Rüschlikon

Rüschlikon ehrt das einheimische Filmschaffen

«Film ab» heisst es an den Rüeschliker Kulturtagen. Im Mittelpunkt steht Thomas Koerfers Klassiker «Der Gehülfe». Die Bevölkerung kann sich mit Kurzfilmen beteiligen.

An den Rüschliker Kulturtagen steht das Medium Film im Zentrum (Symbolbild).

An den Rüschliker Kulturtagen steht das Medium Film im Zentrum (Symbolbild). Bild: Donato Caspari

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Rüschlikon hat gerade mal 5800 Einwohner, doch überdurchschnittlich viele von ihnen sind im Filmgeschäft tätig. Diesen Filmern, Regisseuren, Schauspielerinnen und Kritikern wolle man die diesjährigen Kulturtage widmen, sagt Paul Frey, Präsident von Kultur Rüschlikon.

Da ist zunächst Altmeister Thomas Koerfer, der mit «Glut» 1983 in Venedig einen viel beachteten Beitrag zur Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg vorlegte. Schon einige Jahre zuvor hatte Koerfer Robert Walsers Roman «Der Gehülfe» verfilmt, die Geschichte des stillen Bürolisten Marti, der im Haus des Möchtegern-Unternehmers Tobler wohnt und arbeitet und dessen endgültiges Scheitern miterlebt. Walser liess sich für diesen Roman von eigenen Erlebnissen in der Wädenswiler Villa Abendstern inspirieren, wo er einige Zeit beim Tüftler und späteren Bankrotteur Carl Dub­ler angestellt war. Thomas Koerfer, inzwischen 74-jährig, lebte jahrzehntelang in Rüschlikon.

Besuch in der Villa

Die Kulturtage ermöglichen eine Wiederbegegnung mit der etwas in Vergessenheit geratenen Walser-Verfilmung samt einleitender Lesung von Gian Rupf. Und es gibt zwei weitere Gelegenheiten, Robert Walser und seinen «Gehülfen» näher kennen zu lernen: Die regelmässig stattfindenden Gespräche über Bücher in der Gemeindebibliothek mit dem Buchhändler Martin Dreyfus sind diesmal ebenfalls dem Roman gewidmet; ausserdem führt Bernhard Echte durch die Villa Abendstern. Echte, der als langjähriger Leiter des Robert-Walser-Archivs und Walser-Enthusiast so viel über den Schweizer Dichter weiss wie kaum jemand, hat das Haus vor zwanzig Jahren gekauft und zu einer Art Pilgerstätte gemacht.

Selbstverständlich wollen die Rüeschliker Kulturtage den Blick nicht nur in die Vergangenheit richten. Mit Tobias Wüthrich und Beat Hösli erzählen zwei einheimische Auftragsfilmer in einem Werkstattgespräch, wie sie zu ihrem Wissen und Können kamen. Das Gespräch über Werbefilme, Special Effects und Filmlogos wird von Bernhard Schneider moderiert.

Schräge Kurzfilme erwünscht

Filmschaffende sind darauf angewiesen, dass über ihre Werke berichtet wird. Einer, der dies jahrzehntelang mit Fachkenntnis und Leidenschaft getan hat, ist Kritiker Andreas Furler, auch er ein Rüeschliker. In einem Gespräch, das durch drei Kurzfilme ergänzt wird, erzählt Furler über seine Arbeit als Filmkritiker,Co-Leiter des Zürcher Filmpodiums, Mitarbeiter eines Filmverleihs und Betreiber eines Filmportals. Eröffnet werden die Rüeschliker Kulturtage mit dem Stummfilm «One Week» von und mit Buster Keaton aus dem Jahr 1920.

Anfang September hat Kultur Rüschlikon einen Filmwettbewerb ausgeschrieben (siehe Kasten). Gesucht werden aktuelle oder ältere Kurzfilme mit Rüschlikon-Bezug. Anfang Dezember darf das Publikum am Abschlussanlass seinen Lieblingsfilm küren. Das Echo auf die Ausschreibung sei bisher eher verhalten, sagt Paul Frey, Präsident von Kultur Rüschlikon. Die Fachjury unter der Leitung von Andreas Furler würde sich über ein paar weitere Beiträge freuen. Diese dürften durchaus auch etwas schräg sein. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 22.10.2018, 17:27 Uhr

Anmeldung Kurzfilme

Noch bis am Freitag können Beiträge für den Rüschliker Filmwettbewerb angemeldet werden. Die maximal sechsminütigen Filme dürfen mit jedem beliebigen Gerät und Format gedreht werden und sollen in Rüschlikon spielen oder ein Thema aus der Gemeinde aufgreifen. Ist ein Thema bei der Anmeldung bereits vergeben, muss der Wettbewerbsteilnehmer ein neues Sujet suchen. Abgabedatum für den fertigen Film ist der 10. November. Dem Gewinner der Publikumswahl vom 2. Dezember winkt ein Preisgeld von 500 Franken. Anmeldung unter der E-Mail-Adresse film@kulturrueschlikon.ch. (red)

Das Programm

26. Oktober, 19.30 Uhr, Hotel Belvoir: Eröffnungsanlass mit Stummfilm und Apéro.
8. November, 17 Uhr, Gemeindebibliothek im Oetikergut: «Der Gehülfe» von Robert Walser im Gespräch.
9. November, 20 Uhr, Gartenhalle Nidelbad: von coolen Clips und Special Effects mit den Auftragsfilmern Tobias Wüthrich und Beat Hösli.
15. November, 20 Uhr, Gartenhalle Nidelbad: Lesung und Vorführung «Der Gehülfe» von Thomas Koerfer.
17. November, 14 Uhr: Führung durch die Villa Abendstern, Bürglistrasse 37, Wädenswil, Schauplatz des Romans «Der Gehülfe», Anmeldung erforderlich.
23. November, 20 Uhr, Gartenhalle Nidelbad: vom Kritiker und Kinobetreiber zum Gründer eines Filmportals. Gespräch mit Andreas Furler.
2. Dezember, 16.30 Uhr, Gartenhalle Nidelbad: Rüschliker Filmwettbewerb, Vorführungen und Publikumswahl. (red)

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