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Sanierte Sihlwaldbrücke ist ab Samstag wieder offen

Nach umfassender Sanierung wird die über ­130-jährige Fachwerkbrücke über die Sihl bei Sihlwald am Samstag wieder für den Verkehr und für Fussgänger freigegeben. Damit findet auch ein leidiger Streit ein Happy-End.

Die frisch sanierte eiserne Lady präsentiert sich nach wie vor im vertrauten Erscheinungsbild – und doch aufgefrischt.
Die frisch sanierte eiserne Lady präsentiert sich nach wie vor im vertrauten Erscheinungsbild – und doch aufgefrischt.
Sabine Rock
Um die 2 Millionen Franken butterten Gemeinde, Kanton und Bund in die fast fünfmona­tige Totalsanierung der 134-jährigen Brücke und in Nebenarbeiten.
Um die 2 Millionen Franken butterten Gemeinde, Kanton und Bund in die fast fünfmona­tige Totalsanierung der 134-jährigen Brücke und in Nebenarbeiten.
Sabine Rock
Fit gemacht wurde die eiserne Lady damit für ein weiteres halbes Jahr­hundert und für eine Belastung von maximal 18 Tonnen bei weiterhin einspuriger Befahrung.
Fit gemacht wurde die eiserne Lady damit für ein weiteres halbes Jahr­hundert und für eine Belastung von maximal 18 Tonnen bei weiterhin einspuriger Befahrung.
Sabine Rock
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Ein neuer, mattsilberner Farb­anstrich überzieht jetzt Metallstreben und Geländer der Fachwerkbrücke, die bei Sihlwald die beiden Sihlufer und Horgen mit seinem entlegenen Ortsteil im Sihltal verbindet. Die Fahrbahn über den Fluss wurde offensichtlich neu geteert, und der einst unüber­sehbare Rostfrass an der Eisenkonstruktion ist genauso spurlos verschwunden wie die alten Werkleitungen unter der Brücke.

Um die 2 Millionen Franken butterten Gemeinde, Kanton und Bund in die fast fünfmona­tige Totalsanierung der 134-jährigen Brücke und in Nebenarbeiten. Gemessen daran hat sich am äusseren Erscheinungsbild der eisernen Veteranin erstaunlich wenig geändert. Und das ist auch ganz im Sinne des Zürcher Heimatschutzes, der den Erhalt der Brücke bis vor Verwaltungsgericht gegen die Gemeinde ­Horgen erstritten und sich erfolgreich gegen einen Abbruch und Neubau gewehrt hatte.

Tiefenbehandlung notwendig

Bei der Sanierung ging es denn auch nicht so sehr um äusser­liche Kosmetik, sondern um eine Tiefenbehandlung und die inneren Werte der alten Schönheit, an welcher der Zahn der Zeit genagt hatte. Für den unumgänglichen Einbau einer neuen Fahrbahn, den möglichst originalgetreuen Ersatz oder die Verstärkung von Haupt- und Querträgern mussten um die 16 Tonnen Alteisen de­mon­tiert und weit über 30 Tonnen neuer Stahl eingebaut und dafür tonnenweise alter Beton und Belag abgetragen werden. Fit gemacht wurde die eiserne Lady damit für ein weiteres halbes Jahr­hundert und für eine Belastung von maximal 18 Tonnen bei weiterhin einspuriger Befahrung.

Die Abwasserleitung, die bislang unter der Brücke ins Hochwasserprofil ragte, wurde in die Fahrbahn verlegt und die sihlquerende Wasserleitung dort mit einem Spezialverfahren unter das Flussbett.

«Wir sind mit den Anfang Novem­ber gestarteten Arbeiten finanziell und terminlich absolut auf Kurs», bilanziert Gemeindeingenieur Hans Burch. Sodass die Brücke plangemäss morgen Samstag wieder dem Verkehr übergeben werden kann. Und ­damit just auf den Saisonstart des Sihlwaldbusses, der fortan und bis Ende Oktober jeweils am Samstag- und Mittwochnachmittag sowie an Sonn- und Feiertagen ab dem späten Vormittag Ausflügler und Besucher des Wildnisparks im Stundentakt von Horgen nach Sihlwald und Sihlbrugg Alter Bahnhof transportiert. Und von dort wieder ­zurück. Noch ausstehend sind letzte Instandstellungsarbeiten am Sandstein des Mittelpfeilers und der Widerlager – ohne dass die Brücke dafür aber nochmals gesperrt werden müsste.

Versöhnlicher Abschluss

Horgens Gemeindepräsident Theo Leuthold (SVP) spricht zum Abschluss von einer «gelungenen und gefreuten Sache». Und Architekturhistoriker Markus Fischer, der das Dossier als ehemaliges Vorstandsmitglied für den Zürcher Heimatschutz betreut hatte, von «grosser Genug­tuung» dar­über, dass die Brücke, welche mit den bau­lichen Zeugen der früheren Holzwirt­schaft im Sihlwald ein eindrückliches Ensemble bilde, ­habe erhalten werden können.

So viel Einigkeit und Freude war nicht immer. Die Gemeindebehörde hatte die Brücke nämlich 2011 bereits aus dem kommunalen Schutzinventar gekippt. Um sie durch einen im Vergleich zur Sanierung günstigeren Neubau zu ersetzen. Wobei auch gleich noch der Mittelpfeiler als unliebsames Hochwasserhindernis hätte entfernt werden können. Aufgrund eines Rekurses des Heimatschutzes wurde der Gemeinderat dann aber vom Verwaltungsgericht zurückgepfiffen und dahingehend belehrt, dass es sich bei der Brücke um ein kunst- und kulturhistorisches Schutzobjekt von überkommunaler Bedeutung handle. Weshalb Horgen zur Sanierung verknurrt wurde.

An diese erhält die Gemeinde nun immerhin einen Kantonsbeitrag von 315 000 und einen Bundesbeitrag von 284 000 Franken.

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