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Die Pendler getäuscht

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Bezahlt haben inzwischen alle. Jeden Morgen und Abend strecken die Seependler den Kontrolleuren auf den Schiffen ihren Seezuschlag entgegen. Immer mal wieder gefolgt von einem hörbaren Grummeln über das Zusatzticket.

Wenigstens entschädigt die Aussicht auf den See und lenkt davon ab, dass seit dieser Woche das Schifffahren erheblich teurer geworden ist. Wahrscheinlich wollten die Rotstift-Politiker den Pendlern eine Botschaft mit auf den Weg geben. Wer das papierne Billett besitzt, gehört zum erlauchten Kreis der Menschheit, die ein bisschen Feriengefühl auf dem Arbeitsweg haben darf. Dass der Kanton Zürich sparen will, ist sein gutes Recht. Skandalös ist es aber, wenn der Spareffekt verpufft. Etwa weil es nun mehr Personal braucht für die Kontrollen.

Besonders dreist ist es, wenn man wissentlich falsch rechnet. Hätte der ZVV auf den Zuschlag auf Querfahrten verzichtet, wären ihm auch die Bundesbeiträge nicht gestrichen worden. Der ZVV geht von 300 Pendlerabos aus. Rechne: 300 mal 150 Franken gibt 45 000 Franken. Der Bund hätte über 200 000 Franken gezahlt. Deshalb gibt es nur eines: den Zuschlag für Querfahrten wieder abschaffen und die Bundesgelder kassieren. Das wäre richtiges Sparen – und erst noch mit glücklicheren Kunden.

Erstellt: 16.12.2016, 17:51 Uhr

Conradin Knabenhans, Leiter Zürichsee-Zeitung, Ausgabe Obersee. (Bild: Archiv ZSZ)

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