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Restpotenzial für Dorfentwicklung nutzen

Weil Schönenberg kein Land mehr einzonen darf, soll das heutige Siedlungsgebiet moderat nach innen verdichtet werden. Mit der Revision der Richt- und Nutzungsplanung hat die Gemeindeversammlung dafür nun die Grundlagen geschaffen.

In Schönenberg soll das Siedlungsgebiet nicht mehr ausgedehnt, sondern bloss noch nach innen verdichtet werden.
In Schönenberg soll das Siedlungsgebiet nicht mehr ausgedehnt, sondern bloss noch nach innen verdichtet werden.
Archiv ZSZ / Moritz Hager

Der kürzlich revidierte kantonale Richtplan schreibt vor, dass die bauliche Entwicklung vorab in den städtischen Räumen geschehen soll und in ländlichen Gebieten vor allem Kulturland, Erholungs- und Naturräume gesichert werden müssen.

An der von 66 Stimmbürgern besuchten Gemeindeversammlung im Dorfhuus Schönenberg vom Donnerstag machte der von der Gemeinde für die Revision der kommunalen Richt- und Nutzungsplanung beigezogene Raumplaner Michael Ruffner denn auch unmissverständlich klar, was das für Schönenberg ­bedeutet: nämlich dass die Gemeinde das Siedlungsgebiet nicht mehr ausdehnen, sondern bloss noch nach innen verdichten kann. Und selbst das nur in bescheidenem Ausmass. Mit der mit wuchtiger Mehrheit an­genommenen Revision soll nun genau dieser begrenzte Entwicklungsspielraum möglichst dorfverträglich genutzt werden.

Anreiz für Anbauten

Um einen Anreiz für bauliche Erneuerungen und Verdichtung zu schaffen, bringt die Revision für rund 40 Prozent des gesamten Siedlungsgebiets Sonderbauvorschriften. Nämlich für die allermeisten Wohnquartiere nordwestlich der Wädenswilerstrasse zwischen Schulhaus und Zweierhof, wo zahlreiche Einfamilienhäuser aus den 1960er- und 1970er-Jahren stehen. Liegenschaftsbesitzer, die dort etwa eine Einliegerwohnung erstellen, profitieren von einer Erhöhung der zulässigen Baumasse um0,25 und von einer Reduktion des Grundabstandes von zehn auf acht Meter. In Anspruch nehmen können Bauherren diesen Bonus allerdings nur, wenn der Erweiterungsbau gestalterisch gut auf das bestehende Gebäude und Quartier abgestimmt wird.

Gutgeheissen wurden auch ­diverse Zonenplanänderungen: Im Vorderschönenberg wurde ein Grundstück an der Has­laub­stras­se von der Kern- in eine dreigeschossige Wohn- und Gewerbezone umgeteilt; am Schulhausweg und Sonnenrain wurden ­Aufzonungen vorgenommen. Reformierte Kirche und Pfarrhaus sind nun der Kernzone und nicht mehr einer Zone für öffentliche Bauten zugeteilt. Um eine sorgfältige Dorfkernbebauung in Vorderschönenberg zwischen Hüttener- und Haslaubstrasse zu ermöglichen, wurde im Bereich des früheren Restaurants Sonne eine Gestaltungsplanpflicht festgesetzt.

Der Teilrichtplan Verkehr enthält neu eine Verkehrsberuhigungszone im Zentrum und auch Eingangspforten an den Einfahrtsachsen sowie eine neue Postautohaltestelle im Bereich Dorfhuus. Der Kanton will damit jene bei der ehemaligen Post ersetzen, zumal dort Gelenkbusse kaum vernünftig wenden können. Ein Antrag, diese neue Bushaltestelle, die «bloss das Dorfbild verschandelt» und unnötig Geld und Land verschlinge, zu streichen, wurde klar verworfen. Mit dem Eintrag bekenne sich Schönenberg lediglich weiterhin zum Postauto- und S-Bahn-Anschluss, ohne dabei den genauen Standort der neuen Haltestelle oder deren Dimension zu präjudizieren, hatte Hochbauvorstand Willi Schilling (FDP) zuvor argumentiert. Wer sich gegen das kantonale Projekt wehren wolle, könne dies im kommenden Herbst bei der öffentlichen Auflage tun, meinte er.

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