Hirzel

Chöre stellen sich Profi-Kritikern

Das Sängerfest des Zimmerbergverbandes findetalle drei Jahre statt. Heuer ­waren der Frauenchor und der Männerchor Hirzel für die Austragung verantwortlich.Elf Chöre reisten am Samstag auf den Hirzel.

Sie zeigen ihr Können am Sängerfest des Zimmerbergverbands: Die Mitglieder des Frauenchors Horgenberg.

Sie zeigen ihr Können am Sängerfest des Zimmerbergverbands: Die Mitglieder des Frauenchors Horgenberg. Bild: André Springer

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«Für Frauen ist das kein Problem», klingt es aus einem Saalim Schulhaus Schützenmatt. Der Frauenchor Horgenberg übt das Lied von Max Raabe und singt sich ein, bevor es ernst gilt. Genau wie zehn andere Chöre aus dem Zimmerbergverband zeigen die Sängerinnen heute ihr Können in der reformierten Kirche auf dem Hirzel. Speziell dabei ist, dass sie nicht nur vor Publikum singen. Auf der Empore in der Kirche sitzen nämlich Helene Haegi und Peter Appenzeller. Die beiden sind selber Chorleiter und amten heute als Experten am Sängerfest.Das Sängerfest findet alle drei Jahre statt. Früher war es alle zwei Jahre. Weil es schwierig war, alle Chöre an einem Tag zusammenzubekommen, entschied man sich, das Fest im Dreijahresrhythmus durchzuführen. Dieses Jahr sind der Frauenchor und der Männerchor Hirzel für die Organisation verantwortlich. Rund 250 Sängerinnen und Sänger nehmen daran teil.

Auswendig singen bringts

Jeder Chor hat 15 Minuten Zeit für seinen Vortrag. «Ob sie ein einziges Lied oder fünf Lieder singen, das ist den Chören überlassen», erklärt Marianne Bürgler, Präsidentin des Frauenchors Hirzel. Wichtig sei nur, dass die Zeit eingehalten werde. Jeder Chor trägt mindestens ein Vortragslied und ein Wettlied vor. Das Vortragslied ist als Einsingen in der Kirche gedacht. Erst das Wettlied wird von den Experten bewertet und kritisiert. Die Kriterienliste von Helene Haegi und Peter Appenzeller ist lang. Sie schauen auf den Rhythmus, das Tempo, die Dynamik, Intonation und Interpretation genauso sehr wie auf die Einsätze, die Phrasierungen und ob das Werk zum Chor passt. Ein besonderes Augenmerk legt Haegi darauf, ob die Lieder auswendig gesungen werden oder nicht.

Ein paar Reihen hinter den Experten sitzt Urs Naef. Zusammen mit seinem Chor, dem Xang Arn Stocken, hat er schon gesungen. Als Wettlied hat der Chor «Det enä am Bergli» vorgetragen. «Wir wollten aber nichts Traditionelles machen und haben deshalb dieses traditionelle Volkslied auf drei verschiedene Arten gesungen», sagt er. Die Sängerinnen und Sänger gaben das Lied auf Bern-, Zürich- und Hochdeutsch zum Besten. Sie sangen es in einer Pop-, einer Jazz- und einer Reggae-Version. Das Stück hat der Chor unter der Leitung von Karin Sigrist extra für das Sängerfest einstudiert.

Konstruktive Kritik

Während dem Männerchor Au-Langrüti, der Chorgemeinschaft Horgenberg und dem Männerchor Frohsinn Samstagern die Auftritte noch bevorstehen, haben ihn die Gastgeber, der Männerchor Hirzel sowie der Frauenchor Hirzel genau wie der Männerchor Hütten schon hinter sich. Sie können sich zurücklehnen und den anderen Beiträgen zuhören.

Marianne Bürgler ist zufrieden mit dem Auftritt des Hirzler Frauenchors. Unter der Leitung von Barbara Grimm haben die Sängerinnen als Wettlied «Wie kann ich froh und lustig sein?» von Mendelssohn vorgetragen. «Ein professionelles Feedback von den Experten zu bekommen, ist gut und hilfreich», sagt Bürgler. Dieser Meinung schliessen sich die Mitglieder der anderen Chöre an.

Den Abschluss des musikalischen Tages macht der Männerchor Frohsinn Samstagern. Die Sänger begeistern das Publikum, das die Kirche gut füllt, mit Polo Hofers «Alperose» und DJ Ötzis «Ein Stern, der deinen Namen trägt».

Helene Haegi und Peter Appenzeller hören genau hin. Immer wieder kreisen sie eine Note auf dem Notenblatt ein oder schreiben einen kurzen Kommentar auf ihren Zettel. «Wir wollen nicht werten, sondern den Chören konstruktive Rückmeldungen geben, mit denen sie künftig arbeiten können», sagt Helene Haegi, die selber Chorleiterin und Stimmbildnerin ist, und weiss, wovon sie spricht.

Peter Appenzeller zieht eine positive Bilanz. Der Zusammenhalt in den einzelnen Chören sei sehr gut, die Freude am Singen sei zu spüren. «Wir haben schöne und fröhliche Vorträge gehört.» Auch freute er sich, dass die Liederwahl der Chöre dieses Jahr breiter war als noch vor drei Jahren. «Chöre nehmen unsere Ratschläge ernst und probieren aus, das gefällt uns.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 10.07.2016, 19:23 Uhr

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