Horgen

Spaziergänger unterschätzen die Gefahren im Wald

Auch in der Woche nach dem verheerenden Wintersturm «Burglind» werden noch neue Schäden entdeckt. Die Gefahren im Wald sind nach wie vor gross. Trotz Warnungen und Sperrungen betreten aber Spaziergänger gefährliche Zonen.

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Der Sturm Burglind hat in den Wäldern der Region grosse Schäden angerichtet. Die Aufräumarbeiten werden noch Wochen oder sogar Monate in Anspruch nehmen. Experten warnen davor, betroffene Waldstücke zu betreten. Für Spaziergänger, Hundehalter und Jogger ist die Situation gefährlich. Denn gefallene, eingeklemmte oder gebogene Bäume könnten unter hoher Spannung stehen. Schon bei einem leichten Windstoss oder einer Berührung könnten sie sich lösen und Menschen verletzten oder sogar töten.

Die Gefahren sind nicht sofort ersichtlich. So können beispielsweise abgebrochene Baumkronen oder Äste in den Bäumen hangen, die plötzlich und ohne äussere Einwirkung auf Waldwege fallen können. Oder sogenannte Stützbäume, an die sich geknickte Bäume lehnen, können dem Druck nicht mehr Stand halten und brechen ein. «Die Bevölkerung soll mit Waldspaziergängen abwarten, bis die wichtigsten Sicherungsmassnahmen ausgeführt sind», sagt Christian Schütz, Fachbereichsleiter des Strasseninspektorats Horgen. Gefahr kann auch von den Forstarbeiten ausgehen, wenn Bäume gefällt werden.

Treppe und Steg beschädigt

Das Aabachtobel in Horgen beispielsweise ist gesperrt, trotzdem betreten es Spaziergänger und Sportler. «Wir mussten den Zugang schon vor Weihnachten schliessen», sagt Christian Schütz. Grund war ein Erdrutsch. Nun kommen noch die Schäden von Burglind hinzu. So stürzten zwei Bäume direkt auf einen Bagger. Dieser wurde gestern geborgen und befindet sich nun in der Reparatur.

Ausgerissene Bäume haben zudem die Treppe und den Steg beim Wasserfall stark beschädigt. Beides gehört dem Kanton. «Der Steg wurde komplett verschoben», sagt Thomas Maag, stellvertretender Leiter Kommunikation der Baudirektion des Kantons Zürich. Die dazugehörige Treppe sei eingedrückt und beschädigt worden. Der Durchgang sei nicht passierbar. Die Schadenausmass könne zurzeit noch nicht beziffert werden. Fachleute müssten nun begutachten, ob die Träger beschädigt seien.

Im Aabachtobel konnten die Schäden nicht verhindert werden, obwohl man solchen Ereignissen mit Holzschlag vorbeugen wollte. Der Horgner Förster Rudolf Fluri gibt zu bedenken, dass es schwierig sein könnte, das gefallene Holz aus dem sehr steilen Aabachtobel herauszuschaffen. Zudem sei ein grosser Teil des Waldes in Privatbesitz.

Die Aufräumarbeiten in den Wäldern sind in vollem Gange, wie Rudolf Fluri sagt. Er ist mit Hochdruck daran, im Gemeindegebiet Zufahrtsstrassen und wichtige Verbindungen von gefallenen und gefährlichen Bäumen zu befreien. «Jetzt können wieder alle zu ihren Häusern», sagte er gestern.

Noch immer erhält Rudolf Fluri Anrufe von Betroffenen und Anwohnern, die ihm neue Schäden melden. Das Ausmass ist so gross, dass er sich noch nicht einmal überall einen Gesamtüberblick verschaffen konnte. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2018, 17:23 Uhr

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