Schönenberg / Hirzel

Sechs Stunden Nachtarbeit für neun Kilometer Langlaufvergnügen

In den hoch gelegenen Gebieten am Zimmerberg herrscht tiefste Winterstimmung. Seit dieser Woche lässt sich diese auch wieder auf einer Langlaufloipe geniessen.

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Langlaufen boomt. Ob in Einsiedeln oder Studen, an schönen Tagen sind die Loipen in den nahe gelegenen Orten des Kantons Schwyz überbevölkert. Auch viele Langläufer aus der Zürichseeregion zieht es dorthin. Doch nun bietet sich ihnen wieder eine nahe Alternative: In Schönenberg und Hirzel wurde am Montagmorgen die als Zimmerberg-Loipe bekannte Strecke eröffnet. Sie erstreckt sich vom Schönenberger Altersheim Stollenweid über den Golfplatz bis zum Gebiet Enderholz im Hirzel, wo die Passstrasse hindurchführt.

«Ich rechne fest damit, dass die Loipe bis übers Wochenende hält», sagt Konrad Gwerder, «in den Nächten bleibt es genügend kalt.» Der Schönenberger hat die rund neun Kilometer lange Loipe in der Nacht auf Montag mit einem Ratrac frisch präpariert. Fünf bis sechs Stunden seien dafür nötig gewesen, sagt Gwerder. Nachdem die Loipe schon vor Weihnachten für zwei Tage offen war, ist sie es nun zum zweiten Mal in diesem Winter. Sowohl Skating als auch klassisch laufen ist möglich. Letzteres allerdings nur auf einer kleineren Runde im Bereich des Golfplatzes. Zugang zur Strecke hat man an verschiedenen Orten. Zum Beispiel beim Altersheim oder in der Schlieregg.

Jeden Abend wird präpariert

Gwerder, der Loipenbauer, ist Landwirt und gleichzeitig beim Golfclub Schönenberg angestellt. Wann es sich lohnt, die Strecke zu präparieren, entscheidet er selber. «Es braucht etwa 25 Zentimeter Schnee. Jetzt sind es rund 40.» Damit die Loipe in gutem Zustand bleibt, fahren er oder sein Hüttner Kollege Marcel Kaufmann die neun Kilometer mit dem Ratrac nun jeden Abend ab. «In der Nacht und am Morgen, wenn es am kältesten ist, kann die Piste so ideal aushärten.»

«Ich rechne damit, dass die Loipe bis übers Wochenende hält.»Konrad Gwerder, Loipenbauer

Dass die Loipe täglich neu bearbeitet werden muss, hat aber nicht nur mit den Langläufern zu tun. Nötig sei es vor allem wegen Spaziergängern und Hundehaltern, die sich zu Fuss auf die Strecke begeben. Ihre Spuren würden die Loipe kaputt machen, sagt Konrad Gwerder. «Verbieten können wir es ihnen nicht, aber wir bitten sie jeweils, wenigsten am Rand der Strecke zu laufen.» Die Loipe sei darum extra fünf Meter breit gespurt. Der 40-Jährige übt die Aufgabe seit rund zehn Jahren aus. Ins Leben gerufen wurde die gratis benutzbare Langlaufstrecke aber schon viel früher: im Jahr 1985. Damals gründeten die Gemeinden Oberrieden, Horgen, Hirzel und Schönenberg die IG Langlaufloipe Zimmerberg. Sie teilten die Kosten untereinander jeweils im Verhältnis zur Einwohnerzahl auf.

1400 Franken pro Saison

Laut Gwerder fallen pro Saison durchschnittlich Kosten von rund 1400 Franken an. Dazu gehören ein Stundenlohn und Ausgaben für das Fahrzeug. Letztes Jahr waren es aber wegen der wenigen Schneetage nur 900 Franken.

Wie hoch der Betrag heuer sein wird, ist natürlich noch offen. Genauso wie die Frage, wie die Kosten denn nun aufgeteilt werden, nachdem Hirzel und Schönenberg in Horgen und Wädenswil eingemeindet wurden. «Die Aufteilung werden wir noch verhandeln müssen», sagt Sebastian Epp, Leiter der Abteilung Sicherheit und Gesundheit der Stadt Wädenswil. Wahrscheinlich werde das bisherige Aufteilungsprinzip – Anteil nach Einwohnerzahl – beibehalten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 05.02.2019, 20:23 Uhr

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