Thalwil

107 Lernende berichten über ihren Berufsalltag

Der Berufswahlmarkt Thalwil und Umgebung bot Schülerinnen, Schülern und Eltern einen Einblick in mehr als 50 Lehrberufe. Hunderte nutzten das Angebot.

Genna Flechter ist angehende Orthopädie-Technikerin.

Genna Flechter ist angehende Orthopädie-Technikerin. Bild: André Springer

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Samstagmorgen wurde zum rege besuchten «high life» im Thalwiler Schulhaus Feld: 107 Lernende erzählten Schülerinnen und Schülern an Ständen auf dem Pausenplatz, in der Turnhalle und in den Hausgängen über ihren Alltag im gewählten Beruf. Dabei kamen nicht nur sie, sondern auch Erwachsene, Berufsbildner und Firmeninhaber miteinander ins Gespräch.

Zur Debatte standen mehr als 50 Berufe, unter anderem die der Drogistin, des Augenoptikers, der Coiffeuse, des Polymechanikers, der Köchin, des Kaufmanns sowohl in der Bank wie auf der Versicherung oder im Notariat. Auch die Fleischfachleute meldeten sich zu Wort. Sie finden: «Das Schönste an unserem Beruf ist, dass man am Ende des Tages weiss, was man geleistet hat».

Orthopädie im Fokus

Den Beruf bereits gewählt hat die 18-jährige Genna Fletcher. Sie ist in der Ausbildung zur Orthopädie-Technikerin. Bereits kann die Lernende im 2.Lehrjahr in der Universitätsklinik Balgrist Menschen unterstützen, die nach einem Unfall oder seit Geburt in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Die junge Frau informiert an ihrem Stand: «Mein Beruf ist der ideale Mix zwischen Handwerk und einer Tätigkeit im medizinischen Bereich».

Man konnte sich Informationen zu 50 Berufen verschaffen.

Neben ihr ist Daniel Duran mit Interessierten im Gespräch: Er wird orthopädischer Schuhmacher. Fletcher informiert über die Unterschiede in den beiden Berufen: «Als Orthopädie-Technikerin sind wir von Kopf bis Fuss für die Patienten da, stellen also beispielsweise Orthesen, das sind Schienen, her». Orthopädische Schuhmacher konzentrieren sich hingegen auf die Fertigung von Schuhen, die das Gehen durch besondere Elemente wie Abrollung, Dämpfung oder Stabilisierung erleichtern.

An einem weiteren Stand in der Turnhalle stehen Fabian Schmid, 17-jährig, und sein Berufsbildner Michael Huber. Schmid absolviert eine Lehre als Gipser. Er hat Spass am Verputzen von Wänden, Decken und Aussenfassaden wie am Erstellen von Zwischenwänden. Huber stellt grosse Veränderungen im Bereich Gipserei fest. Er sagt: «Die Digitalisierung hat neue Jobs geschaffen, die dem Handwerk Lernende entzieht.»

Über 100 Jugendliche informierten sich.

Häufig mit dem PC arbeiten die zukünftigen Zeichner Chiara Cardenas (18, im 3. Lehrjahr) und Elin Bade (15, im 1. Lehrjahr). Beiden gefällt die Vielseitigkeit ihrer Arbeit, die einen Einblick in alle Bereiche des Baus ermögliche.

Mit Bewerbungs-Coaching

Am Markt präsent war auch das Berufsinformationszentrum biz Horgen. Schülerinnen und Schüler fragten hier, wie man zu Schnupperlehrstellen komme. Eltern erkundigten sich nach Gymnasien und weiterführenden Schulen. Guter Rat sei manchmal teuer, meinten die Berufsberater Anskar Roth und Martin Dünki, wenn nach vielen Bewerbungen immer noch keine Lehrstelle gefunden sei.

Die beiden Zeichner Chiara Cardenas und Elin Bade standen Red und Antwort.

In einem interaktiven Theater zeigten die Theaterpädagoginnen Barbara Müller-Zwygart und Barbara Briner, worauf es bei Bewerbungen ankommt. Interessiert lauschte das Publikum im vollbesetzten Saal auf die genannten Tipps: Wie gibt man sich selbstbewusst und doch nicht arrogant? Hilfreich seien in Bewerbungsgesprächen eine gute Vorinformation über die anvisierte Stelle, Pünktlichkeit, Höflichkeit und ein angemessenes Auftreten.

Positives Fazit

Corinne Berger, OK-Verantwortliche des Berufswahlmarktes, der von den Elternräten der Gemeinden Thalwil, Langnau, Oberrieden, Rüschlikon-Kilchberg und Adliswil organisiert wird, ist zum Schluss zufrieden mit dem diesjährigen Anlass. Er war gut besucht und sei «familiärer als beispielsweise die Berufsmesse in Zürich». Berger weiss: «Verantwortliche von Lehrbetrieben aus der Region schätzen bei uns in Thalwil die direkten Erstkontakte mit Schülerinnen und Schülern, die als künftige Lernende in Frage kommen».

Hunderte von Jugendlichen informieren sich am Thalwiler Berufsmarkt über mehr als 50 Berufe. Red und Antwort stehen unter anderem die angehende Orthopädie-Technikerin Genna Fletcher (unten rechts) und die beiden Zeichner Chiara Cardenas und Elin Bade.





Erstellt: 19.01.2020, 17:58 Uhr

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.