Au

Bewohner der Au wünschen sich besseren Zugang zur Halbinsel

Wie soll die Landschaft in der Au besser erlebbar und naturnaher gestaltet werden? Darüber diskutierten der Verein Zürichsee Landschaftsschutz, ein Stadtrat und Direktbetroffene an einem Anlass.

Die Landschaft der Au soll naturnaher gestaltet werden.

Die Landschaft der Au soll naturnaher gestaltet werden. Bild: Manuela Matt

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Es ist eine Herausforderung, dass das Ökosystem rund um den Zürichsee bei der ständigen Verdichtung im Gleichgewicht bleibt: Davon ist der «Schilfröhrliclub», wie der Verein «Zürichsee Landschaftsschutz» (ZSL) liebevoll genannt wird, überzeugt. Er legt die Hände aber nicht in den Schoss, sondern legt konkrete Konzepte vor.

Der «Zürichsee Landschaftsschutz» ist mit dem Projekt «Erholungslandschaft Zürichsee» an acht verschiedenen «Fokus-Räumen» rund um den See präsent. Dies erläuterte ZSL-Präsident Thomas Isler am Samstag an einer Veranstaltung mit informierenden Stellwänden vor dem Schulhaus Steinacher.

Landschaft für eine Stunde

Im Fokus steht auch die Stadt Wädenswil. Hier könnte die «Landschaftszunge» vom Langacher bis hinunter zum «Biodiversitätshotspot Au» noch naturnaher gestaltet werden. Isler wie auch Projektleiter Joachim Kleiner, ebenfalls ZSL-Vorstandsmitglied, beriefen sich dabei auf eine Studie, die das Zürcher Planungs- und Beratungsunternehmen Quadra im Auftrag des Schilfröhrliclubs verfasst hat.

In der Arbeit wird einerseits auf die landschaftlichen Besonderheiten in Wädenswil, etwa auf die grossen Bestände an Hochstammobstbäumen, verwiesen. Diese könnten noch vermehrt in den Landschaftsschutz an den Siedlungsrändern einbezogen werden. Ziel ist, der Bevölkerung eine «Landschaft für eine Stunde» anzubieten: Damit gemeint ist ein gut zugänglicher Raum, in welchem die Anwohner Landschaft und Natur erleben und sich auch auf einem kurzen Spaziergang vom Hang zum Seeufer oder umgekehrt bewegen können.

Den Prozess in Gang setzen

Ins Gespräch mit den rund 30 Anwohnern und Gästen kam am Anlass auch Heini Hauser, Stadtrat Planen und Bauen. Er sagte: «Die Stadt ist an einer ökologischen Aufwertung in diesem Ortsteil interessiert.» Die Siedlungsränder müssten noch mehr zu einem Naherholungsgebiet werden. Für ihn ist klar, dass sich dabei die verschiedenen Themen Naherholung, Land- und Forstwirtschaft sowie Ökologie sinnvoll ergänzen müssen.

Um gemeinsam einen Weg zu gehen, seien die Vertreter dieser verschiedenen Bereiche wie die Landeigentümer schon früh miteinander ins Gespräch gekommen. Man stehe aber erst am Anfang. Konkreteres könne darum noch nicht kommuniziert werden. Auch über Finanzen wurde nicht gesprochen. Im Moment ginge es darum, einen Prozess in Gang zu setzen.

Problem: Unterführung

Die «Örtler», wie sich die Bewohner dieses Wädenswiler Ortsteils nennen, machten auch rege Gebrauch von der Diskussionsmöglichkeit am Anlass. Bemängelt wurde, dass die Halbinsel und das verträumte «Au-Seeli» nur via Unterführung beim Bahnhof Au erreichbar seien, was einen kurzen Aufenthalt im attraktiven Naherholungsgebiet erschwere. Landwirte und teilweise auch Anwohner zeigten sich kritisch, als von neuen Spazierwegen durch die Landschaft die Rede war. Auflagen gäbe es bereits viele, hiess es. Man müsse auch effizient wirtschaften können.

Mehrere Votanten befürchteten zudem Stress und Rückzug der Waldtiere, wenn unsensibel ausgebaut würde. Urs Hauser, pensionierter Lehrer und Anwohner, plädierte hingegen für anschauliche Naturschauplätze unmittelbar vor der Haustür. Kinder müssten die Möglichkeit haben, draussen in einer attraktiven Landschaft Spannendes zu erleben und Tieren zu begegnen. Betont wurde weiter, dass die Bemühungen für mehr Naturlandschaft zwischen dem Langacher und der Halbinsel Au für die Einheimischen und nicht für Touristen gedacht seien.

Erstellt: 15.09.2019, 18:15 Uhr

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