Horgen

Schweiter setzt mehr um bei tieferer Profitabilität

Ob für Werbung, Architektur, Windanlagen oder Züge: Schweiter Technologies hat in den den ersten sechs Monaten 2017 mehr Platten und Materialien verkauft. Der Umsatz damit kletterte um 5 Prozent auf 485,6 Millionen Franken. Die Profitabilität litt allerdings unter höheren Rohmaterialkosten.

Das Industrieunternehmen Schweiter mit Sitz in Horgen kann positive Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorlegen.

Das Industrieunternehmen Schweiter mit Sitz in Horgen kann positive Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vorlegen.

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Die Verbundwerkstoff-Sparte 3A Composites bildet neu das alleinige Geschäft von Schweiter. Nicht mehr zu Schweiter gehört das einstige Kerngeschäft mit Textilmaschinen, das zuletzt noch gerade mal 9 Prozent zum Umsatz beitrug. Die entsprechende Sparte SSM verkaufte das Unternehmen Ende Juni an Rieter.

Mit dem Verkauf erzielte Schweiter einen Gewinn von 98,6 Millionen Franken, was den Reingewinn in der ersten Jahreshälfte auf 129,5 Millionen Franken hochtrieb. Ohne diesen Verkaufserlös wäre der Reingewinn um 1 Prozent auf 30,9 Millionen Franken gestiegen, wie Schweiter am Freitag mitteilte.

Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT hingegen sackte um 10 Prozent auf 38,9 Millionen Franken ab, auf Stufe EBITDA um 6 Prozent auf 52,6 Millionen Franken. Grund für die tiefere Profitabilität waren temporär höhere Rohmaterialkosten sowie höher als erwartete Anlaufkosten für eine neue Produktionsanlage. Zwar hat Schweiter die Verkaufspreise erhöht, dieser Effekt wird sich aber erst in der zweiten Jahreshälfte auswirken.

Starkes Display- und Architekturgeschäft

Beim Umsatz hingegen konnte Schweiter im ersten Semester um 5 Prozent zulegen. Zu diesem Wachstum trugen laut Unternehmensangaben das Display- sowie das Architekturgeschäft in Europa und den USA bei. Eine gute Nachfrage stellte der Verbundwerkstoff-Hersteller aber auch nach Kernmaterialien fest, etwa für Windanlagen, aber auch Brücken, Schiffe oder Ski.

Noch mehr verkauft hätte Schweiter laut Mitteilung, wenn nicht Balsaholz teilweise nur eingeschränkt verfügbar gewesen wäre. Hier haben ungewöhnlich starke Regenfälle in Ecuador dem Unternehmen einen Strich durch die Rechnung gemacht, da diese zu einer vorübergehenden Verknappung von Balsaholz führten.

Als erfreulich bezeichnete Schweiter weiter die Entwicklung des Geschäfts im Transportbereich. Dank einer hohen Nachfrage im Bereich Schienenfahrzeuge sei eine zweistellige Umsatzsteigerung und eine überproportionale Steigerung der Profitabilität verzeichnet worden.

Positiver Umsatzverlauf erwartet

Auch die Auftragsbücher sind leicht stärker gefüllt als im Vergleichssemester: Es gingen neue Aufträge im Wert von 505,7 Millionen Franken ein, das ist ein Zuwachs von 1 Prozent.

Für die zweite Jahreshälfte erwartet Schweiter einen positiven Umsatzverlauf und ein operatives Ergebnis mindestens auf der Höhe des ersten Halbjahres. So sollen sich die angepassten Verkaufspreise positiv bemerkbar machen. Die Übernahme von Atholone Extrusions in Irland soll zudem einen positiven Ergebnisbeitrag liefern.

Die Anleger an der Börse zeigten sich nicht überzeugt: Die Aktie verlor bis am Mittag fast 4 Prozent an Wert. Analysten hatten etwa beim operativen Gewinn mehr erwartet. Umsatz und Auftragseingang bezeichneten die Branchenbeobachter hingegen als solide. (past/sda)

Erstellt: 18.08.2017, 12:59 Uhr

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