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Adliswiler Stadtrat besuchte Notunterkunft

Ein EVP-Politiker wollte Missstände im Asylwesen aufdecken. Der Adliswiler Stadtrat hat die Notunterkunft des Kantons daraufhin besucht und nimmt jetzt Stellung zur Kritik.

Der Verein «Wo Unrecht zu Recht wird» prangerte die Missstände in der kantonalen Notunterkunft (NUK) im Adliswiler Quartier Sihlau an. Hier leben zurzeit 118 abgewiesene Asylsuchende. Die Rede war von gesichteten Ratten in der Nähe der Küche, von überschwemmten Sanitäranlagen, Überbelegung, geschlossenen Spielzimmern. Dieser Bericht veranlasste Pascal Engel, Adliswiler EVP-Gemeinderat, zu einer Anfrage an den Stadtrat, mit der er mehr Transparenz in der Asylbetreuung fordert (ZSZ berichtete).

Enge Wohnverhältnisse

Um sich ein Bild der Situation zu machen, besuchten Renato Günthardt, Stadtrat für Soziales, sowie Mitarbeitende der Stadtverwaltung die Anlage. Mängel zu prüfen, sei eigentlich Sache des Kantons, schickt der Stadtrat in seiner nun vorliegenden Antwort voraus.

Denn das kantonale Sozialamt ist für die Führung und Unterbringung zuständig. Anlässlich des Besuchs habe man festgestellt, dass das Spielzimmer geschlossen sei, es werde aber auf Wunsch der Eltern geöffnet. Laut dem Leiter der NUK leben zwar – wie an vielen Flüssen – auch hier Mäuse und Ratten am Sihlufer, sie gelangten aber nicht in die Räume. Ob es in der Vergangenheit zu Überschwemmungen gekommen sei, könne der Stadtrat nicht beurteilen, ist weiter zu ­lesen.

Die Wohnverhältnisse seien zwar eng, aber die Privatsphäre einer Familie werde respektiert – indem etwa im Zimmer einer ­Familie keine fremden Personen einquartiert würden. Küche und Aufenthaltsraum seien geräumig, allerdings erscheine die ­Anzahl von fünf Kochherden als knapp, beobachtet der Stadtrat.

Lange Aufenthalte möglich

Dass die Bewohner der Notunterkunft in Mehrbettzimmern wohnen und sich die sanitären Anlagen teilen, sei für den Stadtrat nachvollziehbar, «da es sich um eine Notunterkunft handelt, in der sich Asylsuchende mit Abweisungsentscheid nur vorübergehend aufhalten». Respektive aufhalten sollten. Denn der Antwort ist zu entnehmen, dass einzelne Kinder jahrelang in der Notunterkunft leben. «Die längste Verweildauer lag bei fünf Jahren.» Gründe gibt es viele: Mal hat der Asyl­bewerber keinen Pass mehr, mal kann sich die Schweiz mit dem Ursprungsland nicht auf eine Rückführung einigen.

Per Ende August haben sich noch 589 abgewiesene Asylsuchende im Kanton Zürich aufgehalten, die nur Anspruch auf Nothilfe haben. Im Vergleich: Ende 2012 waren es noch 1476.

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