Wädenswil

Wädenswiler Stadtrat muss 30er-Zone auf Zugerstrasse prüfen

Ein Gutachten soll klären, ob eine Temporeduktion auf der Zugerstrasse im Zentrum von Wädenswil einen Beitrag zur Lärmsanierung leisten kann. Der Gemeinderat hat ein entsprechendes Postulat an den Stadtrat überwiesen.

Der Wädenswiler Stadtrat muss prüfen, ob eine Tempo 30-Zone im Zentrum von Wädenswil, den Lärm reduzieren würde.

Der Wädenswiler Stadtrat muss prüfen, ob eine Tempo 30-Zone im Zentrum von Wädenswil, den Lärm reduzieren würde. Bild: Sabine Rock

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Tempo 30 auf der Zugerstrasse – in Wädenswil sorgt das alte Thema für neue Diskussionen. Am Montag hat der Gemeinderat dem Stadtrat gegen dessen Willen ein entsprechendes Postulat der SP überwiesen. Der Stadtrat muss nun prüfen, in welcher Weise eine Geschwindigkeitsreduktion zur Lärmsanierung und zur Aufwertung der Lebensqualität beitragen kann.

Postulant Hans Roth (SP) betonte an der Gemeinderatssitzung, das Anliegen richte sich nicht gegen die Autofahrer. Es gehe darum für einen attraktiven Stadtkern Verantwortung zu übernehmen. Die Zugerstrasse sei zu einem Zubringer zur Autobahn und zu den neuen Einkaufmöglichkeiten im Quartier Winterberg verkommen. Das gelte es zu ändern.

Keine Zebrastreifen

Stadtrat Heini Hauser (Planen und Bauen, SVP) wollte das Postulat nicht entgegennehmen. Als Staatsstrasse liege die Hoheit beim Kanton, merkte er an. Dieser habe bisher kein Gehör für Geschwindigkeitsbeschränkungen an der Zugerstrasse gehabt. «Der Stadtrat will den Postulanten deshalb keine falschen Hoffnungen machen, dass Tempo 30 auf der Zugerstrasse in der nächsten Zeit realisiert werden könnte», sagte er.

Auch Gemeinderat und Fahrlehrer Roy Schärer (SVP) zeigte sich kritisch. Er sei zwar nicht grundsätzlich gegen 30er-Zonen, entscheidend sei aber, wo diese errichtet würden. Was in einem Quartier Sinn mache, sei bei einer Durchgangsstrasse wie der Zugerstrasse nicht zielführend. «Man muss bedenken, dass es in 30er-Zonen keine Fussgängerstreifen hat, der motorisierte Verkehr aber immer Vortritt hat», sagte Schärer. Auf Strassen mit einem hohen Verkehrsaufkommen, sei eine solche Regelung nicht sinnvoll.

«Situation unbefriedigend»

Ins gleiche Horn stiess auch FDP-Mann Thomas Koch. Als Durchgangsstrasse mit überregionaler Bedeutung sei die Zugerstrasse nicht für eine 30er-Zone geeignet. «Sie hat den Zweck den Verkehr zu bündeln, um Quartierstrassen zu entlasten», sagte er. Würde dort die Geschwindigkeitslimite herabgesetzt, sei zu befürchten, dass der Verkehr in Nebenstrassen ausweiche.

Weiter verwies Koch auf wirtschaftliche und sicherheitstechnische Aspekte: «Starke Hauptverkehrsachsen stärken den Wirtschaftsstandort und es kann auch nicht zielführend sein, wenn sich beispielsweise Feuerwehrautos zwischen Passanten hindurchschlängeln müssen.»

Unterstützt wurde das SP-Postulat hingegen von der CVP, der EVP und den Grünen. Claudia Bühlmann (Grüne) stimmte Thomas Koch in einem Punkt zu. Dieser hatte zuvor moniert, dass gerade Kinder Fussgängerstreifen zur Orientierung bräuchten. «Dass das Thema immer wieder aufkommt, zeigt aber, dass die jetzige Situation im Zentrum unbefriedigend ist», sagte Claudia Bühlmann. Am Ende wurde die Opposition um SVP, BFPW, FDP und GLP von den Ratslinken überstimmt. Mit 18 zu 15 Stimmen überwies der Gemeinderat das Postulat an den Stadtrat. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 19.06.2018, 16:00 Uhr

Weitere Geschäfte

Auf der Traktandenliste stand auch die Verordnung über das Stadtbürgerrecht. Der Gemeinderat hat beschlossen diese aufzuheben, weil eine kommunale Regelung mit der neuen kantonalen Verordnung überflüssig wird. Die Grundkenntnistests sollen, wie bis anhin am Bildungszentrum Zürichsee in Horgen absolvieren werden.
Desweiteren wurden zwei Interpellationen überreicht. Die Grünen haben dem Stadtrat Fragen zum Ausbau des Bahnhofs Wädenswil gestellt. Sie wollen unter anderem wissen, ob der Stadtrat einen Zusammenhang vom Bahnhofsausbau zur Erneuerung des Bootshauses und der Erstellung des Seeuferwegs sieht. In einer weiteren Interpellation will die SVP vom Stadtrat wissen, wie dieser zur Umnutzung der Liegenschaft an der Eintrachtstrasse 24 für die Stadtpolizei steht.

Der Stadtrat hat seinerseits auf eine frühere Interpellation geantwortet: Er beabsichtigt nicht dem Verein «Eco-Bau» beizutreten. Dem nachhaltigen Bauen werde bereits Rechnung getragen.

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