Zum Hauptinhalt springen

Stadtrat will Kopftücher und Kreuze verbieten können

Ab 1. März 2016 soll der Stadtrat entscheiden, ob die städtischen Mitarbeiter christliche Kreuze oder Kopftücher während der Arbeit tragen dürfen. Ein SP-Politiker und die katholische Kirche wollen das Vorhaben verhindern.

Verletzt ein Kopftuch die Gefühle der Kunden? Der Adliswiler Stadtrat will mitentscheiden können, was die städtischen Angestellten tragen.
Verletzt ein Kopftuch die Gefühle der Kunden? Der Adliswiler Stadtrat will mitentscheiden können, was die städtischen Angestellten tragen.
Symbolbild, Keystone

Trägt ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin der Stadt Adliswil ein Kreuz um den Hals oder ein Kopftuch, könnte das die religiösen Gefühle der Kunden verletzen – dies befürchtet der Adliswiler Stadtrat. Er möchte deshalb auf 1. März das Personalstatut anpassen. So, dass er künftig eine neutrale Bekleidung der Angestellten verlangen kann. SP-Gemeinderat Davide Loss goutiert das Vorhaben überhaupt nicht. «Diese Revision ist völlig inakzeptabel», sagt er. Grundsätzlich müsse der Staat gegenüber der Bevölkerung zwar neutral auftreten, die geplante Anpassung ist für Loss aber viel zu schwammig. «Wenn man eine so heikle Revision machen will, dann muss genau definiert sein, was künftig erlaubt ist und was nicht. Ist beispielsweise ein kleines Kreuz um den Hals weiterhin erlaubt oder nicht?», fragt er sich. «Und betrifft dies auch die Mitarbeiter, die keinen Kundenkontakt haben?» Im Stadtratsbeschluss bleiben diese Fragen in der Tat ­offen. Und Stadtpräsident Harald Huber war für die ZSZ in den letzten beiden Tagen nicht erreichbar.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.