Adliswil

Rektor und Ex-Schulpflegerin kämpfen um freien Sitz

Markus Riesen (Freie Wähler) und Daniela Eggenberger (SVP) stellen sich am 1. September zur Wahl um den freigewordenen Sitz in der Schulpflege Adliswil. Beide sind erfahren, auf unterschiedliche Weise.

Die beiden Kandidaten für den letzten freien Sitz in der Schulpflege: Markus Riesen (Freie Wähler) und Daniela Eggenberger (SVP).

Die beiden Kandidaten für den letzten freien Sitz in der Schulpflege: Markus Riesen (Freie Wähler) und Daniela Eggenberger (SVP). Bild: PD

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Die Adliswiler Schulpflege hat im vergangenen Mai ihr dienstältestes Mitglied verloren: Daniel Freytag, der sich achtzehn Jahre lang in diesem Gremium engagiert hatte, verstarb nach längerer Krankheit. Der Schulpfleger war Mitglied der Freien Wähler. Für den Sitz, den er in der Schulpflege hinterliess, stellen sich nun zwei Kandidaten zur Verfügung: Markus Riesen und Daniela Eggenberger. Die Wahl findet am Abstimmungssonntag vom 1. September statt.

Der 64-jährige Markus Riesen will den Sitz für die Freien Wähler verteidigen. «Ich werde nächstes Jahr pensioniert, möchte mich aber weiter für die Schule einsetzen», sagt Riesen. Seit 2016 ist der Adliswiler Rektor der Berufswahlschule Bezirk Horgen, die sich an der Seestrasse in Oberrieden befindet. Davor war er Prorektor an der Fachschule Viventa. «Ich kenne das Schulwesen und die Herausforderungen für die Lehrpersonen darum bestens», sagt Riesen, der auch selber unterrichtet. Bevor er auf dem zweiten Bildungsweg ins Bildungswesen einstieg, arbeitete Riesen als Physiotherapeut, teils mit eigener Praxis.

Neu in der Partei

Konkrete Themen, für die er sich speziell einsetzen wolle, kenne er zurzeit noch nicht. Seiner Einschätzung nach sei die Adliswiler Schule jedoch mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert wie viele andere Schulen: ein hoher Schüleranteil mit Migrationshintergrund, die Umsetzung der Digitalisierung oder auch die Einführung von Tagesschulen.

«Ich kenne das Schulwesen und die Herausforderungen für die Lehrpersonen darum bestens.»Markus Riesen (Freie Wähler)

Privat ist er, der Vater zweier erwachsener Kinder ist, seit 20 Jahren in der Sihltalstadt zuhause. Politisch aktiv war er bisher aber nicht. Erst diesen Frühling sei er von den Freien Wählern angefragt worden, ob er für sie für den Schulpflegesitz kandidieren würde. Daraufhin hat er sich der Partei angeschlossen.

In Adliswil aufgewachsen ist Riesens Kontrahentin Daniela Eggenberger von der SVP. Im Frühling vor einem Jahr, als die Schulpflege bei den Wahlen von neun auf sieben Sitze verkleinert wurde, war sie die grosse Verliererin: Nach acht Jahren in der Schulpflege verpasste sie als einzige Bisherige die Wiederwahl – um acht Stimmen. «Das hat mich schon sehr gefuchst», sagt die 51-Jährige, «denn ich war mit Herzblut dabei.» In der Zwischenzeit habe sie die Themen der Schulpflege aber weiter verfolgt. «Der Einstieg würde mir darum leicht fallen.»

Sie ist für Kleinklassen

Gleich geblieben sind auch ihre Kernanliegen: Sie wolle sich für die Einführung von Kleinklassen und die Abschaffung der Mehrjahrgangsklassen stark machen. Letzteres hatte sie schon 2010 bewogen, für die Schulpflege zu kandidieren. Als selbstständige Unternehmerin und Mutter eines erwachsenen Sohnes könne sie sich die Zeit frei einteilen, was für das Amt in der Schulpflege ein Vorteil sei.

«Der Einstieg würde mir leicht fallen.»Daniela Eggenberger (SVP)

Doch widerspricht ihre Kandidatur nicht dem Willen der Wähler, die den Sitz 2018 den Freien Wählern zusprachen? «Als wählerstärkste Partei hat auch die SVP einen Sitz in der Schulpflege zugute», argumentiert Daniela Eggenberger. Die übrigen Sitze sind von Mitgliedern der FDP (3), CVP (1) und SP (1) sowie von einer parteilosen Schulpflegerin besetzt.

Erstellt: 13.08.2019, 14:35 Uhr

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