Kilchberg

Sie gibt jungen Musiktalenten eine Bühne

Das Podium für junge Musikerinnen und Musiker geht am Sonntag in seine 16. Runde. Organisatorin Mariann Thöni erklärt, wer es bei ihr ins Programm schafft.

Im C.-F.-Meyer-Haus herrscht laut Mariann Thöni eine besondere Nähe zu den Musikern.

Im C.-F.-Meyer-Haus herrscht laut Mariann Thöni eine besondere Nähe zu den Musikern. Bild: Sabine Rock

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«Ich bin etwas mutiger geworden mit den Jahren», sagt Mariann Thöni. Die Organisatorin des Podiums für junge Musikerinnen und Musiker bringt auch in diesem Jahr zur 16. Ausgabe eine experimentellere Gruppe auf die Bühne. Das Trio Saeitenwind wird am kommenden Sonntag im C.-F.-Meyer-Haus beweisen, dass ein Cello, ein Akkordeon und ein Saxofon auch anderes können als Kammermusik. «Natürlich will ich, dass es dem klassisch interessierten Publikum gefällt, aber junge Leute beschäftigen sich auch mit moderner Musik», erklärt Thöni.

Und um diese jungen Leute geht es beim Podium für junge Musikerinnen und Musiker in Kilchberg auch. Gut ausgebildeten und begabten Musikhochschul-Abgängern soll eine Plattform geboten werden, wo sie sich einem Publikum präsentieren dürfen. Die durchschnittlich 25- bis 35-jährigen Musiker spielen im intimen Rahmen und im gut besuchten Saal des C.-F.-Meyer-Hauses. «Es stehen 50 Sitzplätze zur Verfügung. Aber meistens muss ich den Konzertsaal auf 70 Stühle erweitern», sagt Thöni.

Projekt wurde Selbstläufer

Als Thöni vor 20 Jahren nach Kilchberg kam, wollte sie sich eine neue Heimat schaffen, indem sie sich für ein Projekt einsetzen würde. «Ich bin gross geworden in einem Haus, wo Musik eine wichtige Rolle spielte, und bin als Musiktherapeutin tätig, da lag die Idee eines Musikpodiums nahe», erklärt sie. Das Projekt «Podium für junge Musiker» wurde sehr schnell zum Selbstläufer – es sprach sich unter den Studierenden herum, dass in Kilchberg vor Publikum gespielt werden darf.

Mittlerweile gehört das Podium von Mariann Thöni zum festen kulturellen Angebot von Kilchberg. Und dies ohne Sponsoren. «Es ist erstaunlich, dass Interessierte spenden, ohne dass ich sie darum bitten muss», sagt Thöni.

Auftritt ermöglichen

Um am Podium musizieren zu dürfen, müssen die Hochschulabgänger die Kriterien von Thöni erfüllen. «Ich lade nur solche ein, die aus der Schweiz kommen und auf diese Chance angewiesen sind. Musiker, die bereits in mehreren Orchestern spielen, nehme ich nicht», erklärt sie. Auch müssen die verschiedenen Konzertstile in der Reihe aufeinander abgestimmt werden. «Für mich ist jedes Konzert eine Sternstunde.

Die Veranstaltung lebt von der Persönlichkeit der Musiker und ihrer Leidenschaft, welche man in diesem kleinen Rahmen sehr intensiv erlebt», sagt Thöni. Ab August bis April nächsten Jahres locken wiederum fünf Klassikkonzerte im C.-F.-Meyer-Haus.

Vor den Konzerten findet jeweils ein kurzes, fünfzehnminütiges Intro, genannt Fokus, statt. Mit dem Beitrag führen die Musiker die Zuschauer ins Konzert ein und berichten über die Entstehungsgeschichte ihres Ensembles oder andere musikalische Schlüsselmomente. «Ich habe gemerkt, dass es den Musikern oft sehr schwerfällt, in Worten auszudrücken, was sie auf der Bühne machen. Der Fokus ist eine gute Übung für sie», erklärt Thöni.

Sonntag, 25. August, 17 Uhr (Fokus 16.15 Uhr), Eröffnungskonzert Trio Saeitenwind, Gartensaal, C.-F.-Meyer-Haus, Kilchberg.

Erstellt: 22.08.2019, 09:51 Uhr

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