Adliswil

Schmezer begeistert mit Matter

Ueli Schmezer und seine neue Matter-Live-Band interpretieren Mani Matters Lieder anders. Mal jazzig, mal poppig oder auch als berndeutschen Blues. In Adliswil überzeugten sie das Publikum.

Ueli Schmezer (Mitte) und seine Band liessen in der Adliswiler Kulturschachtle das Liedgut von Mani Matter wiederaufleben.

Ueli Schmezer (Mitte) und seine Band liessen in der Adliswiler Kulturschachtle das Liedgut von Mani Matter wiederaufleben. Bild: Michael Trost

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«Jedes Konzert hat einen Tiefpunkt – und wir fangen gleich damit an», sagte Ueli Schmezer, als er die Bühne in der Adliswiler Kulturschachtle betrat. Zusammen mit seiner Matter-Live-Band, bestehend aus dem Ausnahmegitarristen Nick Perrin und dem Kultbassisten Michel Poffet, entführte der Entertainer und Sänger das gut besuchte Publikum in die Kindheit zurück.

Mit dem «Tiefpunkt» meinte er den Teil eines Konzerts, bei dem das Publikum mitsingen soll. «Dene, wos guet geit, giengs besser ...» sangen dann die gut 130 Personen in der Kulturschachtle. Schmezer freute sich, dass so viele Leute mitsangen. «Und das in Adliswil», sagte er und ergänzte sogleich: «Also nicht in Bern.» Mani Matters Lieder seien zeitlos. Alle wüssten, worum es ginge, erklärte der Sänger. Ihn selber beeindruckten Matters Texte immer wieder. 

«Jeder kennt diese Lieder, und die Botschaften stimmen heute noch genau so, wie sie dies vor über 50 Jahren taten, als Mani Matter sie geschrieben hatte», findet Bernie Corrodi. Er ist der Präsident des Vereins Sihltal Session, welcher die Matter-Live-Band in die Kulturschachtle geholt hatte.

Matter Live interpretiert die bekannten Lieder des Berner Troubadours, der 1972 bei einem Unfall ums Leben kam, neu. Mal rockig oder poppig, mal als Jazzversion oder als Blues auf Berndeutsch. Sogar das spanische Flamenco-Feuer ist auf der Bühne zu hören und zu spüren. Trotzdem erinnern die Melodien unverkennbar an den grossen Liedermacher. Die Texte sind unberührt geblieben.

Besonders für die ältere Generation, die Mani Matter noch zu dessen Lebzeiten kannte, und erlebte, dürfte sich in die eigene Kindheit zurückversetzt gefühlt haben. «Gewaltig, sensationell, herausstechend», waren denn auch Kommentare von Besuchern, die sich in der Pause über den «grossartigen» Ueli Schmezer und seine Band austauschten.

Lachen und nachdenken

Schmezer begeisterte nicht nur mit seiner Stimme, sondern auch mit seiner humorvollen, sympathischen, fast schon freundschaftlichen Art. Er brachte das Publikum aber nicht nur zum Lachen, sondern auch zum Nachdenken. Genauso, wie das Matters Lieder auch heute noch tun.

So fragte er, was unsere Freiheit sei. «Aus was besteht sie, ausser dass wir uns alle zwei Jahre ein neues Handy kaufen?», meinte er und sprach damit die letzte Textzeile von Matters «Wilhälm Täll» an, die heisst «sy würde d Freiheit gwinne, wenn sy däwäg z gwinne wär». Auch thematisierte er die Kommunikation oder eben die fehlende Kommunikation untereinander mit dem Lied «Dr Alpeflug», bei dem sich Pilot und Passagier nicht verstehen, bis es zu spät ist.

Das aktuelle Programm von Sihltal Session widmet sich der Mundart. «Wir wollen zurückgehen zu den Wurzeln der Schweizer Mundartmusik», sagt Bernie Corrodi. Mani Matter sei einer der wichtigsten Mundartmusiker gewesen, deshalb freute er sich umso mehr, dass die Matter-Live-Band in Adliswil auftrat.

Erstellt: 27.01.2019, 19:23 Uhr

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