Wädenswil

Wädenswiler Stadtrat stellt sich Schönenberger Fragen und Kritik

In Schönenberg ging die erste Dorfversammlung über die Bühne. Die sieben Stadträte beantworteten Fragen rund um den Verkehr und das Dorfbild.

Im Dorfzentrum sammeln sich die diversen Anliegen der Schönenberger, etwa die Rabatte beim Rössli-Parkplatz oder die Kreuzung.

Im Dorfzentrum sammeln sich die diversen Anliegen der Schönenberger, etwa die Rabatte beim Rössli-Parkplatz oder die Kreuzung. Bild: Moritz Hager

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An der ersten Schönenberger Dorfversammlung am Donnerstagabend konnten die Bewohner vom Berg gegenüber dem Wädenswiler Stadtrat ihre Anliegen äussern. Seit dem 1. Januar sind Schönenberg und Hütten Ortsteile der Grossgemeinde Wädenswil. Man lernt sich also gerade kennen.

Ueli Landis, Präsident des organisierenden Dorfvereins Schönenberg, der über 100 Mitglieder zählt, begrüsste die zahlreichen Interessierten im Dorfhuus. «Der Stadtrat ist in voller Prominenz anwesend», sagte Landis. Die Schönenberger applaudierten und die Stadträte stellten sich einzeln vor.

Anlaufstelle unbekannt

Vereinspräsident Landis präsentierte die knapp zehn Anliegen, welche ihm die Schönenberger im Voraus mitgeteilt hatten. Sie drehten sich um den Verkehr und das Dorfbild sowie um die Frage, welche Anlaufstellen die Bewohner vom Berg in der Grossgemeinde haben. So wünschen sie sich etwa eine Broschüre, die Ansprechpersonen auflistet und Porträts der Parteien enthält. «Falls jemand vom Berg einer Partei beitreten will», fügte Landis an. Stadtpräsident Philipp Kutter (CVP) plädierte dafür, solche Fragen in einer Informationsveranstaltung zu klären. «Das wäre ein besserer Austausch als der schriftliche», sagte er. Er bot aber auch schon vorab eine Anlaufstelle an: «Im Notfall wenden Sie sich an mich.»

«Für Parkplätze bezahlen muss man vor allem im Wädenswiler Zentrum, da dort sonst ein Chaos entstehen würde.»Jonas Erni, Stadtrat (SP)

In Sachen Verkehr waren zwei Fragen rasch beantwortet: Wie ist Tempo 30 in Quartiersträsschen zu erreichen und welche Massnahmen gäbe es zur sicheren Überquerung der Hirzelstrasse beim Neubad? Der Beantwortung der ersten Frage nahm sich der Stadtrat Planen und Bauen, Heini Hauser (SVP), an. Man solle im Quartier eine Unterschriftensammlung starten. Der Stadtrat würde die Situation danach zusammen mit der Polizei überprüfen. Letztere Frage beantwortete Jonas Erni (SP), Stadtrat Sicherheit und Gesundheit: «Melden Sie das Anliegen ungeniert der Stadtpolizei.»

Ungepflegte Rabatte

Die Frage einer Einwohnerin, ob die Parkplätze in Schönenberg kostenpflichtig würden, sei noch nicht diskutiert worden, sagte Erni. Er liess aber durchblicken, dass es wohl nicht soweit kommt. «Für Parkplätze bezahlen muss man vor allem im Wädenswiler Zentrum, da dort sonst ein Chaos entstehen würde.» Ein anderer Schönenberger fragte, ob man bei der Kreuzung beim Restaurant Rössli «etwas machen» könne, das zur Sicherheit beitrage. «Es wäre gut gewesen, hätten Sie dieses Anliegen früher eingebracht», sagte Stadtrat Hauser. Denn der Kanton habe im Rahmen eines Projekts für zwei neue Postautohaltestellen in der Nähe des Restaurants bereits Gelder gesprochen. Im Nachhinein mit einem weiteren Anliegen bezüglich derselben Stelle an den Kanton zu gelangen, sei schwierig.

«So verlottert wie jetzt sah die Rabatte früher nie aus.»Ueli Landis, Präsident des organisierenden Dorfvereins Schönenberg

Das Zentrum kam nochmals zur Sprache, nun ging es aber um das Dorfbild. Die Rabatte zwischen dem Rössli-Parkplatz und der Strasse sei ungepflegt. «So verlottert wie jetzt sah sie früher nie aus», sagte Landis und zeigte Fotos. Heini Hauser verwies auf «Sparübungen» des Stadtrats und fehlende personelle Kapazität. Mit den neuen Bushaltestellen würde sich aber auch das Erscheinungsbild der Rabatte ändern.

Sorgen im Altersheim

Ein weiterer Diskussionspunkt war das Altersheim Stollenweid, das mit der Eingemeindung reorganisiert wurde. Die Schönenberger wollten wissen, was hinter diesem Begriff steckt und ob sich Kostenentwicklungen für die Bewohner abzeichnen. Astrid Furrer (FDP), Stadträtin Soziales, erklärte, die Administrationsstelle im Stollenweid habe gestrichen werden müssen. Dies, nachdem die Stadt das Schönenberger Altersheim in die Organisation ihres eigenen Alterszentrums integriert hat. «Die Taxen bleiben aber gleich», sagte Furrer.

Die Politiker wandten sich auch mit eigenen Themen an das Volk. Heini Hauser sprach über die Bau- und Zonenordnung. Diesbezüglich gebe es Masse und Vorgaben zu harmonisieren, etwa die maximale Gebäudelänge in der Wohnzone. In den drei Orten ist diese momentan noch unterschiedlich. Im Anschluss sprach Walter Münch (FDP), Stadtrat Finanzen, über die gemeindeeigenen Liegenschaften in Schönenberg. «Wir wollen die Grundstücke und Objekte sicher behalten», sagte er. Der Fokus liege auf deren Instandhaltung. Das gemeindeeigene Wohnhaus an der Hüttnerstrasse etwa sei in schwierigem Zustand, das Dach rinne und müsse dringend erneuert werden.

Stadtpräsident Kutter verwies zum Schluss der Veranstaltung auf das letzte der drei Begegnungsfeste am Wochenende vom 20. bis 22. September in der Eidmatt und der Halbinsel Au. Nachdem ein solches bereits in Hütten und Schönenberg stattgefunden hat, ist nun Wädenswil an der Reihe.

Erstellt: 06.09.2019, 16:53 Uhr

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