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Langnau und Adliswil planen eine gemeinsame Polizei

Der Gemeinderat von Langnau plant, sich in der Polizeiarbeit mittels Vertrag der Stadt Adliswil anzuschliessen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus beiden Gemeinden erarbeitet derzeit die notwendigen Grundlagen. Das letzte Wort haben die Stimmberechtigten.

Geht es nach den Exekutiven in Langnau und Adliswil, soll die Stadtpolizei Adliswil künftig auch in Langnau patrouillieren.
Geht es nach den Exekutiven in Langnau und Adliswil, soll die Stadtpolizei Adliswil künftig auch in Langnau patrouillieren.
Manuela Matt

Sicherheit muss teurer werden - so entschied es der Zürcher Kantonsrat im letzen Jahr einstimmig. Die Kantonspolizei, die in diversen Ortschaften auch gemeindepolizeiliche Aufgaben übernimmt, soll für ihre Leistungen ab dem nächsten Jahr mehr Geld bekommen. Konkret heisst das: Gemeinden bezahlten bislang 5 bis 12.50 Franken pro Einwohner. Dieser Ansatz wird auf das Jahr 2018 auf 10 bis 22 Franken erhöht.

Im Bezirk Horgen setzen momentan noch die Gemeinden Schönenberg, Hütten und Langnau auf die Leistungen der Kantonspolizei. Während Hütten und Schönenberg nach der Fusion mit Wädenswil in den Zuständigkeitsbereich der Stadtpolizei Wädenswil fallen, hat sich nun auch Langnau für einen Systemwechsel auf den 1. Januar 2019 entschieden: Die Gemeinde will sich mittels Vertrag bei der Nachbarsgemeinde Adliswil, die eine eigene Polizei hat, anschliessen.

Keinen eigenen Polizeiposten

Nicht nur die Erhöhung der Kosten waren ausschlaggebend für diesen Schritt, sagt der zuständige Langnauer Gemeinderat Virgil Keller (FDP): «Die Zuständigkeiten der neuen gemeinsamen Polizei werden vielfältig sein. Neben Erstinterventionen und Hilfeleistungen in allen polizeilichen Angelegenheiten sorgt sie mit präventiver und repressiver sichtbarer Polizeipräsenz mit Fuss-, Velo- und Fahrzeugpatrouillen für die öffentliche Sicherheit.» Ein grosser Wert soll dabei auf einen engen und guten Kontakt zur Bevölkerung, zu Vereinen und zum Gewerbe gelegt werden.

Die Adliswiler Sicherheitsvorsteherin Susy Senn (FDP) betont, dass diese Strategie in Adliswil bereits angewendet werde und gut funktioniere. «Denn häufig kann die Polizei gesellschaftliche Phänomene, wie zum Beispiel Littering, alleine nicht erfolgreich bekämpfen», sagt Senn. Ziel sei es, gemeinsam und partnerschaftlich Lösungen zu finden».

Effizienter und bevölkerungsnaher

Durch die geplante Zusammenarbeit wird Langnau keinen eigenen Polizeiposten bekommen. Für die Bewältigung der zusätzlichen Aufgaben sollen die neun Adliswiler Polizeibeamten (verteilt auf acht Vollzeitstellen) zwei weitere Kolleginnen oder Kollegen bekommen. Die Kosten für die Aufstockung wird Langnau tragen. «Wie hoch die Ausgaben schliesslich ausfallen werden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau sagen», meint Virgil Keller. Zuerst müsse eine genaue Aufschlüsselung der Ausgaben und Einnahmen gemacht werden. Der Langnauer Gemeinderat kann aber bereits jetzt sagen, dass die effektiven Kosten bei einer Zusammenarbeit mit Adliswil höher ausfallen werden, als die Leistungsanpassung der Kantonspolizei kosten würde. «Durch den Anschluss an die Stadtpolizei Adliswil wird aber auch die Betreuung der Polizei effizienter und bevölkerungsnaher, als wenn sie durch die Kantonspolizei wahrgenommen wird», sagt Keller.

Aktuell wird der Anschlussvertrag als Kernstück des Projekts zwischen den beiden Kommunen ausgehandelt. Dieser soll noch vor Ende Jahr dem Langnauer Gemeinderat und dem Adliswiler Stadtrat vorliegen. Geht alles nach dem straffen Plan, sollen der Grosse Gemeinderat in Adliswil im Frühling und im Juni die Lagnauer Gemeindeversammlung über das Vorhaben befinden. Stimmen beide Gremien der Vorlage zu, wird die gemeinsame Kommunalpolizei per 1. Januar 2019 operativ tätig werden.

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