Alterspflege

Sihlsana plant das Alterspflegemodell der Zukunft

Die vor zwei Jahren gegründete Sihlsana AG ist in Adliswil zuständig für die Alterspflege. Trotz positivem Jahresergebnis steht sie vor grossen Herausforderungen in den nächsten Jahren. Die Alterspflege ändert sich radikal.

Bis im Jahr 2025 soll die Altersiedlung im Tal komplett saniert sein.

Bis im Jahr 2025 soll die Altersiedlung im Tal komplett saniert sein. Bild: Archiv André Springer

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Die Alterspflege ist längst nicht mehr mit einem Aufenthaltsort für die letzte Lebensphase gleichzusetzen. Das Bewohnerverhalten hat sich in den letzten Jahren völlig verändert. Das merkt auch die Sihlsana AG, welche in Adliswil die Alterseinrichtungen betreibt. Sie verbucht immer mehr Aufenthalte «mit kurzer Verweildauer oder auch mit Eintritt als Folge eines Spitalaufenthalts», wie Verwaltungsratspräsident Beat Fellmann sagt. Diese hätten im letzten Jahr gegenüber dem Vorjahr nochmals deutlich zugenommen.

Konkret: 2016 gab es bei der Sihlsana 60 Eintritte, 2017 waren es insgesamt bereits 98. Davon seien 44 Personen nach einem vorübergehenden Aufenthalt wieder nach Hause zurückgekehrt. «Die Zeit bei Sihlsana konnte dazu genutzt werden, sich dank vorübergehender pflegerischer Unterstützung von einer Krankheit, einem Spitalaufenthalt oder einer anderweitigen schwierigen Situation zu erholen.»

Optimaler Zeitpunkt

Die Sihlsana will nun ihr Angebot nach diesen neuen Bedüfnissen ausrichten. Der Zeitpunkt dafür ist optimal. Die Altersiedlung im Tal wird ohnehin einen Neubau erhalten. «Entstehen sollen verschiedene Wohnformen für betagte Menschen», sagt Fellmann. Denn manchmal reiche bei älteren Menschen für ein gutes Wohlbefinden bereits der Gedanke daran, dass in einem Notfall ärztliche oder pflegerische Hilfe in der Nachbarschaft verfügbar wäre. «Für solche Menschen sollen Alterswohnungen entstehen.»

Für Betagte, die intensivere Betreuung brauchen, soll weiterhin auch ein Pflegeheim zur Verfügung stehen. «Als zusätzliche Ergänzung ist ein Demenzzentrum in Planung», sagt Fellmann.

Im Herbst wird die Sihlsana einen Architekturwettbewerb für das Projekt lancieren. Mit einem Baustart ist frühestens 2020 zu rechnen. «Der Abschluss der mehretappigen Realisierung ist nach heutigem Stand für 2025 vorgesehen», sagt der Verwaltungsratspräsident.

Erfreuliches Jahresergebnis

Die Baukosten für das Mega-Projekt dürften nach heutigen Wissen gut 70 Millionen Franken liegen. Eine enorme Summe für die Sihlsana AG, welche erst im zweiten Jahr der Selbständigkeit ist.

Beruhigend wirken dürfte dabei, dass das Unternehmen wirtschaftlich solid dasteht. An ihrer Generalversammlung präsentierte die Sihlsana AG kürzlich einen Gewinn von 431 000 Franken. Dies bei einem Umsatz von 15,27 Millionen Franken (Vorjahr 15,04 Mio.)

«Dieses Ergebnis ist umso erfreulicher, weil das markant veränderte Bewohnerverhalten eine deutlich höhere Flexibilität des Unternehmens und seiner Mitarbeitenden erfordert», sagt Beat Fellmann. Ebenfalls an der Generalversammlung informierte das Unternehmen über die aktuelle Situation in der Geschäftsleitung. Diese ist wieder komplett. Im Juni 2018 hat Beatrice Biotti die Geschäftsführung übernommen. «Zusammen mit Pascal Walliser (Hotellerie & Facility Management), Andrea Blum (Finanzen & Personal) sowie Sandra Menzi (Pflege & Betreuung, derzeit noch ad interim) wird das Unternehmen von einem kompetenten Team geführt», heisst es in einer Medienmitteilung.

Beat Fellmann, der das Unternehmen bis Ende Mai interimistisch geführt hat, wird sich auf seine Funktion als Präsident des Verwaltungsrats und der Baukommission konzentrieren. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 27.06.2018, 16:34 Uhr

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