Langnau

Regierungsräte und andere Wahlkandidaten diskutieren über die Zukunft des Kantons

Die CVP, FDP und SVP steigen gemeinsam als «Bürgerliches Bündnis» in den Wahlkampf für den Regierungsrat und Kantonsrat. Am Podium in Langnau befassten sich die bürgerlichen Redner vor allem mit dem demografischen Wandel.

Vor rund 70 Interessierten diskutierten Silvia Steiner, Thomas Vogel, Ernst Stocker, Moderator Walter Leuthold, Urs Waser, Mario Senn und Farid Zeroual (von links).

Vor rund 70 Interessierten diskutierten Silvia Steiner, Thomas Vogel, Ernst Stocker, Moderator Walter Leuthold, Urs Waser, Mario Senn und Farid Zeroual (von links). Bild: Manuela Matt

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Die von den SVP-Ortsparteien Langnau und Adliswil organisierte Podiumsdiskussion am Montagabend im katholischen Kirchgemeindehaus in Langnau stand unter dem Motto «Für ein bürgerliches Sihltal». Zum Inhalt hatte sie die Fragestellung: «Bildung, Finanzen und Bevölkerungswachstum – wohin geht die Reise im Kanton Zürich?» Antworten darauf gaben prominente Redner. Allen voran Silvia Steiner (CVP) und Ernst Stocker (SVP), die an den Erneuerungswahlen für die sieben Regierungsratssitze am 24. März erneut antreten. Befragt wurden sie am Podium von Moderator Walter Leuthold, dem ehemaligen SVP-Bezirkspräsidenten.

«Im Vergleich zur übrigen Ostschweiz werden wir eine um rund zehn Jahre jüngere Bevölkerung haben.»Ernst Stocker, Finanzdirektor Kanton Zürich

Bildungsdirektorin Steiner stellte ihrem Ressort ein insgesamt gutes Zeugnis aus. Betreffend der Schulen sagte sie: Die Hauptpersonen sind die Lehrer, und die machen einen guten Job.» Das Projekt «Bildungsmeile» sei mit der Inbetriebnahme der Allgemeinen Berufsschule Zürich nachhaltig lanciert worden. Eine gute Strategie sei auch beim Bau weiterer Schulhäuser entwickelt worden. In diesem Zusammenhang erwähnte sie die beiden künftigen Gymnasien in der Au und in Uetikon. In Aussicht stellte die Regierungsrätin: «Es ist erfreulich, dass es wieder mehr Schweizer Kinder gibt.» Zusammen mit dem weiteren Wachstum der Bevölkerung brauche es deshalb bis ins Jahr 2040 im Kanton rund 10 000 neue Stellen für Lehrer. Sie hofft künftig auf möglichst viele junge, motivierte Leute, die diesen Beruf erlernen möchten.

1,6 Milliarden aus Unternehmenssteuern

Zum Thema «Finanzen» nahm Finanzdirektor Ernst Stocker vor den rund 70 Zuhörern im voll besetzten Saal ausführlich Stellung. Er plädierte für den Erhalt des Kantons als attraktiven Wirtschaftsstandort. «Wir nehmen pro Jahr 1,6 Milliarden Franken an Unternehmenssteuern ein. Wenn ein paar Firmen im Sihltal und im Bezirk Horgen wegbrechen würden, die 50 Millionen Franken zahlen, würde das schon weh tun. «Zumal die Region hohe Summen an den kantonalen Finanzausgleich beisteuern muss.»

«Es ist erfreulich, dass es wieder mehr Schweizer Kinder gibt.»Silvia Steiner, Bildungsdirektorin Kanton Zürich

Mit Zahlen wartete der Wädenswiler zum Bevölkerungswachstum auf: Demnach stieg die Anzahl Personen im Kanton in den letzten 20 Jahren von 1,2 auf 1,5 Millionen. Bis 2040 folgen weitere 300 000 Leute. «Die Stadt Zürich sagt, wie müssen sie aufnehmen, die kleineren Gemeinden sagen, wir haben keinen Platz», fuhr Stocker fort. Die Raumplaner seien nun gefragt. Eine interessante Zahl legte er nach: «Die demografische Entwicklung führt dazu, dass wir im Kanton Zürich im Vergleich zur übrigen Ostschweiz eine um rund zehn Jahre jüngere Bevölkerung haben werden.

Ob er sich als Stiftungsrat bei der Trägerin des Kinderspitals Zürich und bei den Zürcher Reha-Zentren als Nachfolger des zurücktretenden Adliswiler Gesundheitsdirektors Thomas Heiniger vorstellen könne, wurde Thomas Vogel gefragt. Der Kantonsrat tritt nun als Regierungskandidat an und ist von der FDP als Nachfolger Heinigers nominiert worden. Vogel bejahte dies und betonte, dass private Spitäler als Ergänzung zu öffentlichen Spitälern ihre Berechtigung hätten. Die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen müsse man in den Griff bekommen. «Gesundheitspolitik ist aber auch Sache des Bundes, der Gesundheitsdirektor betreibt also auch Bundespolitik.»

Sich einsetzen für Schwächere

Die 180 Sitze im Kantonsrat werden ebenfalls am 24. März neu bestellt. Der Adliswiler Kantonsratskandidat Mario Senn, Bezirkspräsident der FDP, meinte zum Bevölkerungswachstum: «Ich sehe es grundsätzlich positiv, wenn die Gesellschaft wächst.» Er selber möchte jedenfalls nicht an einem Ort leben, wo die Bevölkerung abnehme. Zu den Konjunkturprognosen fügte er an, man müsse der Wirtschaft die Möglichkeit geben, Arbeitsplätze zu schaffen. Zu viele Vorschriften würden die Anstellung von weniger qualifizierten Arbeitskräften jedoch erschweren. Der Langnauer Urs Waser (SVP/ bisher) setzte sich ebenfalls für sozial Schwächere ein. «Die tiefe Arbeitslosenquote kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Lösungen für junge Arbeitslose, für die Beschäftigung der über 50-Jährigen und für die Langzeitarbeitslosen. braucht,»

Der Adliswiler Stadtpräsident und Kantonsrat Farid Zeroual (CVP/bisher) setzte sich schliesslich angesichts dem stetigen Wachstum der Gemeinde für eine bessere ÖV-Anbindung mit Taktverdichtungen zwischen dem Sihltal, Zimmerberg und den Seegemeinden ein, um die Probleme mit den Pendlerströmen in der Sihltalbahn zu entschärfen. Zeroual schloss mit den Worten: «Das führt zur Verbesserung der Infrastruktur in unserer Region.»

Erstellt: 12.02.2019, 18:23 Uhr

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