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Das Leben in Richterswil anno dazumal

Ein Blick in längst vergangene Richterswiler Zeiten: Hans Peter Treichlers neuster Film zeigt das Leben in Richterswil aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert.

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Fast ein Jahrhundert ist es her, seit die erste Kamera auf das Richterswiler Chilbitreiben gerichtet wurde. Die Kurbelkamera gehörte dem Mechaniker, Gastwirt und Filmpionier Willy Leuzinger aus Rapperswil. Er startete damit eine neue Ära, was ihm damals aber nicht bewusst war.

Laien- und Profifilmer haben seitdem begonnen, regelmässig den Alltag sowie verschiedenste Gemeindefeste auf Zelluloid zu brennen. Aus den Schwarzweiss- und frühen Farbfilmen hat der Richterswiler Historiker Hans Peter Treichler eine geschichtliche Reportage zusammengestellt und eigens kommentiert. «Die Aufnahmen sind sehr reichhaltig und zeigen unverfälscht verschiedenste Aspekte des damaligen Alltags», sagt Hans Peter Treichler. Es ist bereits sein vierter Film, den er gemeinsam mit seinem Sohn, Philipp Treichler, produziert hat. Das neuste Werk der beiden trägt den Titel «Richterswil anno dazumal» und ist jetzt in den Richterswiler und Wädenswiler Fachgeschäften erhältlich.

Ein Szene aus dem Film von Hans Peter Treichler: Gezeigt wird der Richterswiler Schulalltag anno 1936.

Im neusten Film erscheinen unter anderem Aufnahmen von Heinrich Streuli, die rund 80 Jahre zurückliegen. Sie zeigen Schülerinnen und Schüler, wie sie dem Unterricht im Schulhaus Breiten in Richterswil folgten oder barfuss auf der Wiese herumturnten. Die Buben glatt gescheitelt, Mädchen mit Schürzen. Treichler ist froh, «dass sich unter den Richterswilern immer wieder Spezialisten fanden, die sich mit den technischen Möglichkeiten der damaligen Kamera auseinandersetzten und Alltagsszenen auf Band festhielten.»

Material aus 12 Sammlungen

Für die Produktion seines vierten Films hat Treichler auch auf private Archive zurückgreifen können. «Familien sind auf mich zugekommen und haben mir ihr altes Filmmaterial ausgeliehen.» Alles in allem vereint die Dokumentation 12 verschiedene Sammlungen und private Quellen. Darunter sind auch Aufnahmen aus dem Archiv des Richterswiler Filmers Reto Stocker, der das Geschehen in der Gemeinde seit rund 50 Jahren auf Band festhält. Er ist auch für die modernen Drohnenaufnahmen während den Übergängen zu den einzelnen Themenbereichen im neusten Werk verantwortlich.

Rund viereinhalb Stunden Richterswiler Geschichte hat Treichler in Summe bereits verfilmt. «Ich habe viele positive Rückmeldungen für meine Arbeit erhalten», sagt Treichler. Sein Lieblingsteil der aktuellen Dokumentation sei das Kapitel «Alltag im Schulhaus Breiten» aus dem Jahr 1936. «Es versetzt mich zurück in die Schulzeit und zeigt auch, dass ein fröhlicher Geist in den Klassen geherrscht hat.»

Obwohl der Stoff für einen fünften Teil reichen würde, ist dies Treichlers letzter Film. «Auch bei mir lässt der Schwung irgendwann langsam nach.»

Erstellt: 20.11.2018, 16:33 Uhr

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