Zürichsee

Gastro-Mitarbeiter verlieren Stelle wegen Schiffszuschlag

Der Pächter der Gastronomie auf den Zürichseeschiffen muss ein Viertel der Festangestellten entlassen. Grund für die Kündigungen ist der sinkende Umsatz seit der Einführung des Schiffszuschlages.

Viele leere Tische in den Restaurants auf den Zürichseeschiffen: Bei der ZSG-Gastronomie führt der Schiffszuschlag zu Kündigungen.

Viele leere Tische in den Restaurants auf den Zürichseeschiffen: Bei der ZSG-Gastronomie führt der Schiffszuschlag zu Kündigungen. Bild: Manuela Matt

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Stürmische Zeiten ist sich Roland Thalmann gewohnt. Er ist seit 2003 Pächter der Gastronomie auf den Zürichseeschiffen. Doch die jetzige Situation auf dem Zürichsee macht dem erfahrenen Gastronomen richtig zu schaffen. Seit der Einführung des Schiffszuschlages Ende 2016 ist der Umsatz markant zurückgegangen. Thalmann muss mit einem Verlust von 20 bis 30 Prozent klarkommen, wie er auf Anfrage der «Zürichsee-Zeitung» erklärt. Im gleichen Zeitraum sind auch die Passagierzahlen um bis zu 35 Prozent eingebrochen.

Die Situation sei für ihn und seine Firma R. T. Gastro AG existenziell bedrohlich. Und er bestätigt: «Es wird Kündigungen geben.» Zwei hätten bereits ausgesprochen werden müssen, bis Ende Monat werden weitere folgen. Der Bestand von 40 Jahresangestellten werde er mit den Kündigungen auf 30 Personen reduzieren müssen. Auch beim Saisonpersonal musste Thalmann einschneidende Massnahmen umsetzen, einzelne temporäre Verträge wurden verkürzt. Thalmann fällt es hörbar schwer, über die Situation zu sprechen. Die Einzelschicksale seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen ihm nahe. Bevor Thalmann 2003 die Pacht auf dem See mit eigener Firma übernahm, war er – mit Unterbruch – seit 1990 Geschäftsführer der Gastronomie auf dem Zürichsee.

Den Umsatzrückgang bringt Thalmann in direkte Verbindung mit dem Schiffszuschlag. «Auf die Schiffe kommen weniger Leute und viele, die noch kommen, bringen jetzt Essen und Getränke selber mit», sagt Thalmann. Die Tagesgastronomie sei derzeit eine reine Dienstleistung, zu der er vertraglich verpflichtet sei.

Gutes Einvernehmen

Mit der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (ZSG) selbst habe er aber ein gutes Einvernehmen, betont der Pächter. Schliesslich war es ein Entscheid des Regierungsrates, den Zuschlag einzuführen. Die ZSG musste sich fügen. Wegen der schwierigen Situation in der Gastronomie sei er mit der ZSG im Gespräch. Er bezahlt der Schifffahrtsgesellschaft einen Pachtzins. Setzt er mehr Geld um, verringert sich der Zins, weil die ZSG am Gastronomieumsatz prozentual beteiligt ist.

Nicht betroffen vom Schiffsfünfliber sind die «Traumschiffe» am Abend. Dort sind ohnehin nur teurere Spezialbillette gültig. «Hier sind wir im grünen Bereich», sagt Thalmann. Die Kunden hielten der Schifffahrt auf dem Zürichsee zumindest bei diesem kulinarischen Angebot die Stange. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 13.09.2017, 16:30 Uhr

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