Wädenswil

Seine Spielfreude steckt an

Gesellschaftsspiele sind Xavi Bühlmanns grosse Leidenschaft. Zweimal im Monat organisiert er unter dem Titel «Wädi spielt» einen offenen Spielabend.

Xavi Bühlmann, Primarlehrer an der Schule Thalwil, hat in seiner Freizeit schon 250 Spielabende durchgeführt.

Xavi Bühlmann, Primarlehrer an der Schule Thalwil, hat in seiner Freizeit schon 250 Spielabende durchgeführt. Bild: Moritz Hager

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«Ja, spielen ist bei mir schon fast eine Sucht», sagt Xavi Bühlmann und schmunzelt. Der 60-jährige Primarlehrer bekam schon früh Gelegenheit, diese Leidenschaft auszuleben. Als kleiner Bub habe er mit dem Vater in der Wirtschaft gejasst, erzählt der Wädenswiler am Holztisch im Wädi-Bräu, ein Ding zwischen ihm und seinem Vater, das ihn stolz gemacht habe. Die Freude am Spielen hat sich gehalten: «Für mich steht das Verbindende im Zentrum», erklärt Bühlmann, dies auch der Grund, weshalb er nun bereits den 251. Spielabend durchführt. Er erinnert sich gut an den ersten Spielabend Ende 2006 im ehemaligen Volkshaus, zu sechst seien sie gewesen.

Was klein anfing, begeisterte mit der Zeit eine wachsende Runde. Gut 20 Personen nehmen inzwischen am kostenlosen Spieltreff teil. In lockerer Atmosphäre treten sie gegeneinander in Bühlmanns Auslese an Karten- und Brettspielen an. Das Angebot richtet sich längst nicht mehr ausschliesslich an Einheimische, Teilnehmende kommen auch aus angrenzenden Kantonen. Aus den bisweilen 120 Empfängern des Veranstaltungsmails bildet sich immer wieder eine neue Gruppe.

Auch seine Frau bleibt am Ball

«Gesellschaftsspiele vereinen hier eine kunterbunt gemischte Truppe, Leute, die sich sonst nie begegnen würden», ist der Organisator überzeugt. Ganze Spielvereine setzen auf dieses verbindende Element. Aktuell finden solche Abende im deutschsprachigen Raum Europas unter dem Logo «Spielend für Toleranz, gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit» statt. Ein Logo, das den Werten des Primarlehrers entspricht.

«Das ist für mich keine zusätzliche Belastung, sondern Entspannung.»

In der Schule Thalwil, wo Bühlmann Vollzeit arbeitet, nutzt er gern auch weitere Vorteile, die Spiele bringen können: «sprachliche Übungsmöglichkeiten, Lösungen finden, sich in Konzentration üben, Regeln einhalten, nur um einige davon zu nennen». Nicht zuletzt lerne man aber auch, verlieren zu können und bei Kooperationsspielen im Team zu arbeiten. Die Form des Teamspiels nutzen viele moderne Spiele. Xavi Bühlmann beobachtet die Neuerscheinungen genau, in der internationalen Spielszene informiert er sich via Blogs und soziale Medien über neue Entwicklungen. Mit seiner Frau Anja Gschwind besucht er ausserdem die jährlichen Spielwarenmessen. Und da Gschwind den Spielwarenladen Pinocchio an der Wädenswiler Rosenbergstrasse führt, kann Bühlmann seine Leidenschaft mit dem Nützlichen verbinden.

Nichts geht über die «Siedler»

Bühlmann selbst steht neben seiner Tätigkeit als Lehrer regelmässig an der Verkaufstheke des Ladens. «Das ist für mich keine zusätzliche Belastung, sondern Entspannung», stellt er klar. Er gebe sein Wissen gern weiter und könne so auch am Spielabend neue Spiele für den Laden testen. Sein persönlicher Spielfavorit ist und bleibt trotz aller Neuerscheinungen «Die Siedler von Catan». Dieses Brettspiel habe 1995 das Spielwesen revolutioniert, erklärt Bühlmann, von Anfang an habe ihn der flexible Aufbau fasziniert. «Siedler» beinhalte das, was in seinen Augen ein gutes Spiel ausmache: einen variablen Ablauf, Strategie und nicht zuletzt ein bisschen Glück. Er selbst wurde 2005 Vize-Schweizer-Meister in «Siedler von Catan» und konnte dadurch an der Weltmeisterschaft im deutschen Essen gegen internationale Gegner spielen. Ein unvergessliches Erlebnis für den Wädenswiler. «Entsprechend betrübt war ich, als die Organisatoren aus Bern im Jahr 2009 den Anlass gestrichen haben», erzählt er.

Kurzerhand übernahm der Wädenswiler 15 «Siedler»-Spiele aus Bern und stellt seither den Anlass am Zürichsee auf die Beine. Bei so viel Engagement stellt sich die Frage nach der eigenen Spielkreation von alleine. «Ich habe zwei in der Pipeline», sagt Xavi Bühlmann, «aber ich brauche mehr Zeit, um damit einen Schritt weiter zu gehen.» Nach der Pensionierung sei es wohl so weit. Und wie steht es um die Lust, seinen traditionellen Spielabend weiter zu organisieren? «Sie ist gross!», sagt Bühlmann ohne Zögern, aber mit einem Lachen: «Da gibt es wohl eher einen Ausbau als einen Abbau.»

Nächster Spieltreff: Donerstag, 9. Mai, 19.30 Uhr. Wädi-Brau-Huus, Florhofstrasse 9, Wädenswil. Mehr Informationen unter www.waedi-spielt.ch.

Erstellt: 03.05.2019, 15:56 Uhr

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