Oberrieden

Sportjournalist stellt Olympiarekord auf

Sportjournalist Peter Frei hat seit 1972 keine Olympiade ausgelassen. 25-mal berichtete er von den Olympischen Spielen. Damit hält er einen Rekord und ist in Pyeongchang dafür geehrt worden.

Sportjournalist Peter Frei bricht alle Rekorde. Er berichtete über 25 Olympiaden. Dafür wurde der 73-Jährige in Pyeongchang geehrt.

Sportjournalist Peter Frei bricht alle Rekorde. Er berichtete über 25 Olympiaden. Dafür wurde der 73-Jährige in Pyeongchang geehrt. Bild: Sabine Rock

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Sportler bringen Medaillen nach Hause – und Journalisten haben ihre speziellen Trophäen. Beim Oberriedner Peter Frei sind es diesmal die aktuelle Olympiamütze, putzige Olympiamaskottchen und ein Kugelschreiber in Form der Originalfackel von Pyeongchang 2018 für mehrmaligen olympischen Einsatz. Dem Ganzen die Krönung gibt jedoch die Auszeichnung, die er von der International Sport Press Association für die Berichterstattung von 25 Olympischen Spielen erhalten hat. Damit ist er weltweit der einzige Journalist, der mit so viel Einsätzen aufwarten kann.

«Als Spezialist für Leichtathletik und Ski alpin war ich früher für die Spiele immer gesetzt», sagt er. Seit seiner Pensionierung 2009 ist der langjährige Direktor der Sportinformation (SI) weiterhin als freier Mitarbeiter vor Ort. «Ich hatte ein Spezialarrangement, weil ich schon so oft dabei war, habe aber niemandem den Platz weggenommen und einen Teil der Kosten selbst getragen», sagt er. Seine Texte beleuchteten weniger sportliche Ereignisse als sportpolitische Themen.

Trotz Verletzung im Zielraum

Was bleibt ihm von dieser Winterolympiade? «Es waren sehr gut organisierte Spiele», berichtet der 73-Jährige. Er habe aber keine grossen Sprünge machen können, denn er habe sich den Fuss verknackst. «Dann schaute ich auf zwölf Live-Olympiakanälen in meinem Appartement fern.»

Trotzdem stand er bei der Herrenabfahrt, beim Super-G der Damen, am Teamevent und an anderen schneesportlichen Wettkämpfen im Zielraum. «Da machten allerdings nicht die Koreaner, sondern die Amerikaner und Europäer die Stimmung.» Generell hatte es wenig Publikum. Nur dort, wo erfolgversprechende koreanische Sportler am Start waren, also vor allem im Shorttrack, dem Kurzbahn-Eisschnelllauf, waren die Hallen gefüllt. Im Frauen-Eishockey waren Nordkoreanerinnen in das Team Südkoreas integriert. «Als sie endlich einmal den Puck im eigenen Drittel eroberten, tobte die Halle», berichtet er lachend.

Unvergessen bleibt ihm sein erster Sommereinsatz an der Olympiade 1972 in München. Palästinensische Terroristen hatten israelische Sportler als Geiseln genommen und getötet. Der junge Journalist Peter Frei bekam alles hautnah mit und berichtete damals für den «Blick» in einer Sonderausgabe. An seiner ersten Winterolympiade in Sapporo lernte er Adolf Ogi, damals Direktor des Schweizerischen Skiverbands, näher kennen und schätzen. Als Ogi 1979 für den Nationalrat als Aussenseiter kandidierte, befeuerte er dessen Karriere mit Artikeln im «Blick». Ein Zeugnis dieser besonderen Freundschaft: Ogi hat ihm einen kleinen Bergkristall geschenkt, den er seit 2008 immer bei sich trägt.

Erdbeben und Attentate

Peter Frei könnte wohl stundenlang Anekdoten erzählen. So berichtet er etwa, dass in Sapporo in der Medienkantine Bärenfleisch angeboten wurde. Oder dass er ein Bombenattentat in Atlanta verschlafen habe. 1998 in Nagano sei er von einem Erdbeben im Bett geschaukelt worden. 2004 durfte er in Lausanne das olympische Feuer an Bertrand Piccard weiterreichen. «Der Sport ist in diesen 46 Jahren schneller geworden, die Journalisten auch», zieht er Bilanz. Ginge es nach ihm, sollten 2026 Olympische Winterspiele in Sion stattfinden. «Es wäre grossartig, wenn wir der Welt zeigen könnten, dass wir bescheidene Spiele auf echtem Schnee durchführen können», sagt er. «Das würde dem Schweizer Sport und der olympischen Bewegung einen grossen Dienst erweisen.»

Umweltpolitisch seien die Winterspiele in Peking 2022 keineswegs nachhaltig und grün, findet er. «Die Skirennen werden 100 Kilometer nördlich von Peking stattfinden, dort hat es keinen Schnee, aber auch kein Wasser.» Man müsse das Wasser 80 Kilometer weit transportieren, um Schnee zu erzeugen.

Letzte Olympische Spiele

An den nächsten Sommerspielen 2020 in Tokio und an den Winterspielen 2022 in Peking wird Peter Frei wohl nicht mehr anzutreffen sein. «25 Teilnahmen sind genug», sagt er. Zuletzt hätten ihm die beschwerlichen Reisen und die Unzahl von Sicherheitskontrollen zu schaffen gemacht. Aber der Sport lässt ihn nicht los. Fix eingeplant ist sein beruflicher Einsatz an den Leichtathletik-Europameisterschaften 2018 in Berlin und am Meeting «Weltklasse Zürich».

Erstellt: 03.03.2018, 13:41 Uhr

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