertag für ihre Reise den Seeweg benutzen.

Auch Christoph Rohner aus Kilchberg hat sich relativ spontan dazu entschlossen, mit seinem dreijährigen Sohn Tim mit dem Schiff nach Rapperswil zu reisen. «Früher haben wir oft solche Fahrten unternommen, seit der Einführung des Schiffsfünflibers sind diese jedoch weniger geworden», sagt er. Er gäbe den Fünfliber in Zukunft aber sicher vermehrt für ein Getränk oder einen Snack aus, sagt Rohner.

Nur wenige wagen ­Entdeckungsspaziergang

Die mystische Stimmung, die aufgrund des Nebels auf dem See entsteht, passt irgendwie zu ­dieser besonderen Schiffsfahrt. Denn das Kursschiff, das von Zürich aus nach Rapperswil fährt, ist das erste seit anderthalb Jahren, das die Insel Ufenau zwischen Rapperswil und Pfäffikon wieder ansteuert. Seit dem 29. April 2016 war die Insel der Stille, die sich im Besitz des Klosters Einsiedeln befindet, nämlich aufgrund von Umbau- und Renovationsarbeiten gesperrt. Neben den aufwendigen Arbeiten am 300 Jahre alten Gasthaus zu den zwei Raben wurden eine WC-Anlage, ein Technikbau sowie ein Grillstand erstellt – allesamt auf den Grundrissen von Vorgängerbauten.

Dass die Insel Ufenau ab diesem Tag wieder geöffnet ist, ist Christoph Rohner neu. Damit ist er nicht allein. Viele der Passagiere horchen auf, als der Halt bei der Insel Ufenau angekündigt wird. Einige verlassen das warme Innere des Schiffes, um ein Foto der Insel zu schiessen, die langsam aus dem Nebel auftaucht. Von Bord gehen wollen jedoch die wenigsten.

Kurz vor der Insel lichtet sich der Nebel und es lässt sich sogar ein Streifen blauer Himmel direkt oberhalb der Insel erkennen. «Das ist doch schon mal ein gutes Zeichen», sagt Verena Dülly, eine der rund zehn Passagiere, die auf der Insel Ufenau von Bord gehen. Dass sie ausgerechnet auf dem ersten Schiff war, dass die Ufenau wieder ansteuert, sei ihr nicht so wichtig, sagt die Stäfnerin. «Ich wollte die Insel jedoch unbedingt nochmals sehen, bevor ich längere Zeit ins Ausland gehe», sagt sie. Sie sei vor der Umbauphase oft hierhergekommen, um mit ihrem Hund um die Insel zu spazieren. «Die ruhige Atmosphäre, welche die Insel ausstrahlt, hat für mich etwas Einzigartiges», sagt Dülly. Nirgendwo sonst lasse sich dem Vogelgezwitscher so gut lauschen wie auf der Insel der Stille.

Renovationsarbeiten stossen auf Anklang

Die Besucher heissen die Renovationsarbeiten allesamt gut. Besonders die neue WC-Anlage zieht viele Blicke auf sich. Einer, der besonders genau hinschaut, ist Markus Roesli. Keine Holzschindel scheint seinem prüfenden Blick zu entkommen.

Der Niederweninger, der zum letzten Mal vor über vierzig Jahren auf der Ufenau zu Besuch war, hat gemeinsam mit seiner Frau einen ziemlichen Weg auf sich genommen, um bei der Wiedereröffnung der Insel dabei zu sein. Und das hat einen guten Grund: «Mein Schwager war verantwortlich für die Schindelarbeit an der WC-Anlage», sagt Roesli. Die WC-Anlage, welche vor dem Umbau ein Schopf war, ist komplett mit Holz geschindelt, um möglichst authentisch zu wirken. Markus Roesli ist mit der Arbeit seines Schwagers sehr zufrieden. «Aber ich musste mit eigenen ­Augen überprüfen, ob er keinen Seich gemacht hat», scherzt er.

Auch die Restauration des Gasthauses inklusive des Anbaus ist in Roeslis Augen gelungen. «Jetzt lässt sich nur noch hoffen, dass auch die Gastwirtschaft überzeugen kann», sagt er. Das Haus zu den zwei Raben ist ab dem 23. April wieder für Gäste geöffnet. Dann geben die Wirte Rösli und Beat Lötscher, die seit 2007 das Restaurant führen, ihr Comeback auf der Ufenau. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 31.03.2018, 17:50 Uhr

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