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Demenzkranken mit Freude und Humor begegnen

«Engagement mit Leidenschaft – Angehörige von demenziell Erkrankten» hiess die Informations­veranstaltung, zu der die Stadt Wädenswil eingeladen hatte. Dabei kamen Repräsentanten vieler Institutionen mitAngehörigen der Krankheitins Gespräch.

Christina Krebs, Geschäftsleiterin der Alzheimervereinigung Kanton Zürich, plädiert für eine demenzfreundliche Gesellschaft.
Christina Krebs, Geschäftsleiterin der Alzheimervereinigung Kanton Zürich, plädiert für eine demenzfreundliche Gesellschaft.
Sabine Rock

«Sechzig Prozent der Alzheimerpatienten leben in der Schweiz zu Hause», informierte Christina Krebs, Geschäftsleiterin der Alzheimervereinigung Kanton Zürich. Sie hielt vorgestern das Einstiegsreferat über Demenz in der Rosenmatt in Wädenswil. Das seien im Kanton rund 17 000 Menschen, die in den eigenen vier Wänden und im öffentlichen Raum Verständnis bräuchten.

Oft vergessen werden dabeidie betreuenden Angehörigen. 73 Prozent von ihnen sind Frauen: Partnerinnen, Töchter und Schwiegertöchter müssen zurechtkommen, wenn Probleme mit Rollenwechsel, Depressionen, Anschuldigungen, Aggressionen, Schuldgefühlen, fehlender Kommunikation oder Weglaufgefahr der Patienten belasten. Es ist daher kein Wunder, wenn Angehörige oft am Anschlag sind.

Laut der Referentin ist es wichtig, dass eine «demenzfreund­liche Gesellschaft» entsteht. Sie rechnet damit, dass die Probleme aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren noch grösser werden.

Nötiges durchsetzen

Christina Krebs plädierte für einen kreativen und respektvollen Umgang mit betroffenen Menschen. Es gelte, die Lebensqualität, etwa durch positive Emotionen wie Freude und Humor wie auch Zugehörigkeit, zu fördern.

An Demenz erkrankte Menschen müssten zwar nicht übermässig beschützt werden, aber Nötiges müsse konsequent durchgesetzt werden. So sei Autofahren vielleicht aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Ob ein Patient aber mit dem Wintermantel statt mit der Regenjacke herumlaufe, sei hingegen nicht matchentscheidend. Fremdbetreuung werde von Demenzerkrankten meistens gut akzeptiert, was Angehörige entlaste.

Hilfreich sei, so die Referentin, Freunden und Bekannten mitzuteilen, dass Demenz vorliegt. Damit kann oft verhindert werden, dass es zum Abbruch der Kontakte kommt und sich Vereinsamung einstellt. Ein Problem ist die Stigmatisierung durch die Krankheit und die noch unzureichende gesellschaftliche Unterstützung.

Sandra Schäppi, die im Auftrag der Stadt Wädenswil die Infostelle Pflege und Betreuung führt, leitet seit zwei Jahren auch die Gruppe «Pflegende Angehörige». Dabei hört sie oft, dass die Pflegeversorgung mithilfe von Spital, Heimen und Spitex funktioniere, die Angehörigen sich mit den Patienten aber sozial isoliert fühlten. So initiierte die Pflegefachfrau diese Veranstaltung in Wädenswil, um für die Probleme zu sensibilisieren und Kontakte zwischen Fachleuten und betroffenen Angehörigen zu ermöglichen.

An der Veranstaltung waren neben der Geschäftsführerin der Alzheimervereinigung Kanton Zürich auch Vertretungen der Pro Senectute Kanton Zürich, des Alterszentrums Frohmatt und des Spitex-Vereins Wädenswil anwesend. Auch die Seniorenbetreuung Home Instead, die Stadt und die Reformierte Kirchgemeinde Wädenswil sowie die Präventionsabteilung der Kantonspolizei Zürich waren vor Ort.

Möglichst lange zu Hause

Sozialvorsteherin Astrid Furrer sprach sich für die Stärkung der Angehörigen aus, weil damit die an Alzheimer Erkrankten länger zu Hause bleiben könnten. In der Regel entspreche das dem Wunsch aller Beteiligten. Yvonne Sifrig, Bereichsleiterin Pflege und Betreuung in der Frohmatt, ergänzte: «Es ist alles hilfreich, was hilft, dass die Krankheit Demenz in der Gesellschaft weniger tabuisiert wird.»

Orientieren konnten sich die Gäste weiter anhand von Infomaterialien. Vor dem Kirchgemeindehaus befanden sich das Info­mobil der Alzheimervereinigung Kanton Zürich sowie das Präventionsmobil der Kantonspolizei. Beim Austausch mit den Fachkräften kamen konkrete Situationen aus dem Alltag zur Sprache, etwa wie weglaufgefährdete Menschen besser geschützt werden können.

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