Rüschlikon

Rüeschliker Gemeindepräsident als Experte nach Genua berufen

Nach dem Einsturz eines Teils der Morandi-Brücke in Genua, sind die Ermittlungen zur Ursache im Gang. Unter den Experten die das Unglück untersuchen befindet sich auch Rüschlikons Gemeindepräsident und ETH-Professor Bernhard Elsener. Am Mittwoch fährt er nach Italien.

Bernhard Elsener soll nun helfen, Genuas Brückenkatastrophe zu klären.

Bernhard Elsener soll nun helfen, Genuas Brückenkatastrophe zu klären. Bild: Keystone

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Fünf Wochen ist es her, seit ein gut 200 Meter langes Stück der Morandi-Brücke im italienischen Genua kollabierte und 43 Menschen in den Tod riss. Seither führt die einstige Strassenverbindung zwischen Stadt und Hafen ins Nichts. Nun sollen Experten die Unglücksursache klären. Unter ihnen ist auch Bernhard Elsener, Werkstoffwissenschaftler undbekannt als CVP-Gemeindepräsident von Rüschlikon. Per Email habe ihn die zuständige italienische Untersuchungsrichterin angefragt, ob er sich als Experte zur Verfügung stellen und am Brückengutachten mitarbeiten würde.

Überrascht und erfreut habe er zugesagt, erzählt Elsener, der an der ETH über Baustoffe lehrt. Es sei das erste Mal, dass er zu einem Fall dieser Grösse hinzugezogen werde. «Es ist eine grosse Ehre für mich und auch eine Anerkennung für mein berufliches Schaffen», sagt der ETH-Professor gegenüber «Blick».

Voraussetzung für die Tätigkeit als Experte sei auch die völlige Unabhängigkeit von der Brückenbetreiberin Autostrade per l’Italia und den zuständigen Ämtern. Elsener ist der einzige Ausländer im dreiköpfigen Expertenteam.

Bernhard Elsener ist nicht nur Wissenschaftler, sondern auch langjähriger Gemeindepräsident (CVP) von Rüschlikon.

«Gespannt, was kommt»

Wie genau seine Aufgabe in Genua aussehen wird, weiss er noch nicht. Die Anfrage aus Italien sei sehr offen formuliert gewesen. «Ich bin gespannt, was kommt», sagte der 65-jährige gestern, am Tag vor seiner Abreise auf Anfrage der Zürichsee-Zeitung. Einen ersten Augenschein von den Überresten der 1967 eingeweihten Brücke kann Elsener vielleicht am Mittwoch nehmen.

Dabei werde es wahrscheinlich insbesondere um die Beweissicherung gehen. Denn im Oktober wollen die italienischen Behörden mit dem Abbruch der restlichen Brücke beginnen. «Vorher müssen alle Teile, die mit dem Unglück in Zusammenhang stehen könnten, sichergestellt werden», erklärt der Wissenschaftler.

Elsener hofft, dass er Einblick in die gesamte Untersuchung haben wird. Also auch in die Dokumente, welche die italienische Staatsanwaltschaft in ihren bisherigen Ermittlungen gesichert hat. Nur so sei es möglich, sich ein vollständiges Bild von den Ursachen des Unglücks zu machen. Seit dem Einsturz wurden unter anderem die Büros von Autostrade per l’Italia und das Mailänder Polytechnikum durchsucht.

Erstellt: 18.09.2018, 17:20 Uhr

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