Kilchberg

Die Grossmutter aller Feuerwehrautos fuhr ans Oldtimer-Treffen vor

Die Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon hat an ihrer jährlichen Hauptübung mit einer zusätzlichen Attraktion aufgewartet: Oldtimer-Feuerwehrautos bildeten einen eigenen Fuhrpark.

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Das Gefährt von Wachtmeister Patrick Bisig von der Feuerwehr Einsiedeln hat am Samstagvormittag auf seiner Fahrt nach Kilchberg wohl viele bewundernde Blicke auf sich gezogen. Nun steht das Feuerwehrauto auf dem Schulhausareal an der alten Landstrasse. Es ist ein Oldtimer, Jahrgang 1930, das älteste Modell auf dem Platz.

«Üser’s Grosi» steht auf einem Plakat an der Frontscheibe im Einsiedler Dialekt geschrieben. «Das nicht synchronisierte Getriebe macht das Fahren nicht einfach» sagt Bisig. Aber Grosi ist noch gut im Schuss. «Auf gerader Strecke fährt das Auto locker 70 km/h». Das Auto werde auch hier bestaunt, sagt er.

Grosi gehört zu den rund 20 «Oldies», deren Ausstellung Ernst Zaugg organisiert hat. Alle Besucher sind per du mit dem Mann, der sich um die Feuerwehr grosse Meriten erworben hat. Er war Ausbildungschef der Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon, kantonaler Kursleiter und Bezirkspräsident der Feuerwehr Horgen, um nur einige seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten zu erwähnen. «Das OK bildete der Klub Chevi 64», sagt er und zeigt auf ein einstiges Modell der lokalen Feuerwehr, einen Chevrolet Baujahr 1964, der in unmittelbarer Nähe zur Festwirtschaft steht.

«Es sind private Leute, die diese Feuerwehr-Oldtimer pflegen und hegen und Sponsoren für den Erhalt und Erneuerungen suchen.» Zaugg hat einige dieser Organisationen angeschrieben und Liebhaber der Autos aus Thalwil, Richterswil, Uster, Luzern, Einsiedeln und der Stadt Zürich sind seiner Einladung gefolgt.

Realitätsnahe Übungen

Von Zürich sind zwei Saurer-Diesel-Löschfahrzeuge nach Kilchberg gefahren. Sie sind von der städtischen Feuerwehr eigens für die Schweizerische Landesausstellung 1939 auf der Landiwiese gekauft worden. In doppelter Besetzung sind ebenso Fahrzeuge der legendären Marke Magirus-Deutz vertreten, die einst in Luzern zum Einsatz kamen. Eine Besonderheit ist das Fahrzeug, das Taxifahrten nach Rüschlikon und retour ermöglicht.

Der Fahrer aus den Reihen des Vereins Packard 33 benutzt dazu eine Limousine, Baujahr 1933, der US-Marke Packard, die einem Richterswiler Fabrikanten gehörte. Die Feuerwehr Richterswil hatte das Gefährt im Jahr 1948 erworben und es zu einem Feuerwehrauto umgebaut.

«Wir wollten mit der Oldtimer-Ausstellung auch Leute für die jährliche Hauptübung der Feuerwehr Kilchberg-Rüschlikon anlocken», sagt Zaugg. Der Zweck wird erfüllt: Bei Hälfte der Ausstellungszeit haben sich bereits rund 300 Schaulustige eingefunden. Die Miliz-Feuerwehrmänner und -Frauen zeigen denn auch ihr Können vor beachtlicher Kulisse. Dabei wird beim Gemeindehaus eine Rauchentwicklung supponiert. Nun fahren zeitgemässe Feuerwehrautos vor, so wie das Gefährt mit der Drehleiter, das 2015 erworben worden ist und der Personentransporter mit Atemschutz.

Die Rettung von acht «vermissten» Personen aus dem 1. und 2. Stock wird simuliert. Auch das zweite Üben des Ernstfalls auf dem Schulhausareal verläuft realitätsbezogen. Ausgegangen wird von einem Unfall, in den zwei Autos verwickelt sind. Eine Person ist verletzt, das zweite Auto verliert eine zunächst unbkannte Flüssigkeit. Die Übungsleiter Benni Burri und Mathieu Jariod sind bei der Nachbesprechung mit dem Verlauf der Übungen sehr zufrieden.

Erstellt: 20.10.2019, 16:36 Uhr

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