Wädenswil

SP macht Druck wegen Seeuferweg

Der SP geht die Planung des Seeuferwegs in Wädenswil nicht rasch genug vorwärts. In einem politischen Vorstoss fragt sie den Stadtrat, ob er auf bessere Zeiten warte.

Die Stadt Wädenswil und der Kanton Zürich haben sich entschieden, wie der Seeuferweg realisiert werden soll. Sie planen einen Steg auf Pfählen. Für die SP geht das ganze jedoch nicht schnell genug.

Die Stadt Wädenswil und der Kanton Zürich haben sich entschieden, wie der Seeuferweg realisiert werden soll. Sie planen einen Steg auf Pfählen. Für die SP geht das ganze jedoch nicht schnell genug. Bild: Sabine Rock

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20 Millionen Franken kostet voraussichtlich der Seeuferweg in Wädenswil. Zwischen dem Seeplatz beim Bahnhof und der Halbinsel Giessen will der Kanton einen rund 800 Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Steg auf Pfählen entlang der Gleise bauen. Dass der Kanton die Seeuferweglücke schliessen will, ist seit Jahren bekannt. Doch ein konkretes Projekt gibt es noch nicht.

Die SP mag nicht länger warten. «Wir wünschen uns, dass zeitnah ein Projekt vorgestellt und realisiert wird», sagt Gemeinderätin Judith Fürst. Die SP-Fraktion reichte beim Stadtrat eine schriftliche Anfrage ein und verlangt detaillierte Auskunft über den Stand der Planung und das weitere Vorgehen. Darin stellt die SP dem Stadtrat die provozierende Anfrage, ob er auf bessere Zeiten warte oder sich einsetze.

Offene Fragen klären

Stadtrat Heini Hauser (SVP) lässt sich nicht provozieren. «Ein Projekt dieser Grössenordnung will gründlich überlegt sein», sagt er auf Anfrage. Einerseits realisiere Wädenswil noch andere grosse Bauprojekte, allen voran für die Schule. Andererseits gebe es noch offene Fragen. So ist die Stadt beispielsweise noch am Abklären, was mit der Bootshabe beim Seeplatz geschieht. Diese ist sanierungsbedürftig und muss dem geplanten Seeuferweg weichen.

Ein strittiger Punkt ist für den Bauvorstand allerdings geklärt. Das Wädenswiler Stimmvolk wird bei der Finanzierung des Seeuferwegs ein Wort mitreden. Dies entspricht auch der Haltung des Zürcher Regierungsrates, die er letzten Mai in einer Antwort auf eine Anfrage im Kantonsrat festgehalten hatte.An die Projektierung und den Bau des Seeuferwegs muss die Standortgemeinde einen Fünftel beitragen. Von den Baukosten von geschätzten 20 Millionen Franken muss Wädenswil also 4 Millionen bezahlen.

«Ein Projekt dieser Grössenordnung will gründlich überlegt sein.»Stadtrat Heini Hauser (SVP)

Die SP hingegen ist der Ansicht, dass der Seeuferweg wie eine Kantonsstrasse zu betrachten sei. Beide müssten von Gesetzes wegen vom Kanton geplant und erstellt werden. Der Kostenbeitrag der Gemeinde sei ein gebundener Beitrag, welchen der Stadtrat in eigener Kompetenz bewilligen könne. Der Umweg über die Urne sei nicht notwendig.

Erholung im Vordergrund

Der Regierungsrat hält diesem Argument entgegen, Uferwege bedeuteten für die Bevölkerung einen Mehrwert. Anders als etwa bei Kantonsstrassen stehe bei solchen Wegen der Erholungszweck im Vordergrund. Ob die Öffentlichkeit aber tatsächlich ein Interesse am Uferweg habe, stehe nicht fest. Dies hänge nämlich von den Besonderheiten des konkreten Projektes und den Kosten ab. Zudem müsse auch der Kanton seinen Kostenanteil an Uferwegprojekten stets als neue Ausgabe vom Kantonsrat bewilligen lassen.

Stadtrat Heini Hauser plädiert dafür, schon beim Wädenswiler Anteil am Projektierungskredit eine breite Diskussion zu führen. Dieser werde als Weisung dem Parlament vorgelegt, weil er die 300'000 Franken übersteige, welche in die Kompetenz des Stadtrates für einmalige Ausgaben falle, sagt er. «Ich habe ein Interesse daran, möglichst früh die Meinung breit abzuholen», sagt er. Falls der Gemeinderat - und allenfalls das Volk - schon bei der Projektierung Nein sagen, würde nicht in Projektierungsarbeiten investiert, welche gar nicht erwünscht seien. Gebe es hingegen ein Ja zum Projektierungskredit, sei die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Bevölkerung auch für den Baukredit stimmt.

Einweihung 2025 möglich

Der Ball liege momentan bei der Stadt Wädenswil, bestätigt Thomas Maag, Mediensprecher der kantonalen Baudirektion. Der Kanton plane, das Vorprojekt des Seeuferwegs im Sommer 2021 öffentlich aufzulegen. Der Baustart könnte 2024 erfolgen und der Steg 2025 eingeweiht werden. Dies unter der Voraussetzung, dass es keine Einsprachen und Rekurse gegen das Projekt gibt.

Erstellt: 05.03.2019, 15:17 Uhr

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