Richterswil

Richterswiler gehen vor der Haustüre zu Fuss auf Entdeckungsreise

Im Rahmen des Kulturfestivals Riwo Grenzenlos haben am Wochenende die ersten zwei von fünf Veranstaltungen stattgefunden. Der Postenlauf am Sonntag auf Richterswiler und Wollerauer Gebiet zog vor allem Familien an.

150 Teilnehmer zählte der Postenlauf - hier der Posten beim Ortsmuseum.

150 Teilnehmer zählte der Postenlauf - hier der Posten beim Ortsmuseum. Bild: Manuela Matt

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Pünktlich um 10 Uhr am Sonntagmorgen starten die ersten Teilnehmer den Postenlauf. Beim Start, der sich beim Ruderclub Richterswil befindet, stehen Carole Kambli und Edith Werffeli. Die beiden sind die Köpfe hinter dem heutigen Anlass, der im Rahmen des Kulturfestivals Riwo Grenzenlos stattfindet. Sie überreichen den Teilnehmern eine Karte, auf der alle zehn Posten eingezeichnet sind und erklären ihnen, dass sie an jedem Posten verschiedene Aufgaben lösen müssen.

Die ersten Teilnehmer, das sind Elio (8) und sein elfjähriger Bruder Lucas. Zusammen mit ihren Eltern Alexandra und Patrick Jordil wollen sie den Postenlauf absolvieren. «Mein Club macht hier auch mit», erzählt Lucas. Er ist im Ruderclub und freut sich auf die verschiedenen Aufgaben. «Wir finden es schön, das mit der ganzen Familie zu machen», meint sein kleinerer Bruder. Und los geht’s für die Richterswiler Familie.

Mit offenen Augen im Dorfkern

Jordils haben sich entschlossen, den Postenlauf mit dem letzten Posten zu starten und steuern deshalb den Richterswiler Dorfkern an. Der erste Posten – oder eben eigentlich der zehnte – befindet sich beim Ortsmuseum. Dort wartet schon Hans Streiff vom Ortsmuseum mit zwei Kollegen. Sie freuen sich über die ersten Besucher. «Wir wollen die Richterswiler aber auch Wollerauer sensibilisieren, mit offenen Augen durch unseren wunderschönen Dorfkern zu gehen», sagt Streiff.

Er verteilt Jordils ein Blatt Papier, auf dem fünf verschiedene Häuser und Brunnen abgebildet sind. Sie alle stehen im Richterswiler Dorfkern. Doch wo genau und was es dort zu entdecken gibt, müssen die Teilnehmer nun selber herausfinden. So wollen die Organisatoren etwa wissen, ob der Brunnen bei der Schmiede im 16. Jahrhundert als «Gemeinschaftswerk der Dorfgenossen» erwähnt wurde oder ob Mozart 1775 das Hotzehaus besucht hat. Wer das nicht selber weiss, kann sich an verschiedenen Tafeln, die an den Häusern angebracht sind, informieren und so die richtigen Antworten herausfinden.

Die Familie Jordil beim Postenlauf. Bild: Manuela Matt

Seesicht und ein Gläschen Wein

Ein paar Posten weiter, mit wunderschöner Sicht auf den Zürichsee, warten Alex Müller, Urs Steimen und Peter Haldemann auf die ersten Postenläufer. Sie gehören zur Garde Winzer Wollerau, die ihren eigenen Rebberg Studenbühl bewirtschaftet. Noch diese Woche beginnt die Lese der weissen Trauben, erzählt der Winzer Alex Müller. Zwei Wochen später sind die Blauen dran.

«Dieser Anlass ist eine gute Gelegenheit, uns zu präsentieren und vor allem den Richterswilern einen der schönsten Orte in Wollerau zu zeigen», sagt Präsident Urs Steimen. Von den Teilnehmern wollen die drei Herren wissen, wie viele Stöcke mit weissen und wie viele mit blauen Trauben es im Rebberg hat. Und natürlich kann, wer möchte, auch noch von den hauseigenen Weinen degustieren.

Knapp 400 verfolgten Bootsballett

Carole Kambli und Edith Werffeli zeigen sich am Ende mehr als zufrieden. Kurz vor 14 Uhr waren zwar immer noch viele Teilnehmer unterwegs. Diejenigen, die den Postenlauf aber schon beendet hatten, waren begeistert und voll des Lobes für die Organisatorinnen. Mehr als 150 Frauen, Männer und Kinder aus den beiden Gemeinden nahmen am Anlass teil. Unter ihnen waren laut Edith Werffeli auch viele Neuzuzüger, die die Gelegenheit nutzten, ihre neue Heimat kennenzulernen und sicher auch die eine oder andere neue Bekanntschaft zu schliessen. Alle Generationen waren vertreten, wobei der Anlass vor allem Familien anzog.

Am Tag zuvor fand am See die Eröffnungsfeier der fünfteiligen Veranstaltungsreihe Riwo Grenzenlos statt. Fast 400 Zuschauerinnen und Zuschauer wurden dort gezählt. «Das ganze Seebecken war voll», freut sich Carole Kambli. Etwa 40 Personen auf dem Wasser sorgten mit ihren Pedalos, Ruderbooten, Optimisten, Stand-Up-Paddles und einem Oldtimerholzboot für eine einmalige Ballett-Choreographie. «Mit den ersten beiden Veranstaltungen sind wir sehr zufrieden. Beide wurden besser besucht, als erhofft, und es hat alles geklappt», bilanziert Werffeli.

Erstellt: 15.09.2019, 18:30 Uhr

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