Wädenswil

Die Rolle nicht nur spielen, sondern leben

Das Seniorentheater Etzelbühne feiert am Sonntag Premiere seines Stücks «E gschtöörti Klassezämekunft». Mit dem Kriminal-Lustspiel werden sowohl detektivische Fähigkeiten als auch die Lachmuskeln der Zuschauer gefordert.

Das Seniorentheater Etzelbühne spielt eine Krimikomödie. Am Sonntag ist die Premiere.

Das Seniorentheater Etzelbühne spielt eine Krimikomödie. Am Sonntag ist die Premiere. Bild: Manuela Matt

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Zu seinem 30-Jahr-Jubiläum hat sich das Seniorentheater Etzelbühne Wädenswil einem schwierigeren Stück gewidmet. Ab Sonntag geht es auf Tournee mit dem Kriminal-Lustspiel «E gschtöörti Klassezämekunft» von Marlene Herzog. «Dieses Stück hat sehr viel Text, und die Schauspielerinnen und Schauspieler müssen sich oft bewegen», sagt Josette Gillmann-Mahler. Sie führt bereits seit 15 Jahren Regie bei der Etzelbühne.

Sie war es auch, die das Seniorentheater in der Schweiz vor vielen Jahren gegründet hat. «Mittlerweile haben wir es auch in Deutschland und Österreich weiterentwickelt, vor allem in Deutschland floriert es», erzählt Gillmann-Mahler. Sie sagt: «Theater zu spielen, ist etwas vom Besten im Alter. Es fördert das Gehirn und die Kollegialität, viele werden aus ihrer Einsamkeit herausgerissen.»

Regisseurin verlangt viel

Auch wenn die Schauspielerinnen und Schauspieler im letzten Lebensabschnitt stehen, fordert Gillmann-Mahler viel von ihnen. «Ich arbeite mit ihnen genau gleich wie mit anderen, jüngeren Amateurtheatergruppen.» Vor allem auf die Sprache legt die Regisseurin Wert. Nicht einfach den Text aufsagen, sondern richtig betonen, das ist ihr wichtig. Vor allem an der Betonung muss die Fachfrau mit ihren Schauspielern stark arbeiten. «Ich will, dass sie ihre Rolle nicht einfach nur spielen, sie müssen sie leben. Die Rolle ist wie ein Kleid, das sie sich anziehen.»

Wichtig ist ihr auch, dass sie ihren Spielpartnern auf der Bühne zuhören. Josette Gillmann-Mahler zeigt sich an der Hauptprobe zufrieden mit der Leistung. «Es kann immer besser sein, ganz zufrieden bin ich nie.» Den Frauen und Männern vom Seniorentheater Etzelbühne war es wichtig, ein Stück zu wählen, das zwar unterhaltsam ist, aber nicht unter der Gürtellinie. «Wir wollen zwar das Publikum zum Lachen bringen, spielen aber keinen Schenkelklopfer», stellt Iren Hodel klar.

Sie ist im Vorstandsteam und spielt in diesem Stück die Metzgersfrau Iris Fleischmann. Diese veranstaltet mit zwei alten Schulkolleginnen eine Klassenzusammenkunft im Alpenhotel. Die drei Freundinnen schwelgen in Erinnerungen, es wird von alten Schulschätzen geschwärmt und über andere gelästert.

«Theater zu spielen, ist etwas vomBesten im Alter.»Josette Gillmann-Mahler Regisseurin Etzelbühne

Auch als die restlichen Schulkolleginnen und Kollegen eintreffen, werden alte Erinnerungen aufgefrischt. Als der wenig geliebte Gerry jedoch plötzlich regungslos in der Halle liegt, scheinen alle Anwesenden ein Motiv zu haben, ihn loswerden zu wollen. Da helfen auch die chaotischen Aufklärungsversuche des Polizisten nicht, Licht in diese dunkle Angelegenheit zu bringen. Der detektivische Spürsinn der Zuschauer ist gefragt, und auch die Lachmuskeln kommen nicht zu kurz.

Sonntag, 20. Oktober, 17 Uhr, Premiere. Weitere Vorstellungen in Wädenswil am 22., 24., 27. und 29. Oktober, Etzelstrasse 3, Wädenswil. Das Seniorentheater führt im November verschiedene Gastspiele auf, unter anderem in Meilen, Horgen, Samstagern und Schönenberg. Weitere Infos unter Link

Erstellt: 19.10.2019, 10:01 Uhr

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