Thalwil

SBB-Grossprojekt weckt bei Thalwilern gemischte Gefühle

Die SBB wollen das Parkplatzareal seeseits des Bahnhofs überbauen. An einer öffentlichen Infoveranstaltung wurden nun Einzelheiten erläutert. Bei den Besuchern kam das Projekt mehrheitlich gut an – mit einem Hauptkritikpunkt.

Die Bahnhofstrasse wird künftig  vom umgebauten Güterschuppen (vorne) und den bis zu 25 Meter hohen Wohnhäusern geprägt sein. Visualisierung: SBB

Die Bahnhofstrasse wird künftig vom umgebauten Güterschuppen (vorne) und den bis zu 25 Meter hohen Wohnhäusern geprägt sein. Visualisierung: SBB

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«Der Güterschuppen wird in ein neues Wahrzeichen mit Anziehungskraft verwandelt.» So verspricht es eine tiefe Off-Stimme in einem Werbevideo der SBB. Dieses ist eigens für das Bauprojekt am Bahnhof Thalwil erstellt worden. Vorgeführt wurde das Video am Montagabend im Hotel Sedartis. Die SBB hatten die Bevölkerung dort zu einem Infoabend eingeladen. Knapp hundert Thalwilerinnen und Thalwiler sind der Einladung gefolgt und liessen sich im Detail über das vor Kurzem bekannt gewordene Vorhaben orientieren.

Das Projekt namens Talevo setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: Einerseits soll der markante Güterschuppen in ein Gebäude mit Ladenflächen, Dienstleistungen, Büros und eventuell Wohnungen umgebaut werden. Die bestehende Passerelle Nord soll neu bis durch den Güterschuppen und auf die Bahnhofstrasse hinabführen. Andererseits ist geplant, die ebenfalls seeseitige, längliche Parkplätzfläche mit drei bis vier Wohnhäusern zu überbauen. Im Sockelgeschoss sollen auch diese Platz für Gewerbe bieten.

Höher als am Centralplatz

2016 hätten die SBB zusammen mit der Gemeinde angefangen, verschiedene Varianten zu studieren, sagte Boris Zigawe, Talevo-Projektleiter bei SBB Immobilien. Auch Hochhäuser oder ein durchgehender Gebäuderiegel seien anfänglich zur Diskussion gestanden. In den nun übrig gebliebenen beiden Varianten ist vorgesehen, dass die Gebäude Abstände von mindestens 10 Metern zueinander aufweisen. So entspricht es dem privaten Gestaltungsplan, der das Richtprojekt überhaupt erst ermöglichen soll. Dieser Plan liegt zurzeit beim Thalwiler Bauamt öffentlich auf. Einwendungen dagegen können bis am 3. Januar eingereicht werden. Über die definitive Fassung wird wohl zwischen Mitte und Ende 2019 abgestimmt.

Neben Verantwortlichen der SBB und Vertretern des involvierten Planungsbüros ewp, sprachen am Montagabend auch Gemeindepräsident Märk Fankhauser (FDP) und Bauvorstand Richard Gautschi (parteilos). Beide betonten mehrfach, dass Talevo für Thalwil eine grosse «Chance» sei. Dennoch gibt es Vorbehalte. «Das Volumen der Gebäude sehen wir als kritisch an», sagte Gautschi. Die Gemeinde würde diesbezüglich bei den Vorschlägen der Architekten genau hinschauen, wenn es dann so weit sei.

Weiter erfuhren die Besucher, dass gemäss der Bau- und Zonenordnung Gebäude im betroffenen Zentrumsgebiet eigentlich nur 19 Meter hoch sein dürfen. Der Gestaltungsplan würde es den SBB aber erlauben, bis zu 25 Meter hoch zu bauen. Zum Vergleich: Die geplanten Häuser des Centralplatz-Projekts werden dereinst eine Maximalhöhe von 21 Metern aufweisen.

Die Gebäudehöhe war denn auch in den regen Gesprächen am Apéro, wo die Experten für Fragen zur Verfügung standen, das dominierende Thema. «Viele finden es gut, dass das Areal entwickelt wird, aber die Höhe ist für manch einen ein Kritikpunkt», fasste Fankhauser die Meinungen zusammen.

Kebabstand kommt weg

Zu hören war in den Gesprächen zudem, dass die heute knapp 50 P+Rail-Parkplätze ersatzlos gestrichen werden. In der einstöckigen Tiefgarage wird es lediglich 50 Parkfelder für Bewohner und andere Mieter geben. Weitere Plätze sind an der Bahnhofstrasse geplant, allerdings nur zur kürzeren Nutzung.

Verschwinden wird auch der Kebabstand, der sich seeseits der Gleise befindet. Sein Vertrag sei befristet bis die Passerelle Süd saniert wird. Dies erfolge circa im Jahr 2021, wie ein Projektbeteiligter sagte. Ob der Stand danach wieder einen Platz erhalte, sei völlig offen. Veränderungen gibt es auch für die Papiersammlung der Thalwiler Vereine. Der Verlad in die Bahnwagen erfolgt künftig auf einer Fläche zwischen Güterschuppen und einem der Wohnblöcke. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 06.11.2018, 21:05 Uhr

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