Horgen

Sie pflegen die Naturoase mitten in der Stadt

Das Garten-Team des Sozialen Netzes Bezirk Horgen (SNH) bekam den Zuschlag für einen prestigeträchtigen Auftrag: Es ist neu für die Wegpflege im Rieterpark in Zürich Enge beim Museum Rietberg verantwortlich.

Pflegen die Wege im Zürcher Rieterpark: Chris Zsold (Mitte) und seine beiden Mitarbeiter.

Pflegen die Wege im Zürcher Rieterpark: Chris Zsold (Mitte) und seine beiden Mitarbeiter. Bild: Patrick Gutenberg

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Chris Zsold konzentriert sich auf seine Arbeit im Rieterpark. Mit dem Rechen säubert der 27-Jährige eine Regenrinne auf dem Fahrweg. Zügig kommt er voran. Zwischendurch bückt er sich und entfernt von Hand verdorrte Blätter und weggeworfene Bierdeckel. Er weiss, dass die Wasserabflüsse nicht verstopfen dürfen.

Später wechselt Zsold den Arbeitsort und geht zu einem «Trampelpfad»: Auch die nicht befahrbaren Spazierwege werden für die Parkbesucher hergerichtet.

Alte Baumbestände

Zsold hat aus Liebe zur Natur eine Anlehre als Gärtner absolviert. Aufgrund von Knieproblemen musste er seine Arbeit aber bald beilegen. «Ich konnte die schwere Gartenarbeit nicht mehr bewältigen», sagt er. Chris Zsold wurde arbeitslos. Seine Rettung fand er bei der RAV, welche ihn beim Sozialen Netz Bezirk Horgen (SNH) unterbringen konnte. Beim Zweckverband, der sich für die soziale und berufliche Integration stark macht, war er zuerst in der «recyclo»-Abteilung tätig war. Nun arbeitet er als einer von 25 Mitarbeitern im Garten-Team und hofft auf eine Rückkehr in seinen angestammten Beruf.

Dafür sieht er gute Chancen, insofern seine Knie der Belastung in Zukunft standhalten können. Um dies zu gewährleisten, wird er gezielt im Arbeitsbereich Garten gefördert und geschult. Dass er momentan im Rieterpark tätig ist, freut Zsold. «Die alten Platanen, Birken und Buchen wie auch die austreibenden Ginkos und die blühenden Magnolienbäume zaubern mir jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht», sagt er.

Arbeiten im Team

Für die Wegpflege im Rieterpark ist jede Woche ein Team von vier bis fünf Leuten vor Ort. Da der Rieterpark ein Naherholungsgebiet darstellt, werden alle Arbeiten auf dem Areal ohne den Einsatz von Maschinen ausgeführt. Der Geräuschpegel soll so tief wie möglich gehalten werden. Derzeit sind neben Chris Zsold zwei Flüchtlinge aus Syrien und Eritrea, sowie ein 17-jähriger Jugendlicher im Motivationssemester vor Ort.

Angeleitet werden die Leute von Andreas Hulicka, dem Gruppenleiter des Gartenteams. Er ist sowohl Forstwart, Ranger wie auch Arbeitsagoge, instruiert und begleitet also als Fachmann Menschen mit erschwertem Zugang zur Arbeitswelt. Hulicka sieht den Auftrag im Rieterpark als grosse Chance für die Arbeiter des SNH an, da der grosse historische Park weitum bekannt sei und die Arbeit auf viel Anerkennung stosse. «Das motiviert, jeden Tag Höchstleistungen zu erbringen», sagt er.

Die Arbeit an den Wegen eigne sich zudem ideal, um die Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer zu schulen und richtig einzuschätzen und so ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt zu steigern.

Erstellt: 24.04.2019, 13:14 Uhr

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