Wädenswil

Stadt will schneller auf Konkurrenten reagieren können

Der Stadtrat sucht ein Mittel, um bei der Gas-, Wasser- und Wärmeversorgung besser gegen andere Anbieter bestehen zu können.

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hallenbads und der Turnhalle Untermosen: Die Stadt Wädenswil will sich mit Blick auf den künftigen Energiewettbewerb besser positionieren.

Photovoltaikanlage auf dem Dach des Hallenbads und der Turnhalle Untermosen: Die Stadt Wädenswil will sich mit Blick auf den künftigen Energiewettbewerb besser positionieren. Bild: Archiv ZSZ

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Die Werke der Stadt Wädenswil kümmern sich mit rund 30 Mitarbeitenden um die Gas- und Wasserversorgung, die Entsorgung und das Recycling sowie die Wärmeversorgung von zwei Nahwärmeverbünden. Die Marktverhältnisse in diesen Bereichen sind jedoch seit Jahren im Wandel — neue Anbieter drängen in den Markt. Dazu kommt, dass Energie- und Umweltthemen in den Agenden von Politiker zunehmen. Weitere Verschärfungen der Gesetze sind in den kommenden Jahren zu erwarten.

«Der Wädenswiler Stadtrat will aus diesen Gründen prüfen, ob die Werkbetriebe konkurrenzfähiger wären, wenn man sie verselbstständigt», sagt der zuständige Stadtrat Ernst Brupbacher (BFPW). Die Exekutive will darum bis Ende 2019 ein Grobkonzept erarbeiten lassen. Sie beantragt dem Gemeinderat dafür einen Kredit von 60'000 Franken.

Schnellere Wege

Um auch künftig beispielsweise mit Anbietern wie Energie 360 AG mithalten zu können, sind für Ernst Brupbacher zwei Punkte zentral: kurze Reaktionszeit und Fachkompetenz. Dies könnten aber nur durch eine Verselbstständigung erreicht werden. Zum Thema «Geschwindigkeit» hat Brupbacher ein Beispiel aus der Praxis parat: «Das Wohnzentrum Fuhr wollte vor einiger Zeit an den Wärmeverbund Untermosen angeschlossen werden. Dafür musste eine Offerte der Stadt erstellt werden». Weil sich der Betrag auf eine Höhe von über 500'000 Franken belief, hätte der Stadtrat die Offerte im Sommer eigentlich budgetieren müssen und das Parlament im Dezember absegnen. «Diese Zeit hatten wir aber nicht, wir konnten den potenziellen Kunden nicht so lange warten lassen. Er hätte sich sonst für einen anderen Anbieter entschieden.»

Darum hat der Stadtrat beschlossen, die Offerte zeitnah auszustellen, was aber gleichzeitig einer Überschreitung der Kompetenzen gleich kam. «Durch eine Verselbstständigung würden die Wege kürzer, weil der politisch zeitraubende Entscheidungsprozess wegfällt», sagt der Stadtrat.

Volk hat letztes Wort

Ginge es nach dem Willen der Exekutive, könnten die Werke künftig zum Beispiel unter dem Dach einer Aktiengesellschaft fungieren. Diese wäre immer noch zu 100 Prozent im Besitz der Stadt, würde aber von einem Verwaltungsrat geführt. Damit könnte der Stadtrat auch die Fachkompetenz erhöhen, laut Brupbacher der zweite wichtige Baustein für eine erfolgreiche Zukunft. «In einem solchen Gremium sollten neben Vertretern des Stadtrats auch Personen mit Fachkompetenzen zu Strategie, Recht, Finanzen, Technik, Marketing, und Vertrieb vertreten sein.»

Gemeinden nutzen diese Strategie auch für andere Bereiche. So verselbstständigte die Stadt Adliswil kürzlich ihre Alterseinrichtungen in der Sihlsana AG, in der nun neben dem Stadtrat auch Experten im Verwaltungsrat sitzen.

Bis zum Sommer soll die Weisung zum Projekt in Wädenswil nun vom Gemeinderat behandelt werden. Stimmt das Parlament dem Vorhaben zu, wird das Grobkonzept bis Ende 2019 erarbeitet. Dieses wird dann wiederum vom Stadtrat und Gemeinderat bewertet und nach der allfälligen Zustimmung in ein Detailkonzept umgewandelt. Schliesslich würde das Volk in einer Urnenabstimmung im ersten Quartal 2022 über die Verselbstständigung der Werke entscheiden. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 20.12.2018, 16:55 Uhr

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