Wädenswil

Die ganz normal andere CD-Taufe

Andrew Bond hat mit Jugendlichen der Stiftung Bühl Lieder übers Anderssein aufgezeichnet. Gestern wurde die CD getauft.

Andrew Bond und Jugendliche der Stiftung Bühl feiern ihre gemeinsam produzierte CD

Andrew Bond und Jugendliche der Stiftung Bühl feiern ihre gemeinsam produzierte CD "En Tag im Gäbe vom Anders Andersson". Bild: David Baer

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Die Idee, mit Kindern, die mit einer Beeinträchtigung leben, eine CD zu produzieren, ist für ihn nicht neu. «Es ist ein Herzensprojekt, das ich seit Jahren mit mir herumtrage», sagt Andrew Bond. Vergangenen Sommer sah der Liedermacher einen Auftritt des Oberstufenchors der Stiftung Bühl, wo die Idee schärfere Konturen annahm. Bereits im Herbst begann er mit den Aufnahmen, unter anderem begleitet von 17 Jugendlichen vom Bühl.

Musik als Therapie

Entstanden ist die CD «En Tag im Läbe vom Anders Andersson». Sie enthält heilpädagogisch ausgerichtete Lieder und beleuchtet Alltagsthemen wie das Duschen, das Anziehen, Händewaschen, das Begrüssen, Stoppsagen und Partyfeiern. Im Zentrum steht das Anderssein, das mit dem Liedtitel «Andersch sii isch ganz normal» auf den Punkt gebracht wird. Mit der Figur Anders Andersson möchte Bond allen ein Instrument in die Hände geben, die mit Musik arbeiten. Er ist überzeugt, dass die Auswirkungen der Musik noch immer unterschätzt werden: «Unsere Gesellschaft weiss noch viel zu wenig, was für eine therapeutische Rolle Musik spielen kann.» Bonds neuste CD soll aber nicht nur ein Instrument sein, sondern die Aufmerksamkeit auch auf jene richten, die in der Gesellschaft etwas schwächer sind.

Fröhliche CD-Taufe

Die gestrige CD-Taufe im Beisein Andrew Bonds, der Jugendlichen sowie ihrer Betreuerinnen fand in einer fröhlichen und ausgelassenen Atmosphäre statt. Die Jugendlichen hörten die Aufnahmen zum ersten Mal und reagierten begeistert. Viele sangen lautstark mit, manche schaukelten gemeinsam hin und her, einige tanzten. «Ich finde es gut, dass wir eine CD gemacht haben und mit einem berühmten Kindersänger mitsingen durften», sagt Monika. Lucas wollte während der Proben nicht immer mitsingen, dann habe er einfach eine Pause gemacht. Das Singen habe ihm aber dennoch Spass gemacht. Vor allem das Lied «Händ wäsche», das sei sein Lieblingslied. Dem pflichtet Zilan bei, auch ihr gefällt «Händ wäsche» am besten. Asha hebt einen anderen Aspekt hervor: «Das Beste waren die Brötchen, die wir nach der Probe von Andrew erhalten haben.» Und David und Vanessa betonen, dass ihnen einfach das Singen am besten gefallen habe. Die Jugendlichen der Stiftung Bühl, die alle mit einer Beeinträchtigung leben, erhielten eine CD, die ihnen der Liedermacher unterschrieb, danach verköstigten sie sich bei einem Apéro mit Chips, Popcorn und Gummibärchen.

Unkomplizierte Produktion

Die Aufnahmen für die CD seien «von extremer Intensität» gewesen, so Bond, und ohne Schwierigkeiten verlaufen. Seine grösste Sorge sei gewesen, dass die Jugendlichen nicht gleichzeitig singen würden, was das Verstehen des Texts auf der CD praktisch verunmöglicht hätte. Diese Angst erwies sich jedoch zu Bonds grosser Freude als unbegründet. Der Wädenswiler Liedermacher hat bereits Folge-CDs mit der Figur Anders Andersson im Hinterkopf. Die Lieder der zweiten CD werden sich um den Spitalaufenthalt drehen und sich Pflastern, Spritzen, den Antibiotika und der Langeweile widmen, in einer weiteren Produktion möchte er das «andersartige» Unterwegssein in den Fokus stellen.

(zsz.ch)

Erstellt: 14.01.2017, 10:28 Uhr

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