Thalwil

Das Ortsmuseum soll reorganisiert werden

Aktuell wird die Zukunft des Ortsmuseums diskutiert. Ein nun wieder vollständiger Stiftungsrat und ein Projekt der Gemeinde sollen Lösungen bringen. Ob die beiden dasselbe wollen, ist allerdings noch unklar.

Der Gemeinderat und die Stiftung Ortsmuseum suchen Lösungen für die Zukunft des Thalwiler Museums.

Der Gemeinderat und die Stiftung Ortsmuseum suchen Lösungen für die Zukunft des Thalwiler Museums. Bild: Sabine Rock

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Das Ortsmuseum hat eine bewegte Zeit hinter sich: Die letzten zwei Jahre brodelte es im Stiftungsrat Ortsmuseum. Auslöser für den Knatsch unter den Mitgliedern waren vor allem die fehlenden finanziellen Ressourcen. Es wurde aber auch Kritik am Präsidenten Peter Jäger laut, ihm würde es an Aktionismus fehlen um etwas an der Lage zu ändern. Jäger bestätigte im November gegenüber dieser Zeitung, dass es zu Differenzen innerhalb des Stiftungsrats gekommen sei. Er berichtete auch,dass der Gemeinderat dazu auffordere, dass der Stiftungsrat im Bereich des Fundraising aktiv werde. Letzten November dann traten drei der sechs Vorstandsmitglieder zurück.

Seit Anfang Jahr bietet das Ortsmuseum an der Alten Landstrasse 100 nun keine Sonderausstellungen mehr an. Der Stiftungsrat Ortsmuseum würde sich im ersten Halbjahr 2019 vornehmlich der Reorganisation des Museums widmen, heisst es auf der Website. Erst im Juni werden die Museumsräume während der Kulturtage wieder in Szene gesetzt.

Gemeinderat überprüft Zukunft des Museums

Um eine Lösung für das Ortsmuseum zu finden, beschloss der Gemeinderat als Aufsichtsbehörde unter dem Vorsitz von Gemeinderat Hanspeter Giger (GLP), über die Bücher zu gehen. Dass Thalwil ein Ortsmuseum haben soll, das steht für Giger nicht zur Diskussion: Die Frage ist, wer die Organisation der Ausstellungen übernehmen soll. «Der Stiftungsrat hat uns in den letzten zwei Jahren vermehrt gesagt, dass er nicht mehr in der Lage sei, das Ortsmuseum zu betreiben und wechselnde Ausstellungen zu organisieren», berichtet Giger. Deswegen prüfe der Gemeinderat nun Alternativen. «Es geht darum herauszufinden wer, wie und zu welchem Budget künftig Wechselausstellungen im Ortsmuseum durchführen soll.» Mit anderen Worten: Es ist möglich, dass ein neuer Akteur die Aufgaben übernimmt. Der Stiftungsrat habe die Ausstellungen in den letzten Jahren dankenswerterweise übernommen, berichtet Giger.

Gemäss seinen Statuten sei er jedoch einzig damit beauftragt,eine Dauerausstellung einzurichten und museale Gegenstände zu sammeln und zu inventarisieren.In der Stiftung scheint man aber mittlerweile anderer Meinung zu sein, als noch vor wenigen Monaten.

Neuer Anfang mit neuem Vorstand

«Mein Ziel ist es, ab diesem Herbst wieder regelmässig Veranstaltungen zu organisieren», sagt Präsident Peter Jäger. Vorläufig müssten diese zwar in einem kleineren Umfang stattfinden als früher, könnten mit der Zeit jedoch wieder ausgebaut werden. Gemeinsam mit der Dauerausstellung erhoffe man sich so die gewünschte Besuchermenge von 1000 bis 1500 Personen im Jahr zu erreichen.Dass diese Einstellung jener der letzten Jahre widerspricht, erklärt Jäger durch die neue Zusammensetzung des Vorstands. Seit wenigen Tagen ist dieser nämlich wieder vollzählig. Im Winter stiess Sylvia Müller als Delegierte des Verschönerungsvereins Thalwil dazu, diese Woche füllte Erika Habermacher als Delegierte des Gemeinderats den fünften vakanten Sitz, den der Vorstand gemäss Statuten haben muss. «Der Entscheid, auf Wechselausstellungen zu verzichten, fiel unter dem alten Vorstand», sagt Jäger. «Jetzt haben wir Energie für den Neustart.»

Der Präsident nimmt die an seine Person gerichtete Kritik ernst und will aktiv gegen die knappen Finanzen vorgehen. «Wir wollen die Gelder, die wir von der Gemeinde erhalten, durch selber generierte Einnahmen ergänzen», berichtet Jäger.

Pfister-Areal soll belebter werden

Aktuell wird nicht nur die inhaltliche Ausrichtung des Museums diskutiert, sonder auch die Zukunft des Pfister-Areals, auf dem sich das Ortsmuseum befindet. Der Gemeinderat hat es sich als Legislaturziel gesetzt, ein Nutzungskonzept für das Grundstück zu erstellen. «Wir wollen das bestehende Gelände besser ausnutzen, damit das Areal belebter wird», sagt Hanspeter Giger. Dazu gehört eventuell auch eine Umnutzung der Zimmer im ersten Stock des Museums. Der Stiftungsrat habe die Gemeinde vor einiger Zeit darüber informiert, dass sie sich auf die Räumlichkeiten im oberen Stock konzentrieren wollen.

Doch auch diesen Entscheid will der Stiftungsrat gemäss seinem Präsidenten nochmals überdenken. «Am 11. April besichtigt der neue Stiftungsrat die Räume und stimmt darüber ab, ob und wie diese genutzt werden sollen», sagt Jäger.

Erstellt: 16.03.2019, 09:04 Uhr

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