Wädenswil

Showdown im Wilden Westen

Die Wädenswiler Theatergruppe Luut und Dütlich wartet in ihrem neuen Stück «Sechs Kugeln für ein Greenhorn» mit Aussergewöhnlichem auf: Das Kino-Genre des Western wird auf die Theaterbühne gebracht.

Im neuen Theaterstück der Wädenswiler Gruppe Luut und Dütlich geht es teilweise gefährlich zu und her.

Im neuen Theaterstück der Wädenswiler Gruppe Luut und Dütlich geht es teilweise gefährlich zu und her. Bild: André Springer

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Kurz vor der Premiere am kommenden Samstag im Etzelzentrum in Wädenswil beginnen im Proberaum von Luut und Dütlich die Hauptproben. Als Teil der Kulisse dient ein Saloon, der Barkeeper hantiert gelangweilt an einer Flinte. Musik ertönt: Ennio Morricones bekannte Titelmelodie aus Sergio Leones «Spiel mir das Lied vom Tod».

Klischeehafter könnte das Stück nicht beginnen, ist man versucht zu sagen. Doch es würde Luut und Dütlich an Wertschätzung mangeln, ginge man davon aus, dass es in diesem Stil weiterginge. «Wir mussten auf vieles nur im Film verzichten, das nur im Film möglich ist», sagt Michael Schmid, der Autor dieser oft vergnüglichen, teils tragischen und stets spannenden Reise in den Wilden Westen. «Aber die Faszination für den Mythos des Wilden Westens, jenes vermeintlichen Paradieses der Freiheit, gab Potential für die Theateraufführung.»

«Frontier» trennte Westen vom Osten

Was Schmid zusammen mit den Regieassistentinnen Olivia Hagedorn und Ann-Cathrin Wuttke an Potential fand und textlich verarbeitete, zeigt zum einen die Diskrepanz zwischen europäischen und amerikanischen Geschichtsmythen.

Zum anderen geht es in der Handlung, die im Jahr 1881 im Städtchen Tombstone im Süden Arizonas spielt, um die Frage: Wie war es um die Herrlichkeit des Wilden Westens, des Gebietes jenseits der sogenannten Frontier, der Grenze zum Indianergebiet, wirklich bestellt? Dort herrschte das Recht des Stärkeren, derweil im anderen Teil der bereits gegründeten Vereinigten Staaten der Rechtsstaat für Rechtssicherheit aufkam. Das Stück gibt Aufschluss, wie viel Freiheit und wie viel Ordnung es braucht.

Reale und fiktive Personen

Auf die Suche nach Antworten begibt sich das Greenhorn über den grossen Teich nach Arizona. Schmid spielt die fiktive Rolle des Neulings Caspar Heinrich Füssli, ein Theologe und Philosoph aus Zürich, vorzüglich. Ihm begegnen reale Personen, zum einen der Earp-Clan mit Wyatt Earp, eine Paraderolle für Alessandro Rizzi, Edi Layritz gibt den Sheriff Virgil Earp. Dem Cowboy-Clan steht der Clanton-Clan unversöhnlich gegenüber. Ann-Cathrin Wuttke mimt die Grossgrundbesitzerin Ike Clanton, Miriam Schnyder ihre Nichte Billie Clanton. Zu ihnen gesellt sich mit Olivia Hagedorn alias Doc Holliday eine weitere reale Person.

Greenhorn Füssli gerät zwischen die Fronten, versucht zu vermitteln und ist masslos enttäuscht, statt Freiheit nur Gier und Ausgrenzung anzutreffen. In der Not greift er zu Schillers Willhelm Tell und zitiert aus dem Freiheitsdrama wie auch aus Hamlet. Die Gegenseite hält mit schnoddrigen Worten über den Freiheitsbegriff dagegen. Füsslis Lage verschlechtert sich dramatisch, als er eines Mordes beschuldigt wird.

Zahlreiche weitere Schauspielerinnen und Schauspieler helfen in fiktiven Rollen mit, das Rätsel zu lösen, ob Füssli die Kleinstadt noch retten kann oder ob es zum Duell der Pistoleros in den Reihen der Clans kommt.

Luut und Dütlich. «Sechs Kugeln für ein Greenhorn». Vorstellungen: Samstag, 16. November, 20 Uhr, Sonntag, 17. November, 14 Uhr, Donnerstag, 21. November, und Freitag, 22. November, jeweils 20 Uhr, Samstag, 23. November, 14 und 20 Uhr. Etzelzentrum, Wädenswil. Tickets unter www.luutundduetlich.ch.

Erstellt: 13.11.2019, 16:36 Uhr

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