Richterswil

Richterswil hebt Kommission für ältere Menschen auf

Noch bis zum Legislaturwechsel im Juni vertritt die Kommission Alter die Anliegen von Menschen ab 60 Jahren. Danach wird sie aufgehoben, in ihre Fussstapfen tritt die Altersbeauftragte vom InfoPunkt Alter. Die Befürchtung wird laut, dass das Volk seine Stimme in Altersfragen verliert.

Verlieren die Richterswiler Bürger ihre Stimme in Sachen Alter? Mitte Jahr soll die Kommission Alter auufgelöst werden – unter anderem aus Kostengründen.

Verlieren die Richterswiler Bürger ihre Stimme in Sachen Alter? Mitte Jahr soll die Kommission Alter auufgelöst werden – unter anderem aus Kostengründen. Bild: Symbolbild/Keystone

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Noch nimmt die Kommission Alter ihre beratende Funktion wahr. Mit dem Legislaturwechsel im Juni wird die Kommission, die sich gemäss der Webseite der Gemeinde Richterswil «umfassend mit den Anliegen von Seniorinnen und Senioren befasst», auf Antrag der Ressorvorsteherin Gesellschaft, Melanie Züger (FDP), aufgehoben.

Das 2010 ins Leben gerufene achtköpfige Gremium setzt sich mehrheitlich aus Vertretern aus der Bevölkerung zusammen, die Leitung hat Melanie Züger inne. Aufgrund der demografischen Entwicklung war dieser Schritt nicht zu erwarten. Denn dem Alterskonzept 2014 der Gemeinde Richterswil ist zu entnehmen, dass der Anteil der über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Kanton Zürich von knapp 17 Prozent im Jahr 2011 auf nahezu 24 Prozent im Jahr 2030 ansteigen wird. Es ist daher davon auszugehen, dass Fragen rund ums Altern zu- und nicht abnehmen werden.

Angebote bleiben bestehen

Laut Melanie Züger ändert sich für die ältere Bevölkerung aber nichts durch den Entscheid, die Kommission aufzuheben. Alle Angebote sollen erhalten bleiben. «Seit 2011 besteht zwischen der Gemeinde Richterswil und Pro Senectute ein Leistungsauftrag», sagt Züger. Im Rahmen dieses Leistungsauftrages sei der InfoPunkt Alter geschaffen worden, wo sich die Altersbeauftragte Gabriela Giger den Anliegen der Richterswiler Senioren annehme und kostenlose Sozialberatungen anbiete.

Mit der Auflösung der Kommission Alter möchte Melanie Züger Doppelspurigkeiten vermeiden. «Wir haben sämtliche Strukturen überprüft und werden auch andere Kommissionen anschauen», sagt die Gemeinderätin. In den Anfangsjahren sei die Kommission Alter ein gutes Gefäss gewesen, mit dem InfoPunkt Alter sei aber eine ebenso gute Alternative geschaffen worden. Finanziell bringe die Aufhebung der Kommission nicht viel. «Wir sparen künftig lediglich die jährliche Pauschale von 1000 Franken pro Kommissionsmitglied.» Die jährlichen Sitzungsgelder in der Höhe von 3000 Franken stünden neu der Altersbeauftragten zur Verfügung, damit sie die Möglichkeit habe, je nach Thema Arbeitsgruppen einzusetzen und deren Mitglieder zu entschädigen.

Volk verliert Mitsprache

Lediglich auf strategischer Ebene sind laut Zürger Veränderungen zu erwarten: «Vertreter aus der Bevölkerung werden nicht mehr bei allen Themen, sondern situativ miteinbezogen.» Genau diesen Aspekt bedauert Hansueli Kirner, Mitglied der Kommission Alter: «Die Kommission hat gewährleistet, dass das Volk in Altersfragen eine Stimme gehabt hat. Diese fällt nun weg.» Da die Alterskommission vom Gemeinderat eingesetzt werde, habe diese ein grösseres politisches Gewicht als die Altersbeauftragte.

Laut Kirner ist es nicht unproblematisch, dass sich die Altersbelange bei einer Fachperson konzentrieren, auch wenn die derzeitige Altersbeauftragte gute Leistungen erbringe. «Die älteren Semester entwickeln sich zu einer schweigenden Mehrheit, die durch den Wegfall der Kommission an Gewicht verliert.» (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 08.01.2018, 16:45 Uhr

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