Thalwil

Regionalplaner beharren auf Parkplätzen

An ihrer Delegiertenversammlung hat sich die Planungsgruppe Zimmerberg mit der Zentrumsüberbauung der SBB am Bahnhof Thalwil auseinandergesetzt. Sie kritisiert die Aufhebung der dortigen Pendlerparkplätze und verlangt Ersatz.

Die Pendlerparkplätze am Bahnhof Thalwil sollen aufgehoben werden. (Archiv)

Die Pendlerparkplätze am Bahnhof Thalwil sollen aufgehoben werden. (Archiv) Bild: Philipp Kleiser

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Die SBB hegen mit ihrem Überbauungsprojekt Talevo grosse Pläne für die Entwicklung des Bahnhofareals in Thalwil. Der Güterschuppen soll um ein Geschoss aufgestockt und als Gewerbe- und Wohnliegenschaft genutzt werden. Und auf dem angrenzenden Parkplatzareal sollen vier 21 bis 25 Meter hohe Gebäude mit rund 55 Wohnungen sowie mit Gewerbe und Dienstleistungsangeboten im Sockelgeschoss entstehen.

Gebaut werden kann indes nur, wenn die Gemeindeversammlung den derzeit für das Einwendungsverfahren öffentlich aufliegenden privaten Gestaltungsplan der SBB gutheisst. Insbesondere wegen der Höhe der Wohnbauten stösst das Projekt in der Bevölkerung nicht nur auf Zustimmung, wie ein öffentlicher Informationsabend von Anfang November (Ausgabe vom 7. November) deutlich machte.

Letzten Donnerstag nun nun hat die für die Regionalplanung im Bezirk zuständige Zürcher Planungsgruppe Zimmerberg (ZPZ) an ihrer Delegiertenversammlung in Thalwil zuhanden der Gemeinde Stellung bezogen.

Pendlerparkplätze im Visier

Explizit zur Höhe der Gebäude äusserte sie sich dabei zwar nicht. In dem einstimmig verabschiedeten Papier kommt die ZPZ aber zum Schluss, dass zumindest Nutzungsdichte und bauliche Dichte des Grossprojekts aus regionalplanerischer Sicht «vertretbar» seien.

Nicht einverstanden ist die ZPZ hingegen mit der Aufhebung des im regionalen Richtplan eingetragenen P+Rail mit total 49 Feldern zugunsten der neuen Wohnbauten. Die Streichung dieser Pendlerparkplätze und eine zusätzliche Reduktion von Parkfeldern mit Zentrumsfunktion im Bahnhofbereich «entsprechen nicht den Vorgaben des regionalen Richtplans», moniert sie.

Hohe Nachfrage

Die ZPZ betont, dass das P+Rail schliesslich gut ausgelastet sei – auch, weil am Thalwiler Bahnhof Fernverkehrszüge in Richtung Zürich, Luzern und Graubünden halten würden. Falle das P+Rail in Thalwil weg, würden die Nutzer auf analoge Anlagen in der Region ausweichen. Eine Streichung des P+Rail aus dem regionalen Richtplan müsse ohnehin zwingend beantragt und begründet werden. Dabei müsse nachgewiesen werden, wie die bestehende Nachfrage anderweitig abgedeckt werden könne, heisst es in der Stellungnahme.

Andernfalls müsse die Funktion von P+Rail am Bahnhof «in geeigneter Weise und in geeignetem Umfang erhalten» bleiben. Heute stehen inner- und ausserhalb des P+Rail im seeseitigen Bahnhofbereich 142 Abstellplätze zur Verfügung, wie die ZPZ vorrechnet.

Zwar seien auch in der künftigen Tiefgarage der Neuüberbauung 57 Parkfelder für Bewohner, Beschäftigte und Besucher und Kunden vorgesehen. Und weitere 49 ausserhalb des Überbauungsperimeters entlang der Bahnhofstrasse. Diese würden indes von ihrer Belegung und Funktion her nicht als P+Rail konzipiert, betonte Verkehrsplaner Oskar Merlo an der Delegiertenversammlung.

Grossverteiler sollen aushelfen

Dass es für die Aufhebung des P+Rail seitens der SBB einen formellen Antrag zuhanden der ZPZ brauche, sei sich die Gemeinde Thalwil sehr wohl bewusst, hielt dem der Thalwiler Planungs- und Bauvorstand und ZPZ-Delegierte Richard Gautschi (parteilos) entgegen. Gautschi zeigte sich auch überzeugt, dass es gelingen werde für das P+R geeigneten Ersatz in Fussdistanz zum Bahnhof sicher zu stellen und nachzuweisen. Und zwar namentlich in den Tiefgaragen von Coop und Migros und allenfalls auch in weiteren, privaten Unterniveaugaragen, welche heute offensichtlich unterbelegt seien.

Die SBB ihrerseits hatten am Informationsabend bezüglich der Aufhebung der heutigen P+Rail-Anlage geltend gemacht, dass es angesichts der hervorragenden Erschliessung des Zentrumsgebiets mit Bahn und Bus dort ohnehin nur noch in einem begrenzten Ausmass Parkplätze brauche. (Zürichsee-Zeitung)

Erstellt: 02.12.2018, 19:06 Uhr

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