Langnau

Schandfleck im Langnauer Zentrum verschwindet

Nach 10 Jahren Verzögerung: Die baufällige Liegenschaft am Josackerweg in Langnau wird abgerissen. Pläne über einen Neubau scheiterten immer wieder an Einwendungen von Nachbarn und an der Gemeinde. Ab 2019 soll ein vierstöckiges Gebäude mit Mietwohnungen entstehen.

Der Bagger ist am Josackerweg 3 aufgefahren. Das Gebäude mit Garage wird in den nächsten Wochen vollständig abgerissen.

Der Bagger ist am Josackerweg 3 aufgefahren. Das Gebäude mit Garage wird in den nächsten Wochen vollständig abgerissen. Bild: Michael Trost

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Seit Jahren galt es als der bau­liche Schandfleck im Langnauer Zentrum. Das graue Haus mit zerbrochenen Fenstern und verschmierten Garagentoren am Josackerweg 3 stand leer und verlassen mitten im Langnauer Zentrum. Bereits seit über 10 Jahren existieren Pläne für einen Neubau. Nun wird dieser endlich Tatsache.

Seit letzter Woche wird das Ge­bäude­ abgerissen. «Aus Sicherheitsgründen haben wir eine vorzeitige Abbruchbewilligung erhalten. Die Zusammenarbeit mit dem Bau­amt war sehr speditiv», sagt Co­rinne Stebler, Geschäftsführerin der Spinnerei Langnau AG. Als Eigentümerin des Grundstücks reichte die Firma Anfang Jahr eine Baueingabe ein. «Einsprachen erfolgten keine, weshalb wir nun Schritt für Schritt die Umsetzung des Projekts planen können.»

Dieses sieht ein vierstöckiges Gebäude mit 15 Mietwohnungen und einer Tiefgarage mit 29 un­ter­irdischen Parkplätzen vor. Die Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmerwohnungen sollen auch als Alterswohnungen genutzt werden können. Die Gesamtkosten für den Bau betragen rund sieben Millionen Franken.

Einsprachen und Hausbesetzer

Das Projekt einer neuen Überbauung mitten im Langnauer Zentrum direkt hinter der Bushaltestelle Dorf kann so nach Jahren der Verzögerung endlich realisiert werden. Im November 2008 legten private Einsprecher gegen den geplante Neubau Rekurs ein. Diskrepanzen bestanden unter anderem in der Verlegung eines Weges, der mitten durch das Grundstück verlief. Drei Jahre später erteilte die Gemeinde die zweite Bewilligung für einen Neubau, doch erneut gab es Einsprachen. Ein Anwohner gelangte damit bis vor das Bundesgericht, wo er schlussendlich abblitzte. Streitpunkt war wieder eine Wegverlegung. Trotzdem redi­mensionierte die Spinnerei Langnau AG in der Folge das Projekt, weil damit keine Ausnahmebewilligung der Gemeinde mehr für die Überbauung nötig war.

2012 sorgte das Grundstück zu­sätz­lich­ für Gesprächsstoff, weil es von Unbekannten für knapp einen Monat besetzt wurde. Die Ungewissheit um die Zukunft der Liegenschaft am Josackerweg 3 ging weiter. 2015 lancierte die Eigentümerin ein neues Projekt, welches ebenfalls scheiterte, diesmal wegen der Gemeinde Langnau. Sie erteilte die Baubewilligung nicht, weil Teile des geplanten Neubaus nicht kernzonenkonform waren. Der Streit um das Grundstück und eine neue Überbauung lief so weiter bis zu Jahresbeginn. Die Spinnerei Lang­nau AG reichte das nächste und überarbeitete Projekt ein. Einsprachen gab es diesmal keine mehr.

«Wir sind froh, dass es endlich vorwärtsgeht», sagt Stebler. Die Planung für den Neubau lief zurzeit auf Hochtouren. Der Baubeginn sei jedoch nicht vor Februar 2019 zu erwarten. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 17.07.2018, 17:04 Uhr

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