Wädenswil

Preisverstösse beim Ausverkauf – Kantonspolizei wird aktiv

Der Migros-Fachmarkt SportXX lockte in den letzten Wochen unter anderem in Wädenswil mit hohen Rabatten. Auf einigen Artikeln fehlten jedoch die Preisangabe. In Bülach wurden zudem Phantasiepreise genannt.

Bei den Rabatten von SportXX kam es zu Verstössen gegen die Preisbekanntgabeverordnung.

Bei den Rabatten von SportXX kam es zu Verstössen gegen die Preisbekanntgabeverordnung.

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Im aktuellen Sommerschlussverkauf findet man auch Markenmode zum kleinen Preis. Zum Beispiel bei SportXX, der Tochterfirma der Migros. In den vergangenen Wochen lockte der Fach-markt mit Rabatten von bis zu 75 Prozent.

Beim Fundgrubenverkauf von SportXX im Bülach Süd Center stiessen Kunden jedoch mehrmals auf Kleider und Schuhe, bei denen jegliche Preisangaben fehlten. Doch wie soll man den Rabatt weitergeben, wenn man den regulären Preis nicht kennt?

Markenmode ohne Preise

Der Augenschein vor Ort zeigt, dass tatsächlich an diversen Standorten einzelne Sportschuhe und -kleider im Verkauf waren, an denen weder direkt noch in deren Nähe Preise angebracht waren.

«Wir können die Ursprungspreise nicht herausfinden»Verkäufer bei SportXX in Bülach

Laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) in Bern stellt dies einen klaren Verstoss gegen die Preisbekanntgabeverordnung dar. «Detailpreise müssen durch Anschrift an der Ware selbst oder unmittelbar daneben bekanntgegeben werden», schreibt das Seco.

Immerhin konnten die Verkäufer in Winterthur und in Wädenswil über ein Computersystem die früheren Preise ermitteln. «Bei uns können wir die Preise jedoch nicht herausfinden», sagten hingegen die Verkäufer in Bülach.

Dort wurde auf Anfrage bei einzelnen Produkten gar eine Bandbreite von Preisen genannt. Das liess den Eindruck von Willkür entstehen – und dass man als Kunde letztlich nie genau weiss, wie hoch der Rabatt tatsächlich ist.

Migros überprüft Sachverhalt

Migros-Sprecher Patrick Stöpper sagt gegenüber dieser Zeitung, dass ihnen keine Preisverstösse bei SportXX bekannt seien. Man werde aber den geschilderten Sachverhalt zu klären versuchen. «Sollte sich herausstellen, dass unsere SportXX-Mitarbeitenden solche Angaben gemacht haben, werden wir entsprechende Massnahmen wie Nachschulung oder personalrechtliche Konsequenzen prüfen.»

Eine Nachfrage bei der Kantonspolizei Zürich ergab, dass inzwischen Polizisten im Bülach Süd Center die Ausverkaufsware von SportXX kontrollierten. Auch zum Zeitpunkt dieser Kontrollen gab es dort Markenartikel, bei denen die Preisangabe fehlte.

Sara Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz, lässt durchblicken, dass solche Verstösse längst nicht nur bei SportXX registriert werden – und fordert mehr Kontrollen.

Erstellt: 30.08.2018, 17:43 Uhr

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