Kilchberg

Rekurs bedroht das neue Feuerwehrdepot

Die Stimmberechtigten haben im Februar entschieden, das Feuerwehrdepot und den Werkhof am bisherigen Standort an der Alten Landstrasse zu erweitern. Dagegen ist ein Rekurs eingegangen.

Die Absteckung beim Mammutbaum ist inzwischen entfernt worden.

Die Absteckung beim Mammutbaum ist inzwischen entfernt worden. Bild: André Springer

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Ungenügend informiert seien die Kilchberger gewesen, als sie im Februar in einer Variantenabstimmung über den Standort des Feuerwehrdepots befanden. Dies ist zumindest die Ansicht einer Kilchberger Bürgerin. Deshalb legte sie gegen das Bauvorhaben, das aus dem Abstimmungsergebnis resultierte, beim Bezirksrat Horgen Rekurs ein.

Es ging bei der Abstimmung darum, ob das Feuerwehrdepot und der Werkhof an einen neuen Standort im Tal neben die Autobahn verlegt oder am bisherigen Ort an der Alten Landstrasse 166 erweitert werden sollen. Letztere Variante ging mit einer Sanierung des Feuerwehrlokals und einem Erweiterungsbau - einer unterirdischen Einstellhalle für die Feuerwehr im Randbereich des Parks Schellergut - einher. Letztlich sprach sich eine knappe Mehrheit der Kilchberger für die Sanierung und Erweiterung des alten Standorts aus.

Baum in Gefahr?

Sowohl die Rekurrentin als auch die Gemeinde Kilchberg wollen gegenüber dieser Zeitung noch keine Auskunft erteilen, bis der Schriftenwechsel beendet ist und die Entscheidung des Bezirksrats feststeht. Die Kilchbergerin Mathilde Nägeli hat sich aber bei dieser Zeitung zu Wort gemeldet. Bald nach der Abstimmung war das Projekt ausgesteckt und sorgte auch bei ihr für Unmut. Nägeli hegt viele schöne Erinnerungen an den Park mit seinen Bäumen und ist überzeugt, dass es ihr Generationen von Kilchbergerinnen und Kilchbergern gleichtun. Die erst jetzt sichtbare, effektive Baulinie für den Aushub der Tiefgarage habe gezeigt, dass das Wurzelwerk eines Mammutbaums im Schellerpark sowie das Astwerk einer Eibe in Mitleidenschaft gezogen würden. Als weiterer Kollateralschaden drohe der Verlust einer Eiche in der südlichen Parkecke.

Die zuständige Gemeinderätin Barbara Baruffol (FDP) hatte auf dieselbe Kritik schon vor der Abstimmung im Februar reagiert. «Wir haben in der Ausarbeitung grossen Wert auf den Schutz des Parks gelegt», liess sie sich damals in dieser Zeitung zitieren. Die Bau- und Zonenordnung werde vollständig eingehalten. Damit die teils inventarisierten Bäume keinen Schaden nehmen, würden ihre Wurzeln beim - damals noch allfälligen - Bau mit Netzvorhängen aufwendig geschützt, sagte Baruffol.

Falsch informiert?

Gemäss Mathilde Nägeli habe ein von der Rekurrentin beauftragter Experte hingegen darauf hingewiesen, dass das Abtragen des Wurzelgrundes eine erhebliche Gefahr für den Mammutbaum darstelle, selbst unter Anwendung eines Wurzelvorhangs. «War dies den Stimmbürgern damals bewusst?», fragt sich auch Nägeli.

«In diesem Rekursfall geht es um die Frage, ob in der Weisung der Gemeinde zur Abstimmung falsche Informationen enthalten waren», bestätigt Bezirksratspräsident und Statthalter Armin Steinmann. Der Bezirksrat befindet sich zurzeit im Schriftenwechsel mit der Gemeinde Kilchberg, die an diesen bereits eine erste Stellungnahme abgegeben hat. Heisst der Bezirksrat die im Rekurs erhobenen Vorwürfe gut, wäre eine neuerliche Abstimmung eine mögliche Konsequenz, sagt Steinmann. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 11.06.2019, 16:02 Uhr

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