Thalwil

Quartierbewohner fordern weitere Tempo-30-Zone

In der Kirchbodenstrasse unterhalb der reformierten Kirche in Thalwil soll der Schulweg sicherer und der Verkehr beruhigt werden. Anwohner haben dazu Unterschriften gesammelt und diese der Gemeinde übergeben.

An diesem Ort ist der Verkehr besonders gefährlich, finden Eltern von Schulkindern. Die Kirchboden- und die
Zehntenstrasse kreuzen sich hier, zudem führt der Schulweg über den Querungsbereich.

An diesem Ort ist der Verkehr besonders gefährlich, finden Eltern von Schulkindern. Die Kirchboden- und die Zehntenstrasse kreuzen sich hier, zudem führt der Schulweg über den Querungsbereich. Bild: pd

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Auf dem Thalwiler Bauamt ging es am Donnerstag plötzlich sonderbar lärmig und lebendig zu und her. Ein Dutzend Primarschüler und Kindergärtler stürmte um acht Uhr morgens in ein Sitzungszimmer. In Begleitung ihrer Eltern überreichten sie dort Gemeindeingenieur Andy Fellmann ein dickes Couvert. 287 Unterschriften und ein Antrag befanden sich darin.

In diesem Schreiben bitten die Unterzeichnenden darum, nach dem Etzlibergquartier nun auch im Gebiet zwischen der reformierten Kirche und der Bahn­linie eine Tempo-30-Zone einzurichten. Konkret geht es um die rund 900 Meter lange Kirchbodenstrasse und einige angrenzende Strassen. «Wir werden das Anliegen gerne prüfen», versprach Fellmann vor versammelter Schar.

«Für Kinder zu komplex»

Weil das Gebiet eine Wohnzone ist und die Kirchbodenstrasse mehrere missverständliche Querungssituationen habe, wäre eine Tempo-30-Zone angebracht. So sagt es Thomas Nauer, der die Unterschriftensammlung mitinitiert hat.

Neben der Temporeduktion machen die Initianten in ihrem Antrag weitere Vorschläge, die die Sicherheit für Fussgänger verbessern sollen. Ein Augenmerk legen sie dabei auf die Kreuzung Zehntenstrasse/Kirchbodenstrasse. «Dort ist die Situation besonders gefährlich», sagt Nauer. Viele Autofahrer würden die unübersichtliche Stelle, wo ein Schulweg über die Strasse führt, ungebremst passieren. Einen Fussgängerstreifen gibt es dort nicht. «Kinder unter zwölf Jahren können die dortige komplexe Verkehrssituation kognitiv kaum beurteilen», meint Nauer, der selber Vater zweier Schulkinder ist. Im Antrag an die Gemeinde wird darum auch ein Fussgängerstreifen an besagtem Ort gefordert.

Neu ist der Wunsch nach einer sichereren Querungsmöglichkeit in der Kirchbodenstrasse allerdings nicht. Schon früher sind solche Anträge bei der Gemeinde deponiert worden. Doch seien sie von der Kantonspolizei abgelehnt worden, erzählt Thomas Nauer. «In der Vergangenheit entstand der Eindruck, dass man von den Behörden abgewimmelt wird. Die Kriterien der Kapo waren für uns nicht nachvollziehbar.» Nun hätten er und die anderen Eltern ein besseres Gefühl. «Es scheint, als wäre unser Anliegen diesmal wohlwollend aufgenommen worden», sagt Nauer. Sie seien deshalb guter Dinge, «dass sich eine Lösung für eine bessere Verkehrssituation finden lässt».

Gemeinde lädt zu Infoanlass

Wie Andy Fellmann erklärte, werde die Gemeinde nun zuerst einmal prüfen, ob die Unterschriftenzahl für das betroffene Quartier repräsentativ ist. «Je nach Entscheid werden wir danach ein externes Gutachten in Auftrag geben, das die Machbarkeit der geäusserten Anliegen aufzeigen wird.» Ein solches Gutachten koste in diesem Fall schätzungsweise rund 10 000 Franken.

Grundsätzlich befürworte die Gemeinde Tempo-30-Zonen, wenn sie von einer Mehrheit der Betroffenen gewünscht werde. So geschah es im Etzlibergquartier, wo das neue Temporegime seit letztem August gilt. Doch auch in anderen Gebieten Thalwils dürfte Tempo 30 Einzug halten. So wurde bereits ein entsprechendes Verkehrsgutachten für das Gattiker Quartier Schweikrüti erstellt. Ebenso eines für die beiden benachbarten Quartiere Seehalden und Sonnenberg.

Die Ergebnisse dieser Gutachten werden laut dem Gemeindeingenieur noch in diesem Jahr präsentiert. Dazu wird die Gemeinde die Bewohner der genannten Quartiere zu Infoanlässen einladen. Danach wird sie die Begehren mit der Kantonspolizei besprechen.

Erstellt: 04.10.2018, 21:08 Uhr

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