Rüschlikon

Rüschlikon blitzt mit Beschwerde gegen Stromleitung ab

Um die Landschaft vor dem Ausbau der Hochspannungsleitungen zu schützen, wehrte sich die Gemeinde Rüschlikon vor Gericht. Das Bundesverwaltungsgericht lehnt die Beschwerde nun ab.

Die Stromleitungen in Rüschlikon sorgen seit Jahren für einen Rechtsstreit.

Die Stromleitungen in Rüschlikon sorgen seit Jahren für einen Rechtsstreit. Bild: Patrick Gutenberg

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Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) und die Axpo beabsichtigen seit Jahren, die Spannung auf den Hochspannungsleitungen zwischen Samstagern und Zürich auf 380 Kilovolt zu erhöhen. Darum müssten die heute 35 Meter hohen Strommasten im Rüeschliker Naherholungsgebiet Längimoos durch neue, rund 55 Meter hohe Betonmasten ersetzt werden.

Eingereicht haben die Netzbetreiber das Baugesuch im Jahr 1997. Die Gemeinde Rüschlikon und der Verein Diakonie Nidelbad wehrten sich dagegen und forderten eine Verkabelung. Seither haben sich mehrere Gerichte, Ämter und Gemeinden mit dem Vorhaben befasst. 2012 entschied das Bundesverwaltungsgericht nach einem Augenschein, dass die Landschaft im Gebiet Längimoos von regionaler Bedeutung sei und eine Verkabelung der Hochspannungsleitungen geprüft werden müsse. Die Netzbetreiber EWZ und Axpo rekurrierten und erhielten vor Bundesgericht teilweise recht, der Fall wurde an die Vorinstanz zurückgewiesen.

Leitungen der SBB spielen zentrale Rolle

Gegen die erneute Plangenehmigung, wieder ohne eine Verlegung der Hochspannungsleitungen in den Boden, rekurrierten die Gemeinde Rüschlikon und der Verein Diakonie Nidelbad erneut. Sie forderten zumindest die Verkabelung der Leitungen, die technisch möglich sei. Nun müssen die Rekurrenten vor dem Bundesverwaltungsgericht in St. Gallen eine Niederlage hinnehmen. Dieses stellt sich im jüngsten Urteil auf die Seite von EWZ und Axpo.

Das Bundesverwaltungsgericht hält im Urteil fest, dass die SBB-Leitungen, die ebenfalls auf den neuen Masten geführt werden sollen, aus technischen Gründen nicht verkabelt werden können. Und eine Teilverlegung der Kabel in den Boden sei nicht «wesentlich landschaftsverträglicher». Im Klartext heisst das: Wenn die SBB-Leitungen ohnehin in der Luft hängen, ist es unverhältnismässig, die Hochspannungsleitungen in den Boden zu verlegen. «Einen Entscheid basierend auf dieser Logik haben wir befürchtet», sagt der Rüeschliker Gemeindepräsident Bernhard Elsener (CVP) auf Anfrage.

In seinen Augen gibt es dennoch einen Unterschied: «Die SBB-Leitungen allein könnten auf den bestehenden Masten geführt werden. Dies wäre ein klarer Vorteil für das Landschaftsbild. Denn nur wegen der 380 kV Leitung der Axpo müssen die Masten im Längimoos auf 55 Meter erhöht werden.» Wie die Rekurrenten nun auf das Urteil reagieren werden, ist momentan noch offen. «Wir werden den Entschied analysieren und danach mit unseren Rechtsberatern entscheiden, wie es weitergeht.»

Langnau könnte von Urteil profitieren

Die Axpo teilt auf Anfrage mit, dass sie das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Kenntnis genommen habe. Da das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, wollte sich der Energiekonzern noch nicht dazu äussern. Denn innert 30 Tagen könnte das Urteil beim Bundesgericht angefochten und somit weitergezogen werden. «Sobald das Urteil rechtskräftig ist, beginnen wir die Planung der nächsten Schritte», schreibt die Axpo.

Eine Bedeutung hat das Urteil auch für die Gemeinde Langnau. Denn in Langnau sollen die Hochspannungsleitungen abgebaut werden. Dies ist aber erst möglich, wenn die Leitungen zwischen Samstagern und Thalwil umgebaut und in Betrieb genommen wurden.





Erstellt: 13.02.2020, 20:40 Uhr

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